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Jüdisches Familienblatt · 1885-01-01 · 8 (1885) · p. Seite 32

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1885
Issue
8 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 32 (sequence 4)
Language
German
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— 32 - Interesse bietet das Haus Nr. 16 in der Poststraße, das der bekannte „Münzjude Beitel Ephraiin" von dem Baumeister Dietrich erbauen ließ. Bekanntlich übertrug der König dem Hofjuwelicr Beitel Ephraim 1754 die Prägung der Landesmünzen und nach der Besitznahme von Sachsen während des 7jährigeu Krieges das neu einzurichtcude Münzwesen des eroberten Staates. Dabei zog sich Ephraim durch die Ausgabe der schlechte» „sächsischen Drittel" oder „Blechkappen" den Haß des Volkes zu, das seine äußerlich glänzend gesottenen, innerlich werthloseu Münzen verspottete: „Von außen schön, von innen schlimm, von außen Friedrich, von innen Ephraim." — Trotz aller Angriffe überhäufte der König Ephraim mit Gnadenbeweisen, da dieser durch seine geschickten Geldoperationen dem finanziell bedrängten Friedrich die Mittel zur Fortführung des Krieges verschaffte. Seine zahlreichen Nachkommen traten später zum Christenthum über und legten sich die Namen Ebert, Eberty und Ebers bei. Der letzteren Familie gehört der berühmte Egypsologe und Romanschriftsteller Georg Ebers an." (Der Großvater des Letztgenannten ist bereits im Anfang dieses Jahrhunderts zum Christcnthum übergetreten.) lieber die in Konstautinopek wohnenden K arä er berichtet „Jcw. World." Folgendes: In einem Armenviertel (Haskiüi) nach dem goldenen Horn hin stehen etwa 30 Häuser und Hütten, in welche» 3—4000 Karäer wohnen. Kein Reicher, aber auch kein Armer ist unter ihnen. Sic haben ein Gotteshaus und eine Schule. Nach ihrer llcberliefernng wohnen sie hier seit Konstantin. Die sprechen griechisch, zumeist auch türkisch und Viele verstehen hebräisch und das Spaniolische. Der Haß und die Entfremdung zwischen ihnen und den Rabbaniten ist gewichen. Nur die verschiedene Gesetzesauffassung trennt beide Theile. Ihr kleines schönes Bethaus gleicht völlig einer Synagoge. Ihre Thorarollcn sind schön geschrieben und stammen höchstens aus dem 15. und 16. Jahrhundert. In der Festsetzung der Monate herrscht große Unordnung. Einige warten bis die Versammlnng der Gelehrten den Beginn festgestellt hat, Andere setzen ihn für sich an. Am Sabbath haben sie durchaus keine Feier. Auch die Schlachtregeln find anders als bei uns, doch essen sie an manchen Orten das von Rabbaniten Geschlachtete. Zumeist aber enthalten beide Theile sich des Genusses des nach der Lehre des andern Theils Geschlachteten. Ihre Schule wird von 40 Knaben besucht, die dort die Bibel griechisch übersetzen und türkisch lernen. Die Mädchen welche bisher gar keinen Unterricht erhalten haben, schicken jetzt Einzelne in die Allianceschulen. Die Gesammtsuinme aller noch lebenden Karäer wird auf 12 000 angegeben; die meisten wohnen ans der Halbinsel Krimm. Kleine Gemeinden finden sich noch in Jerusalem, Kahira u. s. f. Aus dem Spruchschatz des Talmud. Poetisch übertrage» von Max Weinberg. [ - Ausgatzen. «A» I. Deutsches Mortriittzset. Von J. C. in R. Mit ttopf und Futz bin ich als Freudenlag bekannt, Doch ohne dies such' mich im Schweizerland. n. Hebräisches Siltzenräthfel. Bon Eckmann in Nienburg. Liest dreisilbig Du das Wort, Hat's Kajin in Angst gesprochen: Zweisilbig war's ein schützender Hort, An dem die Bosheit sich gebrochen. LH. Deutsches Arithmsgryph. >0 13 a ii Leibwache eines jüd. Königs. Ein unschuldig Erschlagener. Eiti deutscher Mannes-Name. Ein Patriarch. Ein bekannter Hain. Eine Provinz Rußlands. Eine jüdische Königin. Eine durch einen Mischnalchrer bekannte Stadt in Judäa. Ein Theil der Kleidung des Hohenpriesters, von oben nach unten gelesen geben den , die Endbuchstaben von nuten nach oben gelesen den Namen eines pcrsischeti Ministers. Auflösung der Räthsel in Ur. 7. 14 13 8 7 13 2 1b 15 Die Ansangsbuchstaben Name» eines jüdischen Feste: I 15 A ABT A S S E R BtiHil B A L A K LOT » II. Ekroi» (Philistcrstadt, j. 1 B Sam. 5,10). Krone. in. “IS > Stier). “|£“S (eilt Fluß in Damaskus s. 2. B. d. Kon. 5.12.) IV. bpll\ 2>pb (Grummet.) Tie Namen der richtigen Auflöser in nächster Nummer. Prris-Räthsel. I. M« NN sD-Riiths-l. Bon C. in R. A A A A A A B B Ch E E E E E « B J J J L M M M M N 0 0 0 R S. Diese Zeichen setze man i» Form eines „David-Schild e s" an die Stelle der Sterne in nebenstehender Figur, so daß sie « Wörter sresp. Redensarten) ergeben, weche bedeuten: * * * 2 * * * * * * * * * 3 * * * * * * * Reihe 1—3 de» tugendhaften Sohn eix * * ,. nes lasterhafte» Vaters; % „ 1—5 de» lasterhaften Sohn ei- * nes tugendhaften Vaters; * * „ 3—5 einen König in Israel; * * * 5 „ 2—6 einen Berg Palästina's; „ 3—4 einen unangenehmenOrt; „ 8—4 waS wollt ihr? (hebräisch.) I» Landes Mitten “Acht' Landes Sitte». Lieber im Lande ein Mast, Als im Ausland ein Fast. Boi» Fürsten der Trank, Dem Schenken der Dank. * * Ward ein Jrrthum mit Dir groß Wirst Du ihn sobald nicht loS. -kt * Mehr als der Säugling je begehrt, Hätt' Mutterlieb' ihni gern gewährt. Grostinnttcr noch beit Fuß bewegt, Hört sie, daß man die Ct>mbcl schlägt. * ch * Je nach der “Reise Versieh dich mit Speise. 4 II. Deutsches Kilbenräthsel. Bon R. in M. Es sagt das erste Silbenpaar Daß ehemals es König war, Die dritte Silbe sagt Dir'S wer — Drum ist die Lösung auch nicht schwer. Auch war das Ganze einstens König, Besaß jedoch Verstand nur wenig Es war kein Jude, sonder» Heide, Drum nenne rasch mir alle Beide. Zum Schlüsse will ich Dir noch sagen, Daß es sich doch als Iud' muß plagen. HI. Scherjriithsel. Bon E. in R. ,Rn p“l -DT R1? '2 IRIH p”f "D“l Berantwortlchcr Redakteur,vr. Rahrner, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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