Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1885
- Issue
- 38 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 152 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 152 S. blickt auf das Kind hin und seufzt laut auf: „Gott hat's gegeben, Gott hat's genommen, Gottes Namen sei gelobt/' spricht er leise murmelnd, als ob er zu sich selbst sprechen würde. _ (Schluß folgt). Allerlei für den Familientisch. Eine kaiserliche Antwort. Von dem den Manövern an der bosnischen Grenze beiwohnenden österr. Kaiser wurde eine Huldigungsdeputation empfangen, bei der auch dcrOberrabbiner F inz i aus Serajewo nebst 11 jüd. Gemeindemitgliedern sich befanden. Nach den gehaltenen Ansprachen erwiderte der Kaiser u. A. „Seien Sic überzeugt, daß ich alle Confcssionen in der Ausübung ihrer Religion stets gleichmäßig schützen und unterstützen werde, daß jede Confession ihren Glauben frei ausüben könne und in den ihr zustehendcn Rechten von keiner Seite gehindert werde." Zu weitläufig. Zum seligen Herrn Anselm Rothschild kamen kurz vor Rosch Haschono zwei polnische Juden und baten um Unterstützung. Mit dem Erhaltenen unzufrieden, meinten sie: „Baronleb', Sie werden doch Verwandten etwas mehr geben". „Wieso verwandt?" erwiderte erstaunt der Baron. „Unser Urgroßvater war väterlicherseits ein Cousin von der Urgroßmutter der Schwester Ihres Vaters, dessen Vater mütterlicherseits ein Neffe von dessen Ururgroßvater war." — „Stille," unterbrach sie der Baron, dem es bei diesem Stammbaum zu schwindeln begann, „die Verwandtschaft ist mir zu weitläusig." — Am andern Morgen (Erew Rosch Haschono) besuchten sie die Privatsynagoge des Barons, der daselbst gern als Chasan fungirte. Als derselbe den Pismon n'“C "TOI vortrug, riefen die beiden Polen einige Mal halblaut dazwischen: „Zu weitläufig!" — Nach beendigtem Morgengottesdienst fragte sie Rothschild erregt, was ihre störenden Zwischenrufe denn bedeuteten. Sie antworteten: „Ihnen, Herr Baron, war unser gestriger Stammbaum schon zu weitläufig und heute berufen sic sich im Gebet auf den Bund Abrahams, Isaaks und Jakobs — ist das nicht noch viel weitläufiger? Wenn nun Gott auf diesen Stammbaum auch nichts gäbe?" — Betroffen entließ der Baron seine „weitläufigen Verwandten" mit einer ansehnlichen Gabe. Kleine jüdische Charaeterzüge. Eine Anzahl Göttinger Studenten, die einen Ausflug nach dem nah gelegenen Bovenden unternommen haben und vom rechten Weg abgekommen sind, treffen, umherirrcnd, einen jüdischen Handelsmann, und wenden sich mit der Frage an ihn: „Jtzig, wo geht der Weg hin nach Bovenden?" — „Wie wißt Ihr, daß ich Jtzig heiße?" giebt dieser zurück. — „Das rathen wir." — „Nun, dann rathet auch, wo der Weg hingeht nach Bovenden." Aus dem Spruchschatz des Talmud. Poetisch übertragen von Max Weinberg. Als Hirt und Wols zusammen rangen, Jst's arnie Lamm zu Grunde gegangen. * * Wer gern das Seine will verlieren, Laß Knecht und Magd die Wirthschaft führen. Wie Essig der Sohn ist des Weines, Entstammt ost dem Hohen Gemeines. * * * Wir sich verdungen hat als Knecht, Dem sei auch Knechtes Arbeit recht. * * * Am Kinde kannst Du's st'hcn: Oestcres Fallen lehrt gehen. <*90} j MtlM - Aufgaben. I. Arithmogriph. Bon S. Strauß in Hamburg. 1. 4. 6. 7. 2. 5. 7. 3. 3. 2. 14. 9. 4. 14. 3. 15. 3. 2. 6. 6. 5. 7. 10. 15. 4. 14. 4. 6. 6. 8. 6. 8. 7. 4. 10. 4. 3. 12. 11. 16. 4. 2. 7. 5. 7. 10. 7. 3. 7. 7. 12. 7. 12. 11. 17. 9. 4. 14. 7. 11. 1. 10. 8. 7. 12. 11 9. 1. Ein Fluß Hinterindiens. Ein Prophet. Der Vater eines Empörers. Ein Vogel. Ein Himmelskörper. Ein Nebenfluß der Oder. Ein der Hirschgattnng angehöriges Thier. Eine ehemals berühmte Hauptstadt. Ein Nachbarvolk der Israeliten. Ein Schwcizcrkanton. Ein Patriarch. Eine allen Israeliten thcuere Stätte in Palästina. Ein israelitischer König. Ein Prophet. Die Anfangsbuchstaben der 14 Wörter von oben nach unten ergeben die Namen eines gelehrten Vaters und seines Sohnes, die Endbuchstaben von oben nach unten eines der vorzüglichsten Werke des Letzteren. II. Deutsches Mortriithset. (Dreisilbig). Von Eckmann in Nienburg. Zu Gott erhebe Deine Hände Und bringe ihm das erste dar, Besonders bei des Jahres Wende, Dieweil er Dein Beschützer war. Mit den andern isi's verbunden, Sonst trüg' es seinen Namen nicht; Hast Du die letzten nun gefunden Kommt oft Dir's erste zu Gesicht. III. Biblisches Warträthsel. Wer isi's, der wie ein Vogel heißt, Auch 'mal zur See ist gereist, Da den himmlischen Vater preist — Dem Verderben wehrt, Die Sünder bekehrt, Und am Jom Kippur belehrt? Mit dem Blatt im Mund Zur Abendstund' Bracht's frohe Kund'! IV. Hebräisches Scherzrathsei. Lehrer L. in E. TI “Df?2n O “D|5.T “Dj?ri Wfjnö -cjsn □otiO s6 Auflösung der Rath sei in Nr. 37. I. Posaune. II. Neujahr. Hl. fO'ntf (kehre um) ntfB (Schämt. Veranwortlichcr Redaclcur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg, «erlag von Robert Friese, Leipzig. I