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Jüdisches Familienblatt · 1885-01-01 · 24 (1885) · p. Seite 96

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1885
Issue
24 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 96 (sequence 4)
Language
German
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Zeilen so beliebt gewesen sind. Sonst haben die Afghanen mit den Juden nichts gemein; die Sprache ist durchaus verschieden, das häufige Vorkommen semitischer Gesichtszüge mag aus einer starken Vermischung mit Arabern oder andern semitischen Völkern, vielleicht auch mit Juden, die zum Islam übcrgetretcn sind, hcrrührcn. Die Juden in Afghanistan erfreuen sich eines guten Rufes, sie gelten als durchaus zuverlässig, ehrlich und treu im Geschäftsverkehr, sowie als intelligent, und haben den europäischen Reisenden, namentlich den Engländern, die mit ihnen in Verbindung standen, sehr wesentliche Dienste geleistet. Sollte Afghanistan je unter die Herrschaft einer civilisirtcn Regierung gelangen, so werden die Juden wahrscheinlich bestimmt sein, eine bedeutende Rolle zu spiele», indem sie ein vortreffliches civilisatvrischcs Element abgcben würdein M c tz. Allerlei für den Familientifch. Derlin, 4. Juni. Die Gesellschaft zur Beförderung des Christenthums unter den Juden beging heute ihr Jahresfest. Missionsprcdiger Daab berichtete über die Thätigkeit der Gesellschaft im verflossenen Jahre. Das Werk der Judenmission sei äußerst mühevoll-, cö sei jedoch aber ganz besonders bei diesem Werke erforderlich, nicht müde zu werden. Er habe im vergangenen JahretlIMissions-Prcdigtcn in Berlin und 48 in der Provinz gehalten. Im vergangenen Jahre wurden an 8000 Missionsschriften vertheilt. (Wer liest daS? R.) Ten Juden sei im vergangenen Jahre hauptsächlich durch persönliche Unterredungen und Vcrthcilung von Traktaten näher getreten worden. Vielfach seien die Juden durch die Antiscmiren-Agitation aufgeregt und dabcn die Missionäre anläßlich dessen ohne Weiteres abgewiesc». Wiederholt sei es vorgekoinmen, daß Inden die ihnen überreichten Schriften vor den dingen der Missionare zerrissen und mit Füßen getreten haben. Im Jahre 1884 habe er 14 Inden unterrichtet und 12 hiesigen Pastoren überwiesen. Getauft habe er im vergangenen Jahre zwei Jüdinnen. Gegenwärtig unterrichte er 12 Juden. Eine Anzahl wandernde Inden meldeten sich im vergangenen Jahre zur Taufen als sie aber hörten, daß sie dafür keine Bezahlung erhielten, zogen sie wieder ab. "Nest. Der hiesige Fraucnvcrcin hat im verflossenen Jahre 17 166 Gulden zu Wohlthätigkcitszwccken verausgabt, im Waiscnhausc 68 Waisen verpflegt und in der Volksküche 77 769 Portionen Essen (davon 11 491 umsonst) verabreicht. Baron Hirsch hat dem Verein 10 000 und dem Bolksküchcnsonds 3000 Gulden geschenkt. London. Die englische Gesellschaft zur Bekehrung der Juden, welche über ein jährliches Einkommen von 35 000 Psd. St. (700 000 M.) verfügt, hat in ihrem letztet, Jahresbericht im Ganzen zehn Bekehrungen zu verzeichnen! Kleine jüdische Churaklerziige. Bon Ui>. Hk. i» Brandend. 25. Der Dnbnoer Maggid «ud Reb Iankele. Der bekannte Dubnocr Maggid (populärer Wandcrprediger) hatte in einer jüdischen Gemeinde, nicht weit von Dubno, einen seiner volksthümlichen, die Zuhörer hocherfrcucnden religiösen Vorträge gehalten, und Alles dankte vcrchruugsvvll dem Maggid. Nur einer der Zuhörer schloß sich den Dankenden nicht an — Reb Iankele, mit den drei Beinamen: der Bechor - Schaute (Erznarr), der Pleitcmacher (Bankervttirer) und der Zowua (Heuchler). Bechor-Schaute nannten ihn Einige, weil er sich in alle Gemeindcangelegenheitcn, voi, denen er, der Unwissende, nichts verstand, überklug mischte und dadurch sein Krämergeschäft vernachlässigte: Pleitcmacher nannten ihn andere, weil er wiederholt einen nicht ganz geheueren Bankerott gemacht: Zuwua hießen ihn manche, weil er während des Bankcrotis oft in schaustellender Weise gebetet und in der Schrift gelesen hatte, um seine häßliche Handlungsweise zu bemänteln. Die» gelang ihm auch, obgleich viele Kreise die Strafbarkeit seines Thuns kannten, und so spielte er nach wie vor dem Bankerott den Aufgeklärten, schimpfte weidlich auf die Rabbiner und bergt. Das und Achnliches hatte er dcm Rachbar Christofskh, einem ebenso dunkeln Ehrenmann, gelehrig abgeguckt, der gleichfalls schon öfters einen betrügerischen Bankerott gemacht hatte und sich sonst beständig in Schmähungen über die Popen und andere Personen erging. Der Dnbnoer Maggid kannte Reb Iankele sehr wohl; das wußte dieser auch, aber gleichwohl halte er, närrisch, gemein und zügellos, wie er war, das brennende Verlangen, den, Maggid öffentlich einige Malicen zu sagen. Damit kam er freilich vor die Unrechte- Schmiede. Reb Iankele näherte sich zuletzt allein scheinbar ehrerbietig dem Maggid. Rabbi, sagte er, könnt Ihr nur folgende Schaalos (Fragen) beantworten: „Was nützt die Thorakenntniß? Ist dieselbe nicht ebenso S'choro (Waare) wie die meinige? Darschenr (predigt) Ihr nicht für Geld?" Diese Schaalos, erwiderte in aller Genüithsrnhe der Dubnoer, kann ich Euch sofort beantworten: Thorakcnntniß „macf)t den Narren klug" (machkimas pessi); hättet Ihr, Reb Iankele, Thorakenntniß. so wärt Ihr vielleicht etwas klüger, als Ihr jetzt seid. Thorakcnntniß ist allerdings auch eine Waare, aber schon insofern von der Eurigcn verschieden, als man jene niemals ans die Seitezu bringen trachtet. Sodann sagt Ihr, ich barschen' für Geld: nun, Ihr gannewt (stehlt, täuscht n. s. w., doch gar für Geld! — Riithsel-Aufgaben. Htz» I. Deutsches Silbenriithsel. Von I. Eckmann in Wcnbuvß a. W. Die beiden ersten — wir müssen c* nuf ISvöcit, Bis wir von binnen abflmueii werden. Tie dritte soll dein Herz nicht sein, sonst kann's sich nicht dcm Edlen weih'n. Das Ganze war einst ein berühmter Mann Und gehört für immer der Geschichte an. II. Kuchstabenrathsel. Bon Js. Herz barg Mit "1 (dl hat Gott er sehr mimalteu, Trum tvnf ihn Strafe, hart und schwer: Mit ') (li) uoii den Propheten allen War er geliebt, geehrt gar sehr. III. DiamunträttM. Von M. Lipschih in ftnmifc* W./Pr. ' a , 3. A l 2. A A A 3. A D E E J 4. K L M M M M N 5. KOOG 6. HSS 7. S 1, Die Buchstaben sollen nach nebenstehender' Jyifliuso gestellt werden, das; die wagerechte- Neihe 3. einen Buchstaben, 2 einen Sohn Jakobs, S einen Palästina benachbarten Volköstamm.. 4 eine Stadt in Prlästina, 5 einen See Palästina's, »J ein Erzeugnis; der >iälre, 7 einen Buchstaben, die senkrechte?)icil>c a—b eine Stadt in Palästina ergiebt. Auslösung der Kiitljsel in Ur. 32. 1. Elbe. Abel. Ebal. Elba. II. Scdom. Edom. Dom. , ME- Die Slufliiimifl der Preisräthsel folgt m iiiirf)in-r Vir. Verantwortlicher Redaeleur Dr. :It a h IN e r, Magdeburg. Druck von -ec a Willi ri ilvood.-lmra. Vertan von üobert iy riefe, ileipzig.

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