Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1885
- Issue
- 13 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/6492351-9586216-9585129--0325-9585133- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Geisa 1× ep/1044602
- Wrocław 1× ep/1002369
OCR text
— 52 Seit jener Zeit sind IS Jahre verflossen, aber welche Wandlungen sind in jener Zeit mit der Familie W. vorgegangkn. — Herr Musikdirektor W., ein Mann von edelstem Streben und rastlosem Fleiß, der seine Familie in Ehren ernährt hatte, starb, und hinterließ der Frau und de» Kindern einen sehr geachteten Namen und drei Musikinstitute. Leider beging die Wittwe die Thorheit, einen jungen Lehrer zu heirathen, der ihren Kindern zweiter Vater sein und ihr Gut bis Großjährigkeit verwalten sollte. Allein er verkaufte die Institute und ging mit der Familie in's Ausland. Hier vermochte er keinen festen Boden zu fassen und kehrte nach Deutschland, aber nicht nach Berlin, zurück. — In H., wo sie sich niederließen, begründete er ein Musikinstitut, das schon begann gut zu gehen; aber wie er das Vermögen seiner Gattin ruinirt, so suchte er ihrer Kinder Seelen zu vergiften. Er rühmte sich des Atheismus und verbot je in der Erziehung Gottes zu erwähnen. In die Schule, in welche die Söhne gingen, wurde von ihm in cynischcr Weise prvvocirt, daß man seine Grundsätze kennen lernte. Die armen unschuldigen Kinder mußten das Gymnasium verlassen. Viele Schüler gingen von seinem Musikinstitute ab — und Herr A. beschloß wieder nach Berlin zu übcrsicdeln — und, trotzdem er die Firma seines Vorgängers dort verkauft hatte, wieder ein W.'sches Musikinstitut dort zu begründen. Dies geschah auch. Damals streute der Antisemitismus gerade seine giftigsten Blütheu! Da wurde Herr A. eifrigster Antisemit«! und Assistent des berüchtigten Hcnrici, in dessen Versammlungen er eine Hauptrolle spielte. — Vergebens flehte und bat die Gattin, die er mißhandelte, er möchte umkehren! — Natürlich blieben die jüdischen Schüler fort, die jüdischen Verwandten sagten sich von Fr. W. los, ihre älteren Söhne verließen das Haus. — Die Verhältnisse verschlimmerten sich und unrettbar wären alle verloren gewesen, wenn die jetzt alternde und oft kränkliche Frau nicht auf eigenes Risico ein neues Institut angcsangen hätte, an dem sie mit aller Energie arbeitet, nachdem sie sich von dein Gatten getrennt hat, der in's Ausland gegangen ist. Uäthsel- Aufgaben. Preis -Riithsel. I. Deutsches Morl-Räthsel. Von E. in R. Der Jordan ist's und auch der Rhein, Die Dona» und der Nil; Verbunden kann'« sehr nützlich sein, Doch schaden auch gar viel. II. Hebräisches Morträthsel. Von Dr. 9(. in W. Wer mich besitzt ist hochgeehrt, Mit ihm ein Jeder gern verkehrt. Und der von Gott so ward genannt Ist Bibelkundigen bekannt. Nimmst Du das erste Zeichen fort, Ich bin ein viel gebrauchtes Wort: Wo nur Gebet zu Gott aufsteigt. Errath's — dann ist die Lösung leicht! Und nimmst das zweite Du auch fort, So bleibt, was Er, der »nscr Hort, Einst Israel in seiner Gnad' pc lange Zeit verliehe» hat. Mein Kops und Fufi sind beide gleich. Laß ersten stehen, de» letzten streich', Ein viertes Wort alsdann entsteht, Gar oft gebraucht es der Prophet. I. Diamanl-Rathsel. Von I. Herzbcrg. Diese Buchstaben' sind nach nebenstehender i* . A. I-igur so zu stellen, das; sie wagerecht ergeben: 2. A A A 1. Einen Buchstaben, 3. A A A B C 2. Einen bibl. Namen, 4. F H H H I J J 3. Einen Propheten, 5. J L M M NNN 4. Eilten isr. Königssohn, 6. N O 0 O O 5. Einen Richter in Israel. 7- R. 8 8 tt. Einen Verwandten eines unserer Erzväter» 3- T 7. Namen des Sohnes von Nr. 2. b. 8. Eilten Buchstaben. Die Reihe a-b nennt ein Königssohn. II. Hebr. Mortuub öuchltabenriithsel. Vo» C. in R. Der Feste Jahr hat angcfangen Und Lust in unsre Herzen dringt: Trum wollt verzeih'» das llntersangcn, Wenn Euch Freund C. ein Rübchen bringt. Ihr iniist» es tvvhl in Ehren halten, Wenn Ihr Cdaransses »lischt zum Mahl, Wenn P c s s a ch soll sich euch gestalten, Wie Gottes Wort cs uns befahl. Ward' Euch an ihn, mciit Nüstchcn fehlen. Ihr ständet da mit leerer Hand, Mit Belsazar und zn erzählen, WaS er gesehen an der Wand. Doch klug wie Daniel könnt ihr stnden Die Lösung, die das Richt'ge tristst: Roch süngst am Sabbath liest verkünden Man dentiich e» ans heiliger Schrift. Fetzt habt den Schlüssel Ihr, zu nennen Mir einen Sohn de» Kanaan; Doch wer sofort ihn will erkennen. Der seh' sich rech! den Nissan an. Und was von ihm die Schrift verkündet, Das zeigt Euch gleich den schwarzen Sohn: Und wer zuerst ihn hat ergründet, Dem sei die Lösung schönster Lohn. Der kann CharansteS ganz so mache», Wie vorgeschricben er es sieht: ... « Er braucht daS Rjistchen nur zu krachen, Das, ich ihn, gern ans Pestach bietst III. Zwei hebräische Homonyme. Bon C. in R. 1. Zum Schmucke dicnt's Zur Speise sows Q'TVV 2. Wohl sollen Bitt'res nur damit umhüllen, Nach weisen Lehrers frommer Sitte, Doch nie dars's nns mit Bitterkeit erfüllen, Es bleibe fern ans linf'rcv Mitte. Auflösung der Röthsel in Ur. 12. I. Peter «. Aargan Saniaria Z S. s e Sperber S Arno Haarlem II. Erder, Chedcr, Feder, Leder, Tu. Seder, (“HD) Zeder. III. HS Schlinge (Netzt hat an Anzahl 88, Lebensalter unseres Kaisers. IV. Bei Lcmech, dem Vater Noah'S, steht geschrieben (I.B. M. 4, 24): 77; (er erreichte übrigens ein Alter vo» 777 Jahren (ib. st,31). T7E. Der König wurde 88 I. alt. Nichtige Auslosungen sandten ein: Lehrer Jacob Kansmann in Essen a. SR. A. I. Hosinann in Franksnrt a. M. Jnlins und Max Stranst in Barchfeld. F. W. in Cöthcn. L. in Aachen. Lehrer Goldschmidt i» Geisa. Cantor Levin in Glogan. Gabriel Schwartz in Hattstatt. Jena» Löwenmuts in Uelzen. E. L. in Dresden. Siginnnd Singer in Frankenthal. Sali Cohen in Rees. SB. Chrzelitzer in Lcobschntz. Lehrer Weist»»»,,, in Kätscher. Joseph Feiner in Sonsheck. Markus Wolserinann and Jnlins Herrniaiin in Barchfcld. Michael PoSner in Altklostcr. Isidor Prinvig in Grandcnz. Abr. Brornberg in Aachen. Fra» Lustig in Breslau. Lehrer Wcrthan in Berleburg. Lehrer Schlost in LInhaus .. Verantwortlcher Redactcur vr. Rahrner, Magdeburg. Druck von D. L. Wolsf, Magdeburg, «erlag von Robert Friese, Leipzig: f