Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1885
- Issue
- 9 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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36 auf die Anfrage des Herrn 2S,: „wer berichtigt rcsp. vervollständigt diese Liste?" wenigstens einigermaßen antworte» können. _ _ (Schlich folgt.) Allerlei für den Familientisch. Purim und Schlauch monautz. Sollten es nicht Klänge aus der lieblichen Jugendzeit sein, wenn Hieronymus Lorm — bekanntlich jüdischer Abstammung — in einem „Philosophie des Faschings" überschriebcncn Artikel der „Gegenwart" Nr. 7 sich folgendermaßen äußert: „Heute ist man derb und materiell — man nennt cs realistisch.-Zum Glücke bleibt ein Idealismus, der des Herzens, immerdar gcivahrt, und geht er nicht mit den Masken, so schreibt er über dieselben — in Gestalt der Wohlthätigkeitsfeste. Unterhalt und Unterhaltung sind verwandle Wörter) der Ticssinn der Sprache, der nicht selten lahme Geister mit guten Gedanken beschenkt, kann auch matte Herzen an lobenswcrthe Empfindungen erinnern. Wer sich unterhält, der soll sich verpflichtet fühlen, zum Unterhalt Anderer beizutrage»; wer das Leben nur schützt um des Genusses willen, den cs hat, der mag sich Jene vergegenwärtigen, die es schon als Genuß schätzen, wenn sie nur zu leben haben." Merlin. Die „Jllustrirte Zeitung" bringt in Nr. 2172 das Bild und eine begeisterte Schilderung der Opernsüngerin Lola Bccth, welche seit April 1882 dem Berliner Hvftheater angehört und auf dem Wege zu sein scheint, als Stern erster Größe am Theaterhimmcl auszustrahlcn. Diese Dame, welche auch in Wagner'schen Opern initsingt, gehört auch zum — Judenthum in der Musik. „Dic frommen israelitischen Eltern" (sagt das genannte Blatt) „ließen ihr im Jahre 1862 in Krakau geborenes Kind, nachdem sie frühzeitig nach Lemberg übergesicdclt waren, wohl in der Musik unterrichten, sowohl im Älavicrspiel wie im Gesang, aber der Gedanke, sie einstmals als Darstellerin einer Rolle vor den Prosceniumslampcn eines Theaters erblicken zu müssen, würde sie gewiß mit nicht geringem Schreck erfüllt haben. Knospe und Blllthc zugleich, ein viel leistendes und noch mehr versprechendes Talent, scheint die Künstlerin dazu berufen zu sein, dereinst auch die größten Aufgaben, welche der dramatische Gesang stellt, siegreich zu bewältigen. Saris Ungemeines Aufsehen erregte die kürzlich vollzogene Trauung eines Paares von Proselytcn in der Synagoge der rns des Tournelles. Braut und Bräutigam waren als Christen geboren; sie sollen (man weiß nicht aus welchem Grunde und es dürfte interessant sein zu erfahren, worin dic Kirche der Synagoge erschwerend über ist) vom Geistlichen dic Trauung nicht haben erlange» können, und da sie auf die religiöse Einsegnung nicht verzichten mochten, wandten sie sich dem Judenthum*) zu! (Das stimmt noch nicht. Dieser eine Grund hätte dic Katholiken zuni Protestantismus geführt. Aber zu der „Erschwerung" des Judenthuines?) Jedenfalls ist das ein Zeichen dafür, daß groteske Erscheinungen, wie der Verein der Antideisten (welcher seinen Mitgliedern die Anwendung des Wortes „Gott" untersagt — auch „Adieu" ist abgeschafft — und in einem Tingeltangel der rue Oberkampf seine Sitzungen hält) nicht Symptome allgemeiner Religionslosigkeit sind, sondern nur lokale Krankheitscrscheinungen des Denkvermögens, welche der Gesammtheit Lachstoff bieten. — Einer jüdischen Dame schrieb Eduard About, der jüngst verstorbene Journalist, in's Stammbuch: „Bis zu einem gewissen Punkte kann ich's begreifen, daß Pharao die Hebräer hat ziehen lassen. Aber wie alt ist denn dieser Unglücksmcnsch gewesen, daß er ihre Frauen nicht zurllckbehalten hat?" (About wußte sicher nicht, daß Pharo dies versucht hat, da er Mojes zurief: „Geht doch ihr Mä nn er!" 2.B.M.C.10V.11.) *i Wir hätten gern erfahren, ob „Miiah" vollzogen nnd die „Rltägigc Frist" cingehaiten worden ist. (Red.) I 2 3 4 5 1 7 8 9 (S 2 8 7 lü 11 6 12 2 2 13 » 5 12 13 11 4 14 4 8 15 ti 16 8 12 10 11 4 8 12 2 9 2 8 6 2 14 5 8 13 11 11 4 G II 16 15 I. Zweisprachiges Silbenrälhsel. Von LI. in Magdeburg. Ein Judenfeind warf einmal mich flu aller Juden Freud'! — Ein Jttdensreund nahm doppelt mich Trug mich an feinem Kleid! U. Hebräische Silbenriitbsel. Von I. Eck mann in Nienburg (ähnlich auch von S. Miillcr in Themar) a. Mit einer Silbe Tu nennest, was kam von oben herunter, Ein Laut voran nnd Tu rveistt, tvcr kam von unten hinauf, b. TaS Wort im Der, tf chen bezeichnet ein entsetzlich Verbrechen, Zwei Zeichen hebräisch Hinz» — verhindert hat er cs selbst. III. Deutsches Silbenriithsel. Von G. Werth an in Berleburg. Aus folgenden 14 Silben find 5 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten gelesen den Namen eines jüdischen Festes und deren Endbuchstaben von unten nach oben gelesen eine Person, welche eine Hauptrolle dabei spielt, ergeben: a as ho je me mi unf or pe vu vut se see u Die Worte bedeuten: 1. Einen Berg in Palästina. 2. Einen See in Arnienien. 3. Ein biblisches Buch. 4. Einen König von Juda. 5 Einen Stanrmnamen. IV. Deutsches Aritljmogryph. Von Wilde!m Ehrzeliper in Oberglogan. Eine Stadt in Griechenland. Ein See in Asien. Ein biblischer Eigenname «weiblich) „ „ „ nnännlick» Eine Stätte der AnbeUmg. Ein deutscher Eigenname (männlich). Ein biblischer Eigenname (weibliche. Eine Stadt tn Palästina. Eine Stadt in Deutschland. V. Deutsch-hebräische Homonyme: a) Bon I. Cornelius in Rotenburg a. ,"y. Hat das „Deutsche" das „Hebräische" gefüllt, Ist gar oft auch schon die Lust gestillt. Ich dars's Dir sonst wohl mcht empfehlen, Doch kann manch braver Mann davon erzählen. Und wenn cs Purim hätte jeder Mann, Hätt' er nichts als seine Schuldigkeit gethan. b) Bon R. in Magdeburg. In Aegypten eine Stadt, Längst der I-einde Beute. Doch hebräisch findet's statt Ost im Jahr' — auch heute. Auflösung der Uäthsel in |tr. 8. I. Purim. Uri. II. -re*« (i. B. M. 4,i4). nrip« in. Pleti .. „ Uria 8 ,Z Rudolph Iiaac Mamre Finnland Esther Socho Tlmmntim Richtige Auflösungen saudten ein: Von Nr. 8 I—in Lehrer Plaut in Wattenscheid. Eugen Szkolnh in München. Jette nnd Klara Stern in Ehlingen. L. in Aachen. Ernst Jaffs in Dt.-Kronc. Sali Eohen in Rees. Markus Wolfermann in Barchfeld.' Lehrer Weißmann in Kätscher <1. 3). Lehrer Wertban in Berleburg (1. 3). Gabriel Schwarz in Hattstatt (1. 2.) Lehrer S. A. Friedberg in Koblenz (n). Sylvins und Paula Pick in Beuthen O.-Sch. (1. 8.) Herz Cohen in Creseld (1. 3). Lehrer I. Mannsbacher in Pctcrshagen (1. 3.) Bi. Lipschitz in Konix (1.) Richard Pacharzewiski, Heinrich Löwe, Felix, Frieda und Ernesttne R. in Magdeburg. Lina Eckmann in Nienburg a. W. il). Lehrer L. Weil in Eschweiler. Von 9h'. 7. Aron Hamei, EnltuSbeamter in Winzig. Lehrer Weiymann in Katschen. Herz Cohen in Creseld. I. Basch in Reniomischel. Sali Cohen in Rees. S. Ries in Bruchsal (Baden). Berichtigung. Im Preisräthsei I muß cs in der vorletzten Zeile heissen: Reihe 2—4 (statt 3—4,. oqr- Die richtigen Auflösungen und Auflöser der Preisräthsei folgen in nächster Rümmer. „ % ’S' 2513 .§ 'S ~ ä fass sD S K Vcrantwortlcher Redakteur Or. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.