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Jüdisches Familienblatt · 1885-01-01 · 37 (1885) · p. Seite 148

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1885
Issue
37 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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148 Jüdisch-deutsche Redensarten, erläutert und zum Theil aus ihren Ursprung zurückgeführt von Lehrer I. Herzberg. j Räthsel - Aufgaben. 19. „Cr schachtet ohne Kabdoloh" ' Jeder Schächter hat, bevor er in Function tritt, von dem Rabbiner seines Bezirkes die Erlaubniß zum Schächten zu erlangen, die ihm nach bestandener Prüfung crtheilt wird. Eine solche Erlaubnis; wird „Kabboloh" genannt. Im gewöhnlichen Leben kennt man aber noch ein anderes Schächten, als das von Thieren, nämlich das „Schächten von Menschen", oder das sogenannte „Halsabschueiden", eine Handlungsweise, die von jedem rechtlich denkenden Menschen mit Verachtung bestraft wird, und die darin besteht, daß der in Geldnoth befindliche Ncbeninensch durch übermäßiges Zinsnehmen seitens des darleihenden Wucherers nach und nach an den Ruin gebracht und so auch moralisch getödtet wird. Zu solch einem „Schächten" bedarf es allerdings keiner „Kabboloh". I. Deutsches Silbenrüthsel. Von A. Speier in Heinebach. Die erste ist ein grosser Fluß Den mau im Süden suchen muß. Die zweite uns verboten ist, Das; ihr nur nichts davon genießt. Das Ganze tonet taut und stark Und dringet uns durch Bein und Mark. II. Deutsches Silbenrüthsel. (Zweisilbige Von Eckmann in Nienburg. Das zweite beginnt mit dem Ganzen in einem stetigen Kreislauf, Und ist bei seinem Beginn, was das erste dir sagt. Kleine jüdische Characterzüge. Als man dem Dubnocr Maggid einst den Borwurf machte, daß seine Reben sehr dadurch an Werth verlören, daß er sic sich bezahlen lasse, erwiderte er: „Mir geht cs darin, wie dem Seiltänzer. Er besteigt das Seil allerdings nur des Geldes wegen, sobald er aber oben ist, denkt er nur an seine Kunst und nicht mehr an den pecuniärcn Gewinn". „Ich habe immer gehört" — rief jüngst in einer Gesellschaft bei einem Wortstreitc mit einem Juden ein Antisemit diesem zu — „daß Juden und Schweine in den Stall gehören". — „Tann müssen wir beide freilich abtreten" gab dieser zurück. Ick. W. Der Sedanstag und der deutsche Jude. Bo» F. Mailsbacher tu Petershagen. Es klinget wie ans alter Zeit Zu reißen aus dem Herzen ntir Ein Siegessang hernieder, Tie herrlichsten der Triebe, Erweckend bangen Höffens Leid Zu machen mich z»>n sremden Gast Und hohen Jubel wieder. Im Lande meiner Liebe. Wieso, Ihr Brüder, jaget an! Ich kann und will ertragen nicht. Will Sedanstag so ferne Ein Fremder d a zu beißen. Dem Sinn' erscheinen, da so nah' Wohin mit heißer Liebesgluth Doch leuchten Sedans Sterne'?— Miel; alle Pulse reißen. Die Sterne hießen Einigkeit Ich bin ein Deutscher für und für Und Freiheit, Macht und Stärke — Aus deutschem Blut entsprossen, Zu scheuchen finstrer Wolken Nacht, Und habe deutsche Zucht, wie Ihr, Ter argen Zloietracht Werke. Ihr Lästerer, genossen. Das Ivar des Sedantages Ziel Das Mütterlein, mit deutschem Lied Das blutig ward errungen, Hat's an der Bieg gesungen. Das war es, darum Christ und Jnd, Mein erstes Lallen, feine Lust, Mit Gut mrd Blut gerungen. War deutschem Laut entsprungen. Ta kämpsten deutsche Brüder treu Ich Hab' gezagt bei deutschem Weh Vereint mit dentscherr Waffen, Gehofft bei deutschem Ringen, Mit deutschem Mnth u. deutsch. Blut Gejauchzt beim Siegesreigen froh Ein deutsches Reich zu schafferr. — Gekämpft beim Wassenklingen! Das Ziel erreicht, wie lagen froh Und soll nun fremd zrrr Seite stehlt Tie Brüder in den Annen Im lieben Heinratlande'? Wie konnte da am Bruderherz Das-kann und soll nnd darsnichtsein, Das Bruderherz erwaruren! — Mich haltert seine Bande. Und heute? wie so fern erscheint EsmrrßüeTärrschuugwohldochserrr, Doch jene Zeit zu liegen: Die nrich rvill ängstlich necken, — Ein trüber Hinrnrel täuscht den Blick, Der Morgen, er wird kommen bald, Die nächtgen Wolken fliegen. Und jagen all' die Schrecken. Ein Nachigesperrsi entstieg dem Grab, Denn bricht die Sonrre froh herein, Ein modrig kalter Nebel Und Jauchzerr folgt dem Weinen — Ter blinde Haß, der blasse Neid Tann wird eilt andres Sedansest Sie sehen an die Hebel. Uns schöner noch erscheinen. Ties ist mein Trost in schwerer Zeit. Will'S ruhig jetzt ertragen. Getrost mein Herz, getrost, getrost Bald wird Dein Morgen tagen! Veranwortlicher Redaeteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von III. Hebräisches Kogogriph. Von C. in R. Weitn du vont Tngendioeg getvichen, Berlafferr hast den Pjad der Pflicht: So thu'S, eh rroch die Zeit verstrichen, Eh' Gott dich rufet vor Gericht; Eh' rroch des Worte-) letztes Zeichen tinrirckie vor den Anfang sein, o daß die Scham dicht macht erbleichen Zög's rückwärts bann ins Herz dir ein. Auflösung der Rüth sei in Nr. 36. i. j E K R 0 N " SEBULO» Mal (M-ich al) JERUSALEM Micha. H A B A K U K E L L U L III "V“ (dumm), baue. SET M Auflösung des Preisrätljlels in Ur 33. 1. Gebot, Gebet. II. Ji“IS£n ivar (nach Ruth 4,IN) der Vater deS LI (C“l LN) Richtige Auslosungen sandten ein: Seminarist Hrrgo Kahn in Bibra (Meiningen). A. Speier in Heinebach („Auch ich habe am Schowuos gelesen, das Chezron der A w von Rom ist gewesen). Emaliuet Nordmann in Lörrach (Baden). SylviuS Pick in Beuthen O. S. Carl Levison ans Diisseldors z. Z. irr Norderney. Frieda Buchholz in Emden. Lirra Eckmann in Nienburg a. d. W. Emma Hirsch irr Hattstatt (Elsaß). R. Rahmer in Magdeburcp Elwina Blüh in Troppau. Fritz Ticharrer irr Chvrzow b. Königshütte. F. Koppel in Dresden. Max G . . . e in Posen. Mausbacher in Petershagen. N. Ritter in Polch. Carola Mayer in Verden. L. in M. I. Beioahre tuen dir das Gebot inr Herzen: Gebet veredle dich irr Freud' rrrrd Schrrrerzen! II. Wer dir den Awrom, Vater Rom's, karm nennen? Das Büchlein „Ruth" lehrt ihn, den Chezron, kennen. W. Kr. u. E. Z. vom „Brandenburger Räthselklnb." Die Preise entschied das Loos fiir Räthsel Rr. I. Lina Eckmann, Frieda Buchholz. Für Räthsel Rr. II.- A. Speier, Emarmel Nordmann. Briefkasten der Redaktion. 6-. 8t. in 8t. Das sonst gute Arithmogriph konnte keine Ausnahme finden, weil die hebräische Orthographie bei Umschreibung mit deutschen Buchstaben nicht ganz eorreet war. (1—au, nicht otr). K. B. Ihre „Erinnerungen" (blbs hat wegen deS vorangehendeu Sch’wa compositum feilt Dagesch im ersten *7 ckr. Nehemia 9,15; „Berg" heißt im Hebe, ohne Artikel stets “in nicht NN) mit Dank angenommen. D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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