Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1885
- Issue
- 18 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/6492351-9586216-9585153--0349-9585157- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Allerlei für den Familientifch. Eine neue Narration der TeU-Sage bringt die „Lcmpheimer Zlg." in einem „Eingesandt". Es heißt dort anläßlich einer Prüfung in der israelitischen Schule, bei welcher der Kantor bedeckten Hauptes examinierte, was, wie es scheint, etlichen Besuchern nicht gefiel: „Welche von ihnen stierten giftigen Auges de» kantorischen Hut an, als wollten sie ihn a la Tel! den, Träger vom Kopfe schießen." * * # Euriofnm. Zur Ergötzung der geschätztett Leser theile ich folgende Pröbchen von Gelehrsamkeit aus „Kürschners Taschen-Cvnvcrsations-Lexikon, Berlin und Stuttgart v. I. (1885?) mit: Moses, Gründer der israelitischen Religion; zuverlässig ist nichts von ihm bekannt; wirkte wahrscheinlich am Sinai. Berbindung mit Aeghpten sagenhaft, Zeit unbestimmt (ca. 1500 v. Ehr.) Esther, Titel eines in der Bibel aufgcnommenen hebräischen Romancs, welcher wahrscheinlich erst z. Z. der Scleukidcn entstand. Cohen-Rees. Kleine jüdische Charakterrüge. Von Hp. Kk. in Brandend. 31. Einer der da lügt, obwohl er dir Wahrheit sagt. Als Petidant zu Rr. 20 dieser kleinen und netten Charaktcrzügc (in Nr. 15 des „Familicnbl.") sei hier Folgendes mitgethcilt. Ter Chase» einer kleinen Gemeinde lebte mit der strengen Wahrheit auf gespanntem Fuße und hatte sich dadurch den nicht gerade ehrenvollen Namen eines „Sch'koriin- Machers" (Lügners) erworben. Als er am Sabbath n1?® 'S den Wochenabschnitt aus der Thora vorlas, passirte es ihm, daß er den letzten Abschnitt — bekanntlich der 3. Abschnitt der Krias Sch'ma — aus alter Gewohnheit mit den Worten: DD'n1?» '3K schloß (das letzte Wort steht in der Thora nicht). „Seht — sagten die Zuhörer — einmal sagt unser Chase» „Emmes" (Wahrheit) und da ist cs doch „Sch'korim". 33. Der Zeiger taugt nicht«. (Bergl. Nr. 52 v. I.) Die Priorität dieses „Bonmots" gebührt dem seligen Oberrabbiner Löb Carlburg in Crefeld. Dieser hielt einst in der Synagoge eine Rede, welche einem Zuhörer zu lange zu dauern schien. Letzterer erhob sich oft, zog die Uhr heraus. um die Alifnlcrksamkeit des Redners auf die abgelaufcne Zeit hinzulcnken. Dieser, den Wi k verstehend, gab seiner Rede ungefähr folgende Wendung: „Es verhält sich mit unserm Gegenstände wie mit einer Uhr. Der Besitzer schätzt sie oft sehr hoch wegen deS mit Edelsteinen besetzten goldenen Kastens, der das Räderwerk umschließt. Leider hat aber die Uhr einen Fehler, der ihren Werth sehr herabmindert und zwar: „Der Zeiger taugt nichts!" Der „Zeiger" hat während der Predigt nie wieder die Uhr gezogen. Cohen-Rees. Aus dem Spruchschatz des Talmud. Poetisch übertragen von Max Weinberg. Eh' abgcstäubt der Schuh, den Dn beim Kans getragen, SSiet’ deine Waare aus und such' sie loszuschlagen. Kann ich nicht nielir unter 'Menschen sein, Ich tage lieber in, Tvdtenschrein. ' * Wahrheit sronnnt Von wein sic auch konnnt. -Aufgaben. I. Deutsches Räthsel. Bon Lehrer I. Herzberg in Aerzcn. Lag nie in Dir, o Freund aufkommcn, Was Dir incin Wort thilt heute ktlnd, Denn nur die Liebe kann Dir sromme», To spricht des etvigen Schöpfers Mund. Wird all dies Wort ein Laut gehängt, Hast Tll der Liebe Musterbild Es wird alsbald. Dein, Blick gelenkt Alts eine Frau, slclS lieberfnllt. II. Arithmogryph. 6 7 Bon demselben. eine Pflanze, eine kanaanitische Stadt, ein F-abrzeng, eine Mthselart, ein männlicher Name, ein deutscher Fluß, ein inneres Orgau des menschl. Die Anfangsbuchstaben ergeben den Vornamen, und 12 3 8 2 1) 8 7 10 8 7 6 11 12 4 2 13 Ö 5 13 0 14 9 (> 14 6 9 Ü 7 Körpers, die Endbuchfür die Emanzipation buchstabcn den Familiennamen eines Kämpfers der Juden. III. Hebraisches-Deutsches Kuchstaben-Riithsel. Von Lehrer I. M a n s b a ch c r iit Petershagen.*) Fünf Zeichen, recht gestellt. Bedeuten einen Lrt Cft in dem Bibelwort. Die Zeichen umgestellt, An richt'gen £vt gebracht: Ein Jeder ist's von uns, Sv richtig du gedacht. IV. Hebräisches Arithmogryph. Von E. in R. 3 2 1 zuckt aus der Wolke mächtig, 13 2 macht oft die Webe prächtig: 2 13 macht Dir das Geh'n beschwerlich, 2 3 1 Das Wandern oft gefährlich; 12 3 nach Kämpfen und Debatten kommt Dir's gar sehr zu statten. V. Hebräisches Silbenrüthsel. Van I. Oppenheim Lehrer in Barchscld. „Ein Pünktchen drin, Hat» inanchcrlei Sinn; Ein Pünktchen drüber, Jst'S mir viel lieber; Ein Pünktchen drunter und getrennt, Als großen Mann die Schrist ihn nennt. Auflösung der Rüth sei in Nr. 17. I. Liberal Elijah» ~> Land s Pleökow S «i Orsini J. ä Leising ’S Daniel o Zeno 5 £ Urne g Nikolajew Zange II. Johanna — Hanna — Anna — Johann. in. a-'xbs - '3*60 - *) Nicht „Patienten," wie cs in einer früheren Nr. hieß. Verantwortlicher Redactcnr Di. Rahm er, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig. f