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Jüdisches Familienblatt · 1885-01-01 · 30 (1885) · p. Seite 120

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1885
Issue
30 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 120 (sequence 4)
Language
German
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— 120 — Hochmuthstcufel ausgetrieben. Was er nicht aus freiem Willen zu thun geneigt ist, wird er der zwingenden Nochwendigkeit folgend thun müssen. Es kann doch sein Wille nicht sein, seine Tochter im Concubinat leben zu lassen?" „Immerhin eine gewagte Speculation," wandte Dr. Lehner ein. „Bester, liebster Cousin," nahm jetzt Jlka, die aufmerksam zugehört, das Wort, „Sie werden uns doch nicht im Stich lassen? Ellimar kommt morgen; er ist der sicheren Hoffnung, daß mit Ihrer Hilfe Alles gut gehen wird. Fürchten Sie nicht, daß —" „Ich fürchte nichts," unterbrach Or. Lehner, „doch gebe ich Ihnen zu bedenken, daß ja die Ccremonie allein gar keinen bindenden Werth hat; man kann Sie zwingen, eine neue Ehe einzugehen, Ellimar hat kein Recht, Sie als seine Gattin zu betrachten'; wollen Sie gegen den eigenen Vater processiren?" Doch Jlka wußte mit der einer ersten Liebe eigenen sieghaften Gewalt alle noch in Or. Lehner auftauchcnden Scrupel zu beseitigen und als Or. Sanders tags darauf in Marienbad anlaugte, wurden im Stillen alle Vorkehrungen getroffen, die geplante Trauung so bald als möglich zu bewerkstelligen. Schöne, herrliche Tage erblühten inzwischen den Beiden, die einander für's Leben anzugehörcn wähnten. Begegneten sie einander früh 6 Uhr auf der Promenade, so wußten sie von der Tante, die ihres Brunnens wegen nicht zu fern von der Wandelbahn promeniren durfte, die Erlaubniß abzuschmeicheln, einen kleinen Spaziergang in die Wälder zu machen, der sich dann gewöhnlich bis gegen 10 Uhr erstreckte. Das waren thaufrische, sonnige Morgenstunden, in denen sie ihre Herzen mit dem Lcrchenschlag aufjubeln zu hören meinten. cFortsctzung folgt.» Zum 9. AI». Wo Weisheit einst und Macht sich paarten, Zion's Burg ward der Flammen Raub, — Was als das Heiligste wir wahrten, Babaren zogen's in den Staub. Ach, es bluten unsere Herzen, Jerusalem, denken wir Dein! — Die Hoffnung lindert unsre Schmerzen: Einst leuchtet dir tviedcr Sonnenschein. David's Reich, vor dem einst erzittert Mächtige Völker, — warum ists dahin? „Weil es seine Kräfte zersplittert In Zank und Streit und eitlem Müh'n. Darum beherziget, Brüder die Lehr': „Zwiespalt vernichtet die stärkste Kraft, Einer dem Andern Hülse gewähr', Dann selbst der Schwächste nicht erschlafft!" A. Sabor. lAs Räthsel - Aufgaben. I. Deutsches Rathsei. Von I. Hcrzberg. Willst Du in die Stadt hinein, Mußt durch mich zuerst Du gehen, Stellst in mich ein Wörtlcin klein, Wird vor Dir ein Berg erstehen. II. Zweisprachliches Rath sei. (Einsilbig.) Von Lehrer Mannsbacher in Petcrshagcn. Allerlei siir den Familientisch. Der erschlichene Ghesege». Er war Christ, sie war Jüdin! Sic liebten sich und wollten nicht von einander lassen. Eltern hatten sie nicht, die ihnen Schwierigkeiten hätten machen können! Aber der böse Rabbiner wollte sic nicht trauen. Der Standesbeamte freilich ist ein besserer Mann. Der fragt nicht nach dem, was mau glaubt. Er ist zufrieden, wenn man nachweist, daß und wo man geboren ist, daß die Eltern todt sind u. dgl. Er nimmt dann die Erklärung entgegen: Wir wollen uns, läßt das Protokoll unterschreiben und wünscht viel Glück auf den Weg. Da wäre nun Alles schön und gut gewesen, wenn sie es sich nicht in ihr Köpfchen gesetzt hätte, sie könnte ohne den Segen des Geistlichen nicht glücklich werden. Was die Frau will, daß muß geschehen, sonst giebt's weder Heil noch Segen! Und wie so oft, hat Weibeslist zum Ziel geführt. In einem Winkel der Synagoge standen sie Hand in Hand, als ein anderes Paar — das beiderseits von jüdischer Herkunft war — unter den Trauhimmel trat. In demselben Augenblicke, in welcheni dort vorn der Bräutigain der Braut den Ehering anstcckte, that cs hier hinten im Winkel der christliche Bräutigam — auch er murmelte die Worte der Trauformel dem Rabbiner nach und seelig neigten sic ihre Köpfe, als der Trauungsakt mit dem Priestersegen beschlossen wurde. Was schecrte es sie, daß der Rabbi Andere damit gemeint — sie hatten den Segen aus sich bezogen. Es störte sie nicht, daß die Form ungültig war — sie hatten das Bewußtsein, getraut zu sein „nach dem Gesetze Mosis und Israels!" _ _ Scherzfrage und Antwort. „Warum nennt man ein jüdisches Krankenhaus löffpN?" Während ich bei jeder Handlung Deutsch die gröffte Roll' mutz spielen. Muffte Israel, hebräisch, Ehemals mich auch bitter fühlen. III. Hebräisches Logogryph. Von Sali Cohen in Rees. Als Flnff bin Jedem ich bekannt; Run sage, ivie werd' ich genannt? Doch wird der Kopf nur abgetrennt, Mein Name einen Berg benennt. IV. Hebräisches Menderiithsel. (Einsilbig.) Von Lehrer I. Eckmann in Nienburg. In deinem Schädel hat's den Sitz, Darin oft viel, oft wenig Witz. Kehr's um-, es kommt am Sommertage Und wird uns oft zu harter Plage. Auflösung der Rathsei iu Ur. 29. I. II. O, ja. Bad. (Obadja.) 1. 8 2. dan 3. SELAH 4. SJMBJ 5. GAD 7. N 7. HAM 8. ASSER 0. BASAN 10. MAN 11. B III. Sch'ma CSÜ3Ü). Schema. IV. Ta r 6) Mu I « r s Ly J « V. 1.(Suter). 2. Bl1?» (Frieden). 3. albtfax (Absalom). Es sind dies die Anfangsbuchstaben von: .I72-!V!2V aHL^N ISJJSp “IST! US" Preisräthsel in nächster Nr. — Unorthographische Rathsel können wir nicht ausnehmcn. Vrantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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