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Jüdisches Familienblatt · 1885-01-01 · 4 (1885) · p. Seite 16

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1885
Issue
4 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 16 (sequence 4)
Language
German
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— 16 die größte und als Muster der Erzählungsknnst. Redner macht auf die besondern poetischen Schönhmwn und Pointen aufmerksam, in der Klage Jacobs und den, Verhalten Jofeph's. Von dem Momente an, da die Brüder vor Josef erscheinen, erwartet der Leser das Erkennen, anstatt dessen hat der Dichter noch weitere Erzäblungcn cingeflochten, um die Spannung aufs Höchste zu führen. Es folgen sodann noch einige Beispiele von biblischen Gleichnissen und Fabeln, Da wird vor Allem Jotham's Parabel von den Bäume», die eine» König über sich wählen wollen, herausgehoben und betont, daß »och kein Dichter auf Erden eine beißendere Satyre jemals geschrieben Hütte. Der Kürze der Zeit wegen wird nur noch die Prüfung Abrahams durch die Opferung Jsaks eingehend besprochen und dann die einzelnen Momente oder Steigerungen und Anregungen des Gemüths heruorgehoben. Er meint, daß die Frage, was Vater und Sohn auf dem Heimwege miteinander haben, zu beantworte», eine Preisaufgabe für alle Dichter von Aeschylns bis ans Shakespeare wäre. Die biblische Lösung verdient den Preis, da kommt die volle Naivetät des Kindes, weder stumpf noch altklug zum Ausdruck; die Antwort Abrahams enthält die wahre und echte Erhebung in Gott, So sind alle Erzählungen Uiid Gleichnisse der Bibel auf den Zweck, auf die Erhebung des Genrütbi, gerichtet, es siird die wahren Epen, Or, K . . . . Allerlei für den Familientisch. Aus dem Aosen'schen. Nach der Instruktion der Regierung zu Posen vom 21. Oktober 1842 werden in den jüdischen Schulen diejenigen Ferien gehalten, welche die Ritualgesetzc vorschreiben: 1. allwöchentlich der Sabbathstag; 2, am Passahfeste 4 Tage und zwar die ersten beiden und die beiden letzten Tage des Festes; 3, am Wochenfeste 2 Tage; 4, am Fasttage wegen der Zerstörung Jerusalems 1 Tag; 5. am Neujahrsfeste 2 Tage; 6, am Versöhnungsfeste 1 Tag und 7, am Laubhüttenfeste 4 Tage, wie am Passahfeste, Das Aussetze» des Schulunterrichts wegen dieser Feste beginnt mit dem Mittage des vorhergehenden Tages. Dagegen darf in den jüdische» Schulen der Unterricht an den christlichen Festtagen nicht ausgesetzt werden. Also nicht am Ncujahrstage (1. Januar) auch nicht am Buß- und Bettage, oder am Weihnachtsfeste, In Iekisawethgrad wllthet die Diphteritis so, daß alle Schulen bis zum 20. Januar geschlossen worden sind. Viele Leute zahlen deshalb den Melamdim kein Schulgeld, Die diesbezügliche Predigt des Rabbiners hat den hungernden Lehrern wenig eingetragen, — Traurige Zustände! In Minsk hat Ende Dezember eine Festlichkeit im Adelshause zu Gunsten der jüdischen Schüler der dortigen Gewerbeschule stattgefunden, welche 700 Rubel brachte und der die Spitzen der Gesellschaft beiwohnten. — In Nikol ajew ist mit der Talmud-Thora eine Gewerbeschule verbunden worden. (Bravo! Das ist das rechte Thora im Derech erez. Red.) Jerusalem Der Olivenholzarbeiterverein bittet inständig, daß diejenigen, welche jüdische Arbeiter unterstützen wollen, die geschnitzen Holzsachcn direkt von dem Obmanne des Vereins, Moses Slatkin hier, beziehen wollen. Mit der Redaktionsbemerkung in Nr. 3 des Familienblattes, ivelche der Verwunderung darüber Ausdruck giebt, daß der Jahresbeginn nicht mit Weihnachten zusammenfällt, haben Sie, geehrter Herr Redakteur, den Nagel auf den Kopf getroffen; denn wirklich hat es eine Zeit gegeben, in welcher Weihnachten Neujahr war. Das Weihnachtsfest des Jahres 800 z, B,, an welchem Karl der Große als Kaiser gekrönt wurde, war zugleich der Beginn des Jahres 800 lokr, David Müller, Geschichte des deutschen Volkes.) Lew in. Verantwortlicher Redactenr vr, Rahmcr, Magdeburg. Druck von Kleine jüdische Characterzüge. 18. Die Sammetumschläge. Der Rabbiner Naftali Kohcn in Frankfurt a, M. wurde einst von Rabbi Schimschai Metz, einem Angehörigen seiner Gemeinde, der sowohl seiner talmudtschen Gelehrsamkeit als auch seines Reichthums und seiner Wvhlthätigkeit wegen in hohem Ansehen stand, in dessen reichhaltige Bibliothek geführt und gefragt, wie ihm die Ledereinbände, die in der That sehr elegant waren, gefielen. Der Rabbiner bemerkte, jedes seiner Bücher hätte sogar einen Samme.tumschlag. Da bat Metz den Rabbiner, ihm einmal diese Umschläge zu zeigen. Das, erwiderte der Rabbiner, kann auf der Stelle geschehen: er nahm sein Sammetkäppchen vom Kopf, deutete auf dasselbe und sagte: „Hierin Hab' ich meine Bibliothek," Es gemahnt dies übrigens an die Worte des Philosophen Bias: „Omnia mea mooum porto.“ — Räthsel-Aufgallerr. I. Krem- und (Quct-Kütljfel. 1 1 2 3 | 4 Von E. Pflücker in Breslau. Erschlagen einst ward 1 -s- 2 Aus Mißgunst, bitt'vcm Neide, Nicht litt der Herr zu 3 -j- 2 Ter Menschen stolz Gebäude, Dem Moses gar war 1 + 4 Prophet nach Gottes Willen, Und was er sprach, das mußte schier Ein König einst erfüllen. Als 3 4- 4 erschein' ich Dir Gar oft als leerer Titel, Denn manches Mal. o glaub' es mir, Ermang'le ich der Mittel. II. Zweisprachliches Wortriithsel. (Einsilbig.) Von S. Cohen in Rees. Sagt an, ist Euch eiu Thier bekannt. Das kurz stets lautet in der Bibel, Wovon jedoch stets zwei zur Hand, Wenn man es dehnt nach deutscher Fibel'? III. Aebriiisches Räthsel. Von I. Herzberg in Aerzen b. Hameln. Mein Wort ist jedem wohl bekannt Als Name für der Knechtschaft Land: Raubst Kops und Fuß Du ihm zur Stunde, So lindert es den Schmerz der Wunde. Auflösung der Uöchsel in Ur. 3. I, Rubin, Rnbcn (p )R“1), II. Stärke (der Herr hatte sie von Simson genommen.) HX OP® (Thal — 4. B, M, 25,1 — und Holzgattung,) Richtige Auflösungen sandten ein: Schampanier und Dcupser in Massow <1 und 2). Sali Cohen in Rees, S, Ries in Bruchsal, Cohn in Fordon, P, Weißmann in Käscher (für 3 Thal in Michail und Weide), Richard Pacharzcwski, F. u, E. R. in Magdeburg, Jena» Lchinani in Fordon (1). Auflösung der Preis-Rathsel in Ur. 1. I. Klima, Milka (Fran Nachors und Tochter Zelafchads), II. Karmel, Arme, Hl, Unmögliches ’S) kann u»möglich bestehen, Eine „Insel" (— ’S) kann möglicherweise ent- und bestehen. Richtige Auflösungen sandten ein: Hermann Reinhenner in Odernheini st und 2), Mansbacher in Petershagcn (I und 2), Jac, Eckmann in Nienburg (1). Werthan in Bibra (1), L, Weinberg in Uslar (1), Minna K, in Cassel (1). S, Ries in Bruchsal (1). M, Cohn in Reichenbach (1), Herz und Sali Cohen in Rees (1 und 2), Semmy Philipp in Lüneburg (1 und 2). Jette Katz in Bibra (Tachscn-Meiningcti) (1). Lösung des 3. (hebräischen) Räthsels sandte nur Einer ein und zwar in solgendem Berschen: Was möglich nicht, unmöglich geht: Die Insel fest im Meere steht, L. Cohen in Rees, Die Preise sielen (außer dem Letzgenannten) zu: 1. Herrn Lehrer Eckmann in Nienburg, 2, Herr» S Ries, Hanptlchrer in Bruchsaal und 3, Herrn Prediger M. Cohn in Reichenbach,_ D, L. Wolff, Magdeburg, Verlag von Robert Friese, Leipzig,

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