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Jüdisches Familienblatt · 1885-01-01 · 23 (1885) · p. Seite 92

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1885
Issue
23 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 92 (sequence 4)
Language
German
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92 - Zur Installations-Feier ir,.-Loge” des U.O.B.B. -chK. Magdeburg, den 31. Mai 1885. -Ä- Mel.: Vom hob’n Olymp herab ward uns die Freude. Was ist'8, was heut’ mit hehrem Frohgefühle Das Herz so ganz erfüllt, den Geist erhebt? Was ist's, das uns, fernab vom Weltgewühle, Im trauten Freundeskreis hier neu belebt? Es kündet’s das Auge, es jubelt’s der Mund, Dass wir geschlossen den Bruderbund! So mancher Bund umschliesset uns auf Erden Von uns’rer Wiege an bis hin zum Grab — Geboren kaum, da heisst es Jude werden, Hinopfern freudig sich mit Blut und Hab’. Frühzeitig schon wird so geleget der Grund Zur Opferbereit schaft im Abruhamsbund. Es wächst das Kindlein nun heran zum Knaben, Und lenket Geist und Sinn zum Ziel, dem holi’n; Verschieden sind vertheilt die Geistesgaben Doch Herzensbildung giebt die Religion. Er tritt vor die Thora, laut thut er es kund, Dass er sich weihet dem Gottesbund! „Es ist nicht gut, allein zu sein hienieden!“ So tönt das altbewährte Bibelwort: Im Herzen, das sich sehnt nach Lieb’ und Frieden, Da findet’s bald auch einen guten Ort. Segnend vereint dann des Priesters Mund Zwei treue Herzen zum Liebesbund. Da stehst Du nun im heissen Kampf des Lebens, Es rinnet von der Stirne Dir der Schweiss: Doch mühst Du wahrlich Dich nicht ab vergebens, Wenn Rechtlichkeit sich eint mit Deinem Fleiss. Und schlägt Dir das Leben auch manche Wund’ Heilung bringt sicher der Bruderbund. Des Lebens Sonne neiget sich zur Wende, Es sehnt zur Ruhe sich der müde Leib. Doch unerwartet naht sich oft das Ende, Der Abschied vom geliebten Kind und Weib. Schlägt, Bruder, Dir einstens die Trennungsstund’ Trost bringt den Deinen der Bruderbund. Drum, Brüder, lasst uns fest Zusammenhalten, In keiner Noth uns trennen und Gefahr — Lasst Wohlthun unermüdlich bei uns walten, Eintracht und Bruderliebe immerdar! Bis einst auf dem ganzen Erdenrund Alle umschliesset ein Bruderbund! Aus dem Spruchschutz des Talmud. Poetisch übenragen von Max Weinberg. Wer eines Anderen Lehre nützt, die Jener aus Erfahrung weis;, Erlangt umsonst ein köstlich Gut, das er erkauft um hohen Preis. Eine Brücke ist die Erde, keine Ruhebank zum Schlafen, Darum stetig vorwärts schreiten, sonst erreichst du nicht den Hafen. * » * Rauh sind die Wege allerort, Die dlirch das Leben führen, Und will's auch mal so glatt nicht fort, Nicht zagen und dich zieren. Wer will, der kann und bricht sich Bahn, Sich durch die Welt zu schlagen. Indes;, wer Eins nicht tragen kann, Lft Vieles must ertragen. * * Mir kam auf fernen Wegen Ein Weiser einst entgegen. Ich fragt': „Wohin die Reise?" „Zum Tode" sprach der Weise, „Zur Heimat meiner Väter, „Und wenn nicht gleich, doch spater." Mthsel- Aufgaben. 3 4 2 3 3 2 14 I. Arithmogryph. Von ®i. Lipschitz in W.-Pr. Ich bin gar wohl bekannt Im schönen deutschen Land, Ich geh' durch Berg und Thal, Mich schlöngelnd wie ein Aal. 1 2 3 4 Ich ehrte Dich nud brachte Dir, Mein Gott, ein Opfer dar, Da kam ein Bösewicht zu mir, Und mordete mich gar. Im heiligen Land mein Platz, Von Segen keine Spur; Im Innern berg' als Schatz Ich schwarze Erde nur. 3 4 2 1 Auf meiner Insel weilte Dereinst ein großer Sohn, Bon mir rasch er enteilte, Nach einem Kaiscrthron. II. Biblisches Mortriithsel. Von I. Herzbcrg. Wie heißt die Stadt, die ich Dir nenne, Die aus dem Pentateuch ich kenne? Wird dieser Stadt das Haupt genommen, Siehst Drl Israels Erbfeind kommen. So dieses Volk das Haupt vermißt, Wird draus — ein Haus, das heilig ist. Preis-Mtljsel. I. Deutsches Mortriithsel. Von Lehrer Mansbach er in Pctcrshagen. Ich ne»»' mit einem kleinen Wörtchen Verbunden Dir einen Ort Im Osten. Einen Völkervatet Erblickst Du, so ich bleibe fort. II. Hebe. Morträthsel. Von (5. in R. Fürs Auge zwar verschieden, doöh für das Ohr ganz gleich Sind meine beiden Worte, an Inhalt segensreich; Gar köstlichen Genusi Euch wohl das eine beut, Doch köstlicher »och ist's, wen» Ihr das andre seid. Auflösung der Uathsel in Nr. 21. Ararat. (a. ar. rar. Rat. rat'.) I. 0 il, SEM NEBEL D E B 0 K A H III Ioppe (Kleidungsstück und Name einer 8 A K A N Stadt in Palästina.) DAN xv. LiLv-Sonnc, DSV Svnagogendiener. Richtige Lösungen der Preisräthsel in Nr. 21 sandten ein: Paul Wcißmann in Lubschau. Nathan Ehrlich in Schroda. B. Pessen in Saalfeld O. Pr. S. Lejsmann in Aachen. Hermann Neinheimer in Odcrnheim. M. LcooS in Wolfenbiittel. A. Levin in Glogau. Isidor und Nathan Scheftelowitz in Güsten (Anhalt). Siegfried und Hermann Jaeoby in Saalfeld O.-Pr. Semmy Philipp iil^Liineburg. S Strauß z. Z. in DeMiold. I. Speher Lehrer in Stadtoldendors. L. Weinberg in Bodenfelde. Leopold Stein in Edenkobe». Amanda Scherk in Posen. Marie Freund in Radoschau. Rosa Bcrliner in Schneidemiihl. E. Koppel in Dresden. Leopold Grünstein in Meiningen. Gabriel Schwark in Hattstadt (Elsaß). Albert Mamlhcimer in Beuthcn O.-Schl. Moritz Prager in Sohrau O.-«chl. Gustav Hesje aus Egeln. I. Kaufmann in Esse». Meyer Proskauer in Proskau. Lehrer Wcrthan in Bibra (Meiningen). Dagobert Bericstcin im isr Waisenhaus zu Königsberg i. Pr (Der Waisenknabe Littmann das. das Arithmogryph.) Sali Cohen in ReeS. Lehrer Ritter in Polch. Heinrich Löivc und Tienchen Rahmer in Magdeburg. In Anbetracht der vielen richtigen Löser und Löserinnen haben wir 3 Biichetpreise vcrloost. Sie sielen auf: 1. Lehrer I. Speyer in Stadtoldendorf. 2. den Schüler Nathan Ehrlich in Schroda. 3. den Waisenknaben D. Bernstein in Königsberg. Verantwortlicher Redactcnr Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig. m: i i 167

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