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Jüdisches Familienblatt · 1885-01-01 · 22 (1885) · p. Seite 88

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1885
Issue
22 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 88 (sequence 4)
Language
German
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N — 88 — 4. Ich sage ihm die tzhaw'rußo auf. I» vielen Gemeinden ist es uralte Sitte, daß, wenn ein Gcincindcmitglicd gestorben, einer der Gcmeindcältesten sich vor der Beerdigung in's Trauerhaus begiebt, um dem Verstorbenen die XJT“cn, (d, i. die Gemeinschaft, die Zugehörigkeit zur Gemeinde) ausznkündigen, Hierbei bittet er zunächst den Todten im Namen der ganzen Gemeinde um Verzeihung für etwa ihm zugefügtes Unrecht seitens eines der Gemcindemitglieder, alsdann spricht er dreimal: N. N,, ich sage Dir die Chaw'rußc auf sowohl in meinem Namen, als auch im Namen der ganzen Gemeinde!" Durch diesen Act will man jegliche irdische Verbindung mit dem Todten aufhebcn und glaubt, ihm dadurch die vollständige Grabesruhe zu sichern. Will man auch im Leben irgend eine Verbindung mit einem Freunde oder Bekannten in geschäftlicher oder anderer Beziehung gänzlich aufheben, so sagt man auch wohl vergleichsweise: „Ich sage ihm die Chaw'rußc auf!" Allerlei für den Fnmilientisch. Eine Kag-lie-Gmer-Feier. Am Lagbcomer findet in der alten Gemeinde Bahonnc, die oft „Kleinjerusalem" genannt worden ist, 123/4 Uhr beim Minchahgcbet eine eigenartige Feier statt, Säule» und Lampen sind mit Guirlanden und Kränzen behängt und alle Kinder sitzen festlich gekleidet in de» ersten Reihen, Es ist „Kirchweihe" (Kirmes!) — beim es ist die Nachfeier der ersten Synagogcnwcihe in Bayonne, welche nach einer Wahrschcinlichkcitsbercchnuug um 1720 slattgefnndcn hat. Diesen Tempel nannte man Jeschibah (im Volksmunde Chibah also gleich wie bei den deutschen Juden die „Schul", Er stand auf demselben Platze, wie der jetzige Tempel und zwar bis 1837. Und Gesänge — 3 in hebräischen, 1 in espagnolischen Versen — verfaßte ein frommer Jude Namens Ledestma und diese werde» noch immer zur freudigen Erinnerung in der Synagoge gesnngcn, die hebräischen vom Chor, das Espagnolische von einem Kinde, Weder Inhalt noch Form bieten etwas außerordentliches. Es sind theils Psalmversc, theils Lobpreisungen, Bitten und Segenssprüche, welche der Feier angemessen sind und nahe liegen, — Was mehr Werth ist, als die Verse, das sind die Melodien, nach welchen sie gesungen werden, und die sich untilgbar eingraben in die Herzen derer, die sie als Kinder mitsangen. Denn nach diesem Kinderfeste, an welchem der Unterricht ausfällt, sehnt sich das Kindesherz, giebt die Gemeinde ihnen doch Kuchen! U. I, Monirnsen über Apion. In dem jüngst erschienenen 5. Band römischer Geschichte schilderte Mommscn die Persönlichkeit Apion's, des Judenfeindes im 3, Jahrzehnt der gewöhnlichen Zeitrechnung, mit folgenden Worten: „Auch ein Alexandrinischer Gelehrter und Schriftsteller, die Wcltschclle, wie Kaiser Tiberius ihn nannte, voll großer Worte und noch größerer Lügen, von dreistester Allwissenheit und unbedingtem Glauben an sich selbst, wenn nicht der Menschen, doch ihrer Nichtswürdigkeiten kundig, ein gefeierter Meister der Rede, wie der Volksvcrsllhrung, schlagfertig, witzig, unverschämt und unbedingt loyal". — Wer denkt hierbei nicht unwillkürlich an einen bekannten lügnerischen Judenfreund neuester Observanz?! Abraham ein Streber! Im Juniheft der bekannten Monatsschrift „Vom Fels zum Meer" findet sich S. 226—232 eine psychiatrisch-kulturgeschichtliche Studie: Größenwahn und Streberthum von I. A. Schilling, Aus der auch in anderer Hinsicht merkwürdigen Studie möchten wir nur auf folgenden Passus (S. 230) aufmerksam machen: „Blättern wir nur ganz kurz in der Geschichte der Völker bezüglich des „Streberthums". Da finden wir im alten Testamente schon den Patriarchen Abraham, der mittelst der Schönheit seiner Jscha Rahel(?) tvucherte und strebte und sich dadurch einen sehr guten Haushalt gründete, (Genesis XII, 14 und 16 rc,). Im Anfänge dieses Jahrhunderts versuchte auch ein vielschreibender Litterat gleicher Weise mit seiner nicht schönen Rah el zu streben," — Sapienti sat! _ Wachset-Aufgaben i Htz» I. Diamanträthset. Ben Lehrer Labor bei Brombcrg, Die folgenden Buchstabe» sind in der hier gewählte» Aorm derart zusammen zu stellen, dast die einzelnen Reihen ergeben oben und eine» Buchstaben, <a) A A A A B B D D D (c) E E E E H H II (d) L M N N N ORR 8 0» a—b denselben Prophetinnamen wie o—d. Lohn Noah's, Naturerscheinung, Prophctinuamen, Verwandter Abrahams, Lohn Jacobs. I I. Deutsches Duchstaben-Däthse!. Von I. Kaufmann, Lehrer in Essen. 1. nnsern Lippen sich entringt, Wenn wir vom Schönen sind entzückt: 2. 2. zum Himmel hach sich schwingt. Doch weh' ihm, wenn ein Schuß uns glücke. Sehr theuer ist was 2. 3. 4., Drum 4. 5. 6. ich gebe Dir: Such' in der Bibel das ganze Won, Nun 4. 5. ti.', wie heißt der Crt? III. Deutsches Homonym. Bon Lehrer A. Speier in Heinebach. Als Kleidungsstück bin ich bekannt, Als Stadt such' mich im hei'gcn Land. IV. Hebräisches Homonym. Bon Herzbcrg, Lehrer, Lies midi von hinten, lies mich von vorn, Ich bleibe immer derselbe Born, Dem Licht und Wärme entquillt. Doch nenn' ich Dir auch den dienstbaren Geist, Der in dem göttlichen Hause zumeist Den Willen der Obern erfüllt. Auslösung der Rätlssel in Ur. 21. II. Wo che n fest. Auflösung der Preisräthscl. I, Man». Manna. II, 0U Mutter, NL Toter, NYU Wahrheit, Wedelt, Lbadja, bhirurg, Horeb, Eule, Ncheinia. Fontainebleau, ökphraim. Singaporc Tabor, _ Die Namen der richtigen Auslöser nebst PreiSvertiindigung in nächster Nr. Verantwortlicher Rcdactcur Br, Ra Hitler, Magdeburg, Druck von ■Ä ■.JMmMT

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