Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1885
- Issue
- 25 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- 100 der aus einem non tausend Aeugsten gequälten Herzen hervorbricht. — Vor einem, der in Angst und Gefahr jämmerlich schreit, sagt man aus obigem Grunde im gewöhnlichen Leben. „Er schreit L'vl Ti!" oder correcter: „Er schreit, als riefe er a>pi tt. AUrrlei für de« Famrlientisch. Amsterdam, 0. Juni. Seit einigen Wochen ist für das hiesige Publikum im Panoramagebäude eine Ausstellung eröffnet worden, welche nicht oft ihres Gleichen gehabt haben dürste. Bor einigen Jahren — am 18. August 1882 — starb hier Jacob Leon Wertheim, ein junger Mann, der sich nicht nur durch seine litterarischen Arbeiten, besonders durch treffliche Uebersetzungen französischer und englischer Dichter, einen bedeutenden Namen erworben, sondern auch durch seine rastlosen Bemühungen um die Hebung des niederländischen Schauspiels ein bleibendes Verdienst geschaffen hatte. In einer Versammlung der artistischen Gesellschaft Schlaraffia wurde zur Feier des Andenkens Wertheims im Jahre 1883 der Plan aufgeworfen, zum Besten der niederländischen Schauspielerschnle in Amsterdam eine größere Lotterie zu veranstalten und ein anwesender Arzt, van Werkhoven, trat mit dem Anträge hervor, zu diesem Zwecke ein großartiges Wertheim-Album anzulegen, zu welchem alle litterarischen Capaeitäten des Jn- und Auslandes einen Beitrag liefern sollten. Der unermüdlichen Thätigkeit van Werkhovens gelang es auch, innerhalb zweier Jahre über 500 Blätter zusammeuzubekommen, welche nunmehr zu einem Ganzen vereinigt und im Panorama ausgestellt sind. Fast alle Mitglieder der niederländischen und belgischen Königshäuser, die Kaiserin von Oesterreich, die Königin von Rumänien, verschiedene deutsche regierende Fürsten, der Herzog von Anmale, eine Menge wissenschaftlicher Männer von europäischem Ruf, Maler, Dichter, Schauspieler und andere Künstler haben sich hier verewigt. Das Album soll verkauft oder verloost werden und der Erlös der niederländischen Schauspielschule zu Gute kommen. Girr schlagendes Nrtyeil. Zu Rossini kam kurz nach dem Tode Meyerbeer's ein junger Componist, der den Manen des verewigten Meisters eine Cantate componirt hatte und bat ihn, dieselbe einmal durchspielen zu dürfen, um daun sein Urtheil zu vernehmen. Rossini setzte sich ans Clavier und sah nur zu bald die Dürftigkeit des Werkes und seines Schöpfers. „Lieber Freund," sagte er, den Vortrag abbrechend, „ich meine, es wäre besser, Sie wären gestorben und Meyerbeer hätte die Cantate componirt." _ Aus dem Spruchschatz des Talmud. Poetisch übertragen von Max Weinberg. Ein trautes Stübchen, Ein trautes Liebchen, Bescheiden B?od Bis in den Tod, Wer, wem's gewährt, Noch mehr begehrt, Ter war nicht werth, Daß ihm's bescheert. * * Kind, Helden gicbts auf engster Lebensbahn, Und Ruhmesthateu hat auch der gethan, Bon dem Dir Welt und Grabstein nur berichten: Er kannt' und liebt' und übte seine Pflichten. Ein Quidam war in einem Land Als kluger Kaufmann allbekannt, Besaß dabei Gelehrsamkeit, Wie Keiner nichr noch weit und breit Und hatte bei all' diesem Wissen Qft nicht den nöthigen Bisse». * » * Eisen schärst sich an Eisen, Der Weise an Weisen. Mthsel-Aufgaben. I. Deutsches Homonym. Bon Di. M. in M. Dem eignen Strom enteil' ich schnell Utid wand're durch das dust'gc Thal; Ich zeige mich krtistallen hell, Erglänzt in mir der Sonne Strahl! Bin ich des Menschen Eigcnihum Ucb' ich oft aus der Thaten Macht, Verhelfe ihm zum Sieg, zum Ruhm, Und leite ihn in dunkler Rächt. Ich hemme auch des Vogels Flug, Und theite milde Spenden aus: Ich fuhr' die Sense und den Pflug, Bring' Glück und Segen in das Haus. Bist du es selbst, du Erdcnsohn, Erheb' zum Hinimel deinen Blick, Ertrag' des Stolzen kalten Hohn — ES ändert sich oft das Geschick. II. Zweisprachiges Homonym. Von C. in R. Gar feierlich in der Brüder Reih'n Steht an der Spitz' er, ganz bescheiden, Muß ihnen seine Dienste weih'n, Sic möchten nimmer gern ihn meiden. Doch wo hebräisch er erscheint, Dort sucht man rasch oft zu entweichen; Der Landmann nur bleibt stets ihm Freund, Ihm bringt er Segen, überreichen. IIX Deutsch-hebräisches Scherrräthsel. Von I. Herzberg. Ich bin geliebt vom Kinde: — Wenn es zum Spiel mich ruft, Dann trag' ich'S aus und nieder Ersanseud durch die Luft. Jedoch wenn ohne Füße Du mich hebräisch hast. Bin ich ein Theil des Körpers Und trage manche Last. IV. Hebräisches Homonym. Bon S. L. in Aachen. Eine Arbeit, anstrengend zwar, jedoch gesund, Thut, lieber Leser, mein Wort Dir kund, Im anderen Sinne fordert's Enthaltsamkeit, Oft schwerer noch als ob'ge Thätigkeit. Auflösung der Räthset in Ur. 34. I. Wallenstein. EX 8 DAN AMMON A S K A L O N M E K 0 M EIS A n. n. Datha». Nathan. Auflösung der Ureisräthsel in Ur. 33. Ich, Scm, Sichern. iWeintraubcn) (Bescheidene). Richtige Auflösungen sandten ein: S. Leffmann und SOI. Kaufmann in Aachen, Gabriel Schwarz in Hattstadt (Elsaß.) L. Kahn in Bibra bei Meiningen. L. Weinberg Lehrer in Bodcnselde (halb gerathen; den angedeutcten Art. bitte zur Prüfung einzusendcnl. B. Pesscn in Saalfeld Mstpr.) — desgleichen. Fcrd. v. Krzhwinos, August Kochmann gen. Stiesel in Posen. Lehrer Weißmann in Lubschan (die Auflösung und "UVU war von Mehreren eingesandt worden, aber sic ist falsch; die andere richtig.) Sali Cohen in Rees; mit folgenden Berschen: Als ich ans Sichern war verschwunden. Halt' Vater Sem ich gleich gesunden. Die Preise fielen auf: 1. den Schulamtscandidaten L. Kahn in Bibra. 2. Gabriel Schwarz in Haltstadt. Verantwortlicher Redacteur vr. Rahm er, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. >