Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1885
- Issue
- 17 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 4)
- Language
- German
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in gütiger Gefälligkeit die Wahl ließ, ob er durch Pistolen oder Säbel in „Abrahams Schoß" eingehen wolle. „Wählen Sie die Waffe, wovon Sic sich den meisten Erfolg versprechen, hieß cs und sorgen Sic für eine Assistenz, wie ich dies ebenfalls gethan habe". Auf dem Gesichte des Herrn Cohn erschien zuerst ein Zug ernsten Nachdenkens, der aber einem grimmigen Lächeln Platz machte, als er, sich erhebend, sagte: „Entschuldigen Sic einige Augenblicke, damit ich das Nöthige besorge, dann will ich de» Herren sofort zu Diensten stehen. Nach etwa lO Minuten trat er in Be- , gleitung zweier Arbeiter wieder ein und sagte, indem er seine» Meterslab zur Hand nahm: „Diejenige Waffe, womit ich die schönsten Erfolge erzielt habe, ist meine Elle, welche auch diesmal ihre Schuldigkeit thun wird. Sekundanten an die Arbeit!" Damit griff, er zu, die Arbeiter faßten an und in einigen Minuten waren Duellant und Sekundant gründlich verarbeitet, damit beschäftigt, die Güte des Cohn'schen Straßenpffasters zu untersuchen, wobei ihnen Herr Cohn hohnlächelnd zurief: „So, meine Herren, habe ich Sie nach Wunsch bedient, imb empfehle ich mich für weiteren Bedarf. Auf reelle Bedienung können Sie stets bei mir rechnen". — Das war das berühmte Duell von L., wovon die Gerichte bis heute noch geschwiegen haben. Es kan» zur Nachahmung bestens empfohlen werden. Das Pe^ach-Gefcheuk des Rabbi.*) Zum Pcstachsest erhielt ein Rabbi Pan einem fyveunb' ein Habchen Bein; Der lnd sogleich manch' liebe Miste;)mn „Lederabend" zu sich ei». Als diese nun erschiene» waren, Ta zapfte man vom Fast den Wein; Dach, stal! dee rost>en Rebensastes Flost Wasser in den Itruj) hinein. War böse Absicht hier im Spiele? Wollt' teinschen man de» srommeit Mann? Tie Gab' kani sa non einem Freunde, lind Tritt, war'» tiicht, was der ersann. Tie» ist jedoch die Sacherklärung: Nicht Einer war'», der ganz allein Ten Wein dem Rabbi senden wollte: Ter Geber wollten Viele sein. Doch dachte Jeder: da da» Fässchen Gestillt von Andern wird mit Wem, So dürft'» nicht schadet,, wenn er selber Ein Fläschchen Wasser göß' hinein. Räthsel-Aufgaben. H arrow, April 1887. C ho tz n c r. I. Deutsches Silben-Uiithsel. Von A. Sabor in M. Aus folgenden 20 Silben: be da e el ge hu ja jew ko kon la les li li uo ni ni ni ne o or ples ral si sing ur?id zan ze. sollen 11 Worte gebildet werden, deren Anfangsrefp. Endbuchstaben von oben nach unten gelesen die Wnmcn .zweier bedeutender jüdischer Männer der Gegenwart, eines Gelehrten und eines Parlamentariers^ ergeben. Die Worte bezeichnen: 1. gemeinsame Eigenschaft beider Männer. 2. einen Propheten. i 3. einen römischen Dichter. 4. eine russische Gouvernements-Stadt. 5. ein berühmtes Fürstenhaus in Italien. 6. einen deutschen Dichter. 7. einen Propheten. 8. einen griechischen Philosophen. 0. ein (besäst. 10. Kriegshaseu und Festung in Nunland. 11. ein Werkzeug. RI. Deutsches Uamen-Uäthsel. Von Jacob Kaufmann, Lehrer in Essen. 3« einem Namen, liebes Mtiiö, Vier Eigennamen enthalten sind. 1. Eine Jungfrau bin ich, Dir wohlbekannt, In Frankreichs beschichte oft genannt. 2. Streichst Tn die erste Silbe fort. So stand ich einst au-heil'gem Ort. 3. Noch einen Lallt von vorne streich' Dann hast Du mich von Oesterreich. 4. Doch nimmst Du die letzte Silbe mir gleich. Bezeichne ich König und Kutscher zugleich. III. Hebräisches Logogrqph. Von l£. in N. „Von Deinem Leibe bleib' es fern!" So lautet ein Gebot des Herrn. Nun klug die Zeichen combinirt! Ein GotteSmann dann austnarschirt, Aus dem ein Engel wird crsteh'n, Wenn wir geschickt das Wort umdreh'n: Doch vorher werde noch gefegt Sein erster Laut zu allerletzt. Auflösung der Uäthsel in Ur. 16. Aus dem Tpruchfchatz des Talmud. Poetisch übertragen von Max Weinberg. Durch m e h r thun, als dazu gehört, Ward oft schou „gut" in „schlecht" gekehrt. * * * Besser ein Nachbar, der nah ist, Als ein Bruder, der nicht da ist. * * * Leicht lernt man da» Schlechte Und so schwer da» Rechte, * * * Tie Leuchte am Tape, Wa» »istst sie dir, sage? * » * töast du Wiste», wa» febll dir? Fehlt dir Wissen, wa» bleibt dir? Auch Meisters Kunst ein End' hat, Wenn er kein Instrument hat. *) Nach dem Englischen im „Evrnhill Magazine", April 1885. I. Adam. Madame. II. Jona - Nathan, Douatha». III, a. Nissan, Nassi. Innere -Krankheit), n'm (Kuchen,. Das Göthc'sche: Ueber allen Gipfel» ist Ruh'. Ins Hebräische überseht vvtl Or, Mandelkern in Leipzig. Ei» Gleiches. .nnaan d'-ect nisB-bsa ' Wixn roarpri;naoT „-ins -csn asa xJTisn :nns d: min enn Ueber allen Gipfeln Ist Ruh: In allen Wipfeln Spürest du Kaum einen Hauch; Die Bögleiu schweigen im Walde. Warte nur, balde Ruhest du auch. Verantwortlicher Redacleur Or. Rahmer, Magdeburg. Druck von D, L. Wolst, Magdeburg, Verlag von Robert Friese, Leipzig. (