Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1885
- Issue
- 39 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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— 162 von dcm Corps dcr Acrzte und Armcedirecioren, sondern auch von dem — Grand Mabbm imb dein Prior des griechischen Klosters sich begleiten ließ. Ein rühtender Gedanke! zu dem der Menschenliebe gespendeten Danke die verschiedenen Bekenntnisse zu vereinigen, welche die Menschcnliede predige»! Wie lich die Zeiten ändern. Recht characteristisch äußerte jüngst ein s. g. Reformer in älteren Jahren, dcr sich damit brüstete, die jüdischen Speise-Gesetze schon vor fünfzig Jahren abgestreift zu haben: „Als ich anfing, „Trcfa" zu essen, mußte man es vor Juden verheimlichen, indem man doch ihren vorwurfsvollen Blicken dabei nicht begegnen mochte, jetzt ist das Umgekehrte dcr Fall, jetzt muß man sich den Blicken dcr Glaubensgenossen zu entziehen suchen, wenn man noch „koscher" lebt. Ll. W. Hntljfd- Aufgaben. I. Deutsches Silbenrathsel. Von Lehrer I. Kaufmann in Essen. In den beiden ersten mein, Erscheine ich. das Ganze: Brach für Dich, o Israel. Schon gar manche Lanze! Bin ein gern gesehener Gast, Bringe stets was Neues — Sollt' ich Unrecht einem thun: Schnell ich dann bereu' es — Wer mich kennt, der hat mich gern, Freut sich auf mein Kommen, Zähle er sich zur Reform Oev zu den Frommen. Lchnle und Haus. Von Albert Rosen bäum in Cassel. In die Versammlung tritt dcr Lehrer; Da wogt der Kampf, da tobt der Streit, Gedanken wallen auf und nieder, Und aus den: Ernst wird Bitterkeit. „Die Jugend muß gerettet werden!" „Ter Glauben muß befestigt fein!" „Der Lehrer muß mehr Jüdisch lehren!" „Verantwortlich ist er allein!" Ta kocht es auf in seiner Seele, Laut ruft er in den bunten Kreis: „Recht habt ihr, es muß anders werden, Wie Jeder längst es fühlt und weiß." „Doch andere, anders als ihr denket, Muß Jnda's Rettung uns ersteh'n, In eucrm Stolz und Eigendünkel Wollt ihr die Wahrheit nur nicht seh'n. „Der Lehrer soll'S euch besser machen? Die Schule soll euch Wunder thun? Wär's nicht zum Weinen, wür's zum Lachen, Laßt nur den Streit und Hader ruh'n. „Wir lehren eure Kinder täglich Was ihnen frommt, der Seele Heil, Doch sind sie dann nach Haus gekommen, Erblicken sie das Gegentheil „Die Schule lehrt den Sabbath feiern, Zu Hause seh'n sie ihn entweih'n, Die armen, armen Iudenkindcr — Und sollen fromme Juden sein? „Der Lehrer lehrt die hcil'ge Bibel Als Gotteslverk ohn' Fehl und Trug, Zu Hause nennt's der kluge Vater, Die Frau Mama ein Märchenbuch. „Die Schule lehrt die schönen Feste Versteh'n und feiern, aber kaum Erinnert euer Haus an diese? Da — brennt vielleicht ein Wcihnachtsbaum. „Die Schule lehrt was Gott geboten, Was Gott nicht will verübt das Haus, Die Flamme echter Glaubenstreue Löscht ihr in cucrn Kindern aus. „Nun soll's dcr Lehrer besser machen? Die Schule soll euch Wunder thun? Wär's nicht zum Weinen, wär's zum Lachen, Drum laß't den Streit und Hader ruh'n. „Soll's wirklich, lvirklich besser werden, Dann kehrt erst in euch selber ein, Dann laßt den armen Kindern wieder Das Elternhaus 'nen Tempel sein. „Hier liegt der Grundstein ihres Lebens, Den reißt aus ihnen nicht heraus, Dann wird die Schule ihnen werden Lin zweites liebes Vaterhaus. „Was hilft's Berathcn? helfen Pläne? Die besten Pläne sind nur Schein, Die Eltern miissen erst die Eltern, Die Juden erst die Juden sein!" H. Deutsches Morträthsel. Bon Elvira Blüh in Troppau Eine Stadt nennt Euch mein Wort Bon einem Könige Juda's erbaut: Nimmt man die erste Silbe fort Dann einen Namen man erschaut, Den nur Frauen und Mädchen tragen. Wer kann mir schnell die Losung sagen? III. Biblisches Kogogrqph. Ein Wunderbau ward einstmals unternommen In mir, doch war der Bau mein Untergang. Nimm mir den Kopf, du wirst den Mann bekommen, Dem nian die ersten Todtenlieder sang. IV. Zweisprachiges Menderiithjel. Von I. Hcrzberg. Wohl dem, dcr es am Sabbath hat, Er spüret rvahren Herzensfriedcn, Gewendet deutsch ist'S eine Stadt, In unseres Erdtheils fernem Süden. V. Zweisprachiges Homonym. Von 0. in R. Wenn's deutsch wird gelesen — ein nützlich Geräth; Ein Götze — sofern Ihr hebräisch es seht. Auslösung der Köthsel in Ihr. 39 I. Irtisch i,Sl»is in Sibirien). Tischri. II. König. Grätz. Königgrätz. III. Rom. J-n»>n (5 B. M. 4,43.). vi. rn:x (Brief).' rin« Auslösung des Dreisrathsels. Hüte. Hütte. Nichtige Auflösungen gingen bis znm 5. Qctober ein von: Lehrer Presburger in Creglingcn. Lehrer I. Knusfmann in Essen. Lehrer Eckmann tu Nienburg. Lehrer A. Labor in Wrotschen. Lehrer G. Werthan in Berleburg. Lehrer S. Plocki in Flatow. Lehrer I. S. Wittkolver in Altona. Lehrer R. Abel in Kerpen. Lehrer G. Bendix in Steinheim. Lehrer Speyer in Stadtoldendorf. Lehrer L. Weil in Eschweiler. Lehrer I. Rosenfeld in Lippstadt. Lehrer M. Fleischhacker in Siegburg. Lehrer I. Sturmann in Osterode O.-Pr. Lehrer Brandes in Obcranla. Lehrer Alexander in Geldern. Lehrer Stern in Edcnkvben. Lehrer Weinberg in Bodenfelde. Lehrer H. Plaut in Grebenstein (Cassel). Lehrer A. Speier in Heinebach. Hugo Kahn, Seminarist in Bibra. Lehrer L. Cohen in Rees. A. Berliner in Schneidemühl. Jafsv in deutsch-Krone. F. Stern sin Gelnhausen. S. Lesfmann in Aachen. Jos. Nordmann in Lörrach. Franz Oppenheimer in Nordhausen. Jesajas Straßburger in Buchau. tulda Rawicz in Schmieheim. Semmy Philipp in Lüneburg. G. Michaelis in Horn. Karl Levison in Düsseldorf. Gustav Stiebe! in Straßburg. I. Freuthal, Bibliothekar der „Mamreh--Loge" in Beuchen o/Sch. Viele Männer sowie Frauen Tragen prächt'gc, theur-e Hute; Wen'ge eine Hütte bauen. Drin zu preisen Gottes Güte. — Th. ICr. vorn „Brandenburger Räthselklub". Die von Vielen eingesandte Auflösung: Arme, Armer, entspricht den letzen Zeilen des Räthsels nicht. Verantwortlicher Redakteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig..