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Jüdisches Familienblatt · 1885-01-01 · 34 (1885) · p. Seite 136

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1885
Issue
34 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 136 (sequence 4)
Language
German
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Allerlei für den Familientisch. Klsaß. Einst war der Bischof von Straßburg in Jngwiller beim Pfarrer zu Besuch. Nach der Landessitte, welche cs erheischt, daß man an der Bcwirthung des Gastes theil nimmt, schickt ein Jude. Nachbar des Geistlichen, ihm einige Flaschen guten Weines! 14 Tage spater erhält der Jude vom Bischöfe das Bild' „Abraham nimmt die 3 Fremden gastlich auf" zum Geschenk. Odessa. Die Zeitungen singen das Lied vom braven Manne. Ein jiid. Bankier hatte einem Russen ein Prämieuloos auf Ratenzahlung verkauft. Der zianfer konnte aber nicht weiter zahlen und bat um Rückgabe des Eingezahlten. Das wurde ihm bewilligt. Froh verließ er mit seinen 43 Rubel das Comptoir. Da stürzte ihm ein Commis nach, bittet ihn zurückzukommen und der Bankier eröffnete ihm, daß die Rückzahlung rückgängig gemacht werden müsse, denn das Loos habe 8000 R. gewonnen, die zur Verfügung des Käufers ständen. (Hamcliz.) Mißney-Aowgorod Der Erzbischof Malaria hat unsere Stadt verlassen und ist Metropolit in Tomsk geworden. In der Abschiedsprcdigt bei einem Guadenbilde sprach er unter Anderen: „Ohne Zweifel denkt ihr meiner Worte, die ich im vorigen Jahre wegen der unglücklichen Juden zu Euch gesprochen habe. Es ist mir nicht unbekannt geblieben, wie ich ihretwegen verlästert worden bin. Trotzdem bitte ich Euch vor meinem Scheiden, daß ihr sorgsam darauf achtet, den Juden nie Etwas zu Leide zu thuu, sondern daran zu denken, daß die hl. Mutter, die vor Euch herzieht, von den Juden herstammt. Ich hoffe, daß mein Nachfolger in meinem Sinne weiter wirken wird. Konllantiuopek. Eine Missionsgeschichte: Sie wird Muhammedanerin um einen Türken zu heirathen! Da wird der Mann mit den Kindern ebenfalls ein Rechtgläubiger, um ihr die abermalige Vcrheirathnng unmöglich zu machen! So gewinnen Staatsreligioneu Prosclhten! In einem Aufsatze: „Die Berliner Gesellschaft am Schlüsse des vorigen Jahrhunderts" von M. Drüse in der „täglichen Rundschau" v. Badenstedt, verbreitet sich der Verfasser auch über die Juden jener Zeit und sagt: Die Juden Berlins spielten am Schlüsse des vorigen Jahrhunderts eine bedeutende gesellschaftliche Rolle. Die Salons des Bankier Cohen, des Gcheimraths Ephraim und Anderer gehörten zu den glänzendsten der ganzen Stadt, in denen sich die beste Gesellschaft, Offiziere, höhere Beamte, Gelehrte und Schriftsteller, ja selbst die adelstolzen französischen Emigranten zusaminenfanden. Besonders waren es die jüdischen Frauen, die sich durch Geist, Weltbildung und Schönheit auszeichncten und es verstanden, sich zum Mittelpunkt der Gesellschaft zu machen. Dorothea Veit, eine Tochter Mendelssohn's, die schöne und geistreiche Henriette Herz, Rahel Lcvin, die glänzendste Erscheinung dieses Kreises, vereinigten Alles um sich, was Berlin an bedeutenden Männern, Einheimischen wie Fremden besaß. Graf Mirabeau, Ramler, Engel, Spalding, Zöllner, Dohm, Nicolai, die Bruder Humboldt, Gentz, die Grafen Christian Bernstorff und Alexander Dohna, Friedrich Schlegel, Schleiermachcr, Ancillon, Theodor von Schön und viele Andere gingen hier aus und eia. „Die jüdischen Frauen", schreibt Schleiermachcr 1879 an seine Schwester Charlotte, „sind fast die Einzigen, die ein offenes Haus halten. Wer also auf eine recht ungenirte Art gute Gesellschaft sehen will, läßt sich in solche Häuser einführen." Auch unter den Gelehrten Berlins nahmen die Juden eine ehrenvolle Stellung ein, da aus ihrer Mitte hochbedeutendc Männer wie Moses Mendelssohn und Salomon Maimon hervorgingen. Lemberg. Markus Bernstcin's Stiftungen. Der Bericht für 1884 ergicbt an Ein- und Ausgaben 23500 Gulden, an Fonds 73,996. 20 Handwcrkslehrlinge wurden erhalten. In der Lehrlingsschule wurden 227 Schüler unterrichtet, 136 in der Vorschule, 65 in Klasse I, 20 in II. Seit ihrem Bestehen haben die Stiftungen 119 Knaben heranbilden lassen, 19 Schneider, 4 Schuhmacher, 23 Schlosser, 10 Tischler. 8 Klempner u. s. f. Die Wiener Allianz erhält 25 Lehrlinge, 21 hier, 3 in Jaroslaw, 1 in Wien. Rüth sei-Aufgaben. I Diamanl-Räthsel. Von Lehrer Kausmann in Essen. a x XXX AAAAAABBBCD xxxxx DEEEGGGGGHL X X X X X X X MMMHSOOSEE cxxxxxxxxxd RRTUUUUV X x x x X x X Diese 41 Buchstaben sind so XXXXX ans die nebenstehende Figur zu XXX vcrtheiten, daß ergeben X b 1. Einen Buchstaben. 2. Ein Gebet. 3. Einen deutschen Vornamen. 4. Eine Stadt in Spanien. i-. Eine Stadt in der Provinz Sachsen. 6. Eine große deutsche Handcisstadt. 7. Ein Talmudgclchrter aus Regensbnrg. 8. Einen Thcit des Körpers. 9. Einen Buchstaben. Die Reihen a—b und c—d nennen beide einen dem Leser sehr bekannten Ort. II. Deutsches Morträthsel. Von Js. Hcrzberg. Ich bin Dir aus der Schrift bekannt, Da ich dein Isaak nah verwandt; — Wird meine Mitte mngestellt, Wünscht jeder mich gefüllt mit Geld: Nimmst Du nun einen Laut mir sort, Nenn' id) Dir einen heil'gcn Ort. — Nimm nun den Kopf und auch den Fuß, Stell' jenen hinter diesen, Gleich nenn' id) einen deutschen Fluß, — Der Dich läßt freundlich grüßen! — III. Hebräisches Kogogryph. Bon O. in R. Verkünd' es laut in weihevoller Stunde Zu Ehren des, der Dir das Leben gab; Es tone laut das Wort aus Deinem Munde, Verstumme nie, bis einst Dir toinkt das Grab. Doch willst Du nun das Wort auch nicdcrschrciben. So sorge ja, daß nicht zu lang ein Zug, Du würdest immer sonst beim Anfang bleiben. Das Ziel verfehlen bei zu raschem Flug. Auslösung der Mthsei in Nr. 33. I. Ehud, Jchuda, Zehn. II. Gilcad (Ead, Eli). HI. Dl^n (Traum), nbö (Salz). Antwort auf die Scherzfragen: 1. Der Monat Eil»! (er hat 3 Ellen — 3 „L"j'>. 2. Der Psalm 136 (er hat 26 Kilo; ki-loiava olrasdo) Von den noch eingcgangenen Antworten erwähnen wir: 1) Der Monat Sch'wät weit er einen „Stab" (belannteS Längemaß: k22Le" Stad) lang ist. 2) Tischri. weil in ihm der „lange Tag" lder Versilhnnngrtag wird oft so genannt) ist. S, Marcheschwan, weil er »le meisten Buchstaben unter «Den Monaten hat. Verantwortlicher Rcdacteur Dr. Rahmcr, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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