Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1885
- Issue
- 27 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 108 — glich mehrerer Fachvcrcine, blickt nun ruhiger in die Zukunft. Des Vorstehers Sohn hcirathetc seine gut erzogene Tochter und das Pärchen lebt glücklich und zufrieden Der Pcnsionssonds aber hat in mehreren Gemeinden rühmliche Nachahmung gefunden. M. Tintner-Bunzla». Allerlei für den Familientikch. H raudeuz, 24. Juni. Die Handhabung der A u s - Weisungs-Verordnung hat sehr empfindliche Härten zur Folge. So ist in dem benachbarten Städtchen Lessen der Kultusbeamte Beckcrmaun vor ungefähr 10 Jahren hier cingcwandert: der Mann hat sich bemüht, seine Naturalisation zu erlangen. Tic Behörde hatte ihm aufgegebcn, die Entlassung aus dem russischen Slaatsvcrbande nachzusuchen. Mit großen Opfern ist das geschehen, die Papiere sind vollständig in Ordnung, es hilft ihm aber nichts, er muß doch fort. Es bleibt nun dem Manne nichts weiter übrig, als mit Frau und 5 Kindern sein Heil in England oder Amerika zu versuchen. — selbst gegen bewährte und bereits lebenslänglich angesrclllcn Eantoren, ja sogar gegen Rabbiner wird die Ausweisungs-Ordre in Anwendung gebracht, und nicht blos gegen solche, deren Wiege aus raff. Bode» gestanden, sondern auch gegen Oestcrrcicher. * * * Ä'aris. Ein ungedrucktcr Brief von Moses Mcudclssoh» ist für 120 Fr. neulich verkauft worden. — Die Statue des Abbs Grcgoire wird am 12. Juli i» Luueville enthüllt werden. — * * * In London fand zum Besten der Familie des kürzlich verstorbenen Componistcn Sir Julius Benedikt im Drurp- Lane - Theater eine große dramatisch-musikalische Matinee statt, in welcher die bedeutendsten Kunslkräftc Londons mitwirkten. Das Haus war ausverkauft. Aus den» Lpruchschatz des Talmud. Poetisch iibcmagm von Max Weinberg. »iud, einen Tag vor Deinem Ende Dich reuiglich zum Schöpscr wende, Ten» D» bist Mensch und warst von Fehl nicht frei: Und da Dein Ende Dir verborgen, Verschieb die Bcsj'rung nicht au'j morgen, Seilt' jeden Dag, dast er Tein letzter sei! * * * Wer hielt cs wohl in einem Hans Lange mit einer Schlange aus? * * * Erst must Dein Auge brechen, Soll man Dich heilig sprechen. * * ' * Ein schönes Weib als Eh'gcsiihrt', Das giebt dem Leben Doppellverth. I Riilhsel-Aufgaben. I. Deutsches Logogriph. Von 6. in R. Ein Mann von Wissen, hochgeehrt, Der Wottcä Wort mit Eifer lehrt, Das Herz begeistert für das Recht, Der nie erlahmet im Gefecht Für Gott und iür sein heilig Wort: Erscheint im Ganzen Dir sofort. Doch wenn sein starkes Herz entfällt, Ein fchwäch'res dessen Play erhält — Erscheint ein Mann, der auch gelehrt, Doch meist behandelt' waS verkehrt; Der Menschen Thorhcit war'S Gebiet, Ans dem er seine »rast verrieth. ZL. Kiblisches-Uathsel. Bon Z. E o b c n in RceS. * * * Marschau. Das Budget der Gemeinde beläuft sich für das laufende Jahr auf 113,068 fä 2 M.) in Einnahme und 112,000 Rubel in Ausgabe. Davon entfallen 26 155 auf Armenunterstützung, 18 408 Gehälter, 20,750 Zuschuß zu Armen- und Krankenhäusern. 50 000 Rubel werden auf direkte Ausgaben aufgebracht, das Andere fließt aus Fonds und sonstigem Gemeindevcrmögeo. Im Bezirk Wilna werden von den Judenslcuern 105633 Rubel für „die Aufklärung der Juden" verwendet, davon 30 000 Rubel für das Lehrerseminar, das Ucbrige für Volksschulen. — Die von den poln. Rabbinern geforderte Kcnntniß des Russische» soll die Stufe der zweite» Klasse der Elementarschule erreichen. Hicrselbst ist eine Verfügung die Chcdarim betreffend erlassen worden, welche für die Reinlichkeit der Schulzimmer und die behördliche Aussicht Fürsorge trifft. Jerusalem. Die Mädchenschule Evelinc v. Rothschild, die unter der Aufsicht des Herrn Dr. Schwarz steht (der freilich verreist war) ist 2 Wochen geschlossen gewesen, wegen der „Jndolka" — d. i. ein abergläubischer Brauch, wonach in einem Hause, in welchem plötzliche Krankheit ausgetreten ist, nach Entfernung der Bewohner allerlei Hokus Pokus gemacht wird, was wohl von den Arabern herübergenommen ist! — „Hazwi" mahnt zum frischen Kampfe gegen die Missionäre. Tie Mittel sind: jüd. Acrzic, jüd. Hospitäler und das Beispiel der Rabbiner und Angesehenen, daß sie um keinen Preis mit Missionären in Verbindung und Berührung treten. * * * Jerusalem. Das Gcburtsfcst des Sultans ist durch Gratulationscur beim Pascha, der auch der Chacham Baschi beiwohnte, und durch Illumination, au der sich die Juden sehr bethciligten, gefeiert worden._ Verantwortlicher Redaetenr Dr. Rahmcr, Magdeburg. Truck von Mein ganzes Wort nennt einen Ort, Auch ist's eilt musikalisch Zeichen, Doch läm den Kops du weichen, so nennen einen Köniq seine Zeichen. III. Hebräisches Wort-Räthlel. Bon I. Hcrzbcrg. Mein Wort Dir nennt Ein Elcinent, DaS Runen, auch Schaden gewährt; Ein Zeichen daran, Mein Wort alsdann Eines Stammes Namen kehrt; Ein Zeichen hinzu, So schanest Du Den Lrt, wo Götzen man verehrt; Wird Fast und Haupt, Dem Wort geraubt, So ncnnI'S ei» Dhier von Werth; Wenn ich zum End', Diese Zeichen wcnd', Hast ihm manch' Tcherflein schon beschcert. Auflösung ber Rathfel in Uv. 26. I. Micha. El. Michael. II.*) Nj?§l2lv-Sköckcr, “ip®. bewußte Unwahrheit. 'N2-er hat sich geirrt. ui. m — trmp -hzn “Dntrö -ij?n» m - ump ’Sm “iprnrn IV. a) 1. Juda — Lcvi tJud — Ales — 0. 2. Kaffe. 3. Gebet. 4. Tafel. 5. 3}nter („Xau" »mgekehrl: Bat — r) 6. Linas (C — „Snjiit" nmgctchrt „niaS.") b) SSJ'S JCj- Die Auflösung des Prcisräthseis i» nächster Nr. *) In der Ausgabe ist Z. 0 LodomSpsuhl, u. Z. 3 erschien' (apostrophirt) zu lesen. _ I. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.