Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1885
- Issue
- 4 (1885)
- Date
- 1885-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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t« giebt, ®"5 M erziige. jh,>> es nun . K»ch längerer «,n “,,b. Sonftigcn b,{ lautNluno L^1 b"chte bei Mei6«' zu Hollen “"f bet neuen ™ Katholiken dis la" A mit Ach mtlletz ihn der »«hl mehr 3ube, “t sich der Sciib! “becjeup. gt Men. Aber nie einen Angen nicht •®l. ans welcher flctaufte Jude mit öohlbehagen einen gie der Geistliche. »> mir doch nicht erte der Geistliche, im die Loche er-! Kalbfleisch nnd Tanse. Zch g,g!n bist fortan kein entfernte sich der bald leinen Inden rMl. ym. icfel! nnbat, lötfW. 5 lOl} olj. Ar. S. M 4. Jüdisches 1883. LHUllikll-F/s// Inhalt: -8^- Zur ilntkrhaltung u. Kklkhrmg für die israelitische Jugend. E-ch- „Sic hörten nicht auf Mose wegen Kiirze de-s Odems und schwerer Arbeit. Bon Or. I. G oldschinidt-Weilburg. Judith, oder das Perlenhalsband. Erzählung. — Jüdische Silhouetten aus Galizien. Das ^.üpferl aus dein I. Bon Narhan «Lamucly. Allerlei für den Jamilicntisch. Posen. Jelisawethgrad. MinS. — Kleine jüdische Charakterzüge. 13. Die sarninetumichläge. — Räthsel-Aufgabeii nut> Lösungen. „Sie Härten nicht auf Mose wegen Kürze des Odems nnd schwerer Arbeit". (Zum Wocheuab s chn IN Waera.) Zu seine» Brüder» im Egypterlande Kain Moses niit den, trostesrciclren Wort: „Gott sah Sur Leid, er loset Sure Bande, Sr führt zur Freiheit Such von hinnc» sort, Sr löschet aus der lange» Knechtschaft Schande, Zur Hcimath führt Such seiner Gnade Hort" .... Doch „Israel gab Moses kein Gehör: Kurz war ihr Odem nnd die Arbeit schwer!" O Israel! Wie jene schwache» Ahne», So handeln deine Söhne auch noch heut; Die MoscS-Lchr' giebt »och zu Himmelsbahnen, Zu jeder Fugend sicheres Geleit; Sie rufet noch an ihre alte» Fahne» Zu hehrem Strebe» nach Gottähnlichkeit .... Doch „Israel giebt Moses kein Gehör: Kurz ist der Odem und die Arbeit schwer." Engherzigkeit beherrschet unsre Schaaren, Gleichgültigkeit als höchste Weisheit gilt; Der höchste Gott, das ist der Gott der ... Waaren, Nicht wird gepflegt der Gottheit Ebenbild; Für Gold nur trägt man Lasten und Gefahre», Des Herzens Durst nach Gott bleibt ungestillt. . . Ach „Israel giebt Moses kein Gehör: Kurz ist der Odem und die Arbeit schwer." Ja Israel hat fich ein Joch gezimmert. Das schlimmer als Sgnptens Sklaverei: Mit eignen Händen hat es schnöd' zertrümmert Das hehre Heiligthnm der Gottestreu, Das ruhmvoll seit Jahrtausende» geschimmert, Frei wars als Knecht, Knecht ist'« seitdem es frei... Denn „Israel giebt Moses kein Gehör, Kurz ist der Odem und die Arbeit schwer." Ur. I. Goldschmidt-Weilburg. Judith, oder das Perlenhalsband. Erzählung aus dem russisch-jüdischen Leben») Von Emilia P.r. «Fortsetzung.) Jussuf hatte die Wahrheit gesprochen. Achmeid's Flucht war in der That eine abgemachte Sache, nachdem Omer Pascha mit dem Commandanteir vonr Platz und anderen höheren Osficieren »och einen Divan abgehalte». Silistria war nicht zu halten, eine endgültige Entscheidung nicht vvraus- *) Im vorwöchentlichen Gedichte (Strafe I g. 8) muß es statt „Hoch" heißen: „Hah!" *) Nachdruck verboten. znsehen. Doch, da uns nicht dies, sondern nur die Flucht Samuel's und Judith'« zn interessiren hat, so folgen wir nur diesen. Wenn auch nur mit flüchtigen Worten, so hatte es Jsmael doch nicht verabsäumt, Lamuel um seine Unterstützung resp. ein Machtwort zu bitten, welches ihm Jndith's Hand zusichern könnte. Doch Samnel gab ihm keinerlei Versprechungen, fonberu beschränkte sich darauf, ihm die Gastfreundschaft seines Haufe» für jede Zeit und Stunde anzubieten. Jsmael, der sanguinisch Liebende, zeigte sich damit zufrieden, um so mehr, als ihm Judith, die nicht ganz das Gefühl der Dankbarkeit für genossenes Gute unterdrücken konnte, uiid andererseits im Stilleil sich der plötzlichen Flucht freute, die sic dem Bereiche eines ihr lästigen Verehrers entzog, beim Abschied noch einen vollen Blick aus ihren wunderbare», nußbraunen Augen vergöniit hatte, einen Blick, so schüchtern und so ernst-fragend, und wieder auch so wehmnthsvoll und ausleuchtend, daß er sich ihm wie mit Flammeiischrift ties in fein Herz hineingebrannt, um dort »immerdar zu verlöschen. Thörichter, verblendeter Jüngling, er sah in jenem Blick nur. was er zu sehen wünschte, sein egoistisches Herz begehrte, denn die Schüchternheit in Judith's Blick bedeutete Furcht vor seiner Leidenschaft, das Fragende galt deren Wesen, die Wehmuth war Trauer, mit der Judith der nächsten Zukunft entgegensah, das Aufleuchten die Freude darüber, ihm und seinem Werben entrückt zu werden. Tausend Seufzer hatte ihr Jsmael noch nachgesandt, denn wie ein Götterbild war sie ihm erschienen, im leicht blauseidenen golddurchwirkten Gewand, dein Geschenk Achmeid's, und dem kostbaren Geschmeide um den Hals, den schneeigen Perlen, die sich nur wenig von der weißen, zarten Haut abzuheben im Stande waren. Ja, Judith hatte den Perlenschmuck angelegt, auf Wunsch und Willen ihres Vaters, der ihn so >am besten und sichersten heimtransportirt wähnte. Tief verschleiert, nach Art türkischer Frauen und Mädchen, die ganze zierliche Gestalt in einen weiten, dunkeln Mantel oder Burnus gehüllt, so war Judith ihrem gleichfalls verwandelten Vater und Jussuf gefolgt zur Flucht im Gefolge Achmeid's, der Kadine Omer Pascha's. Alles ging gut von Statten. In moiidscheinheller Mainacht befand mail sich vor der bestürmten Festung, vor einem der westlichen Thore Silistria's, um nach Schumla, bei welchem die türkische Armee ihren Standpunkt hatte, und von da iveiter nach Varna bis nach Constantinopel zu flüchten. Es sei hier daran erinnert, daß Ende Juni, durch die Einmischung Oesterreich's der Czar Nicolaus sich veranlaßt sah, die Räumung der Donaufllrstenthümer und somit auch Aufhebung der Belagerung Silistra'S zu befehlen und anzuordnen, da letztere sich bis zu jenem Zeitpunkt, trotz aller Befürchtungen gehalten hatte, hauptsächlich Dank der vortrefflichen und tapferen Vertheidigung durch einen ehenialigeir, preußischen Ossicier, Namens Grach, der in türkische Kriegsdienste getreten war. Wir erwähnen dies nur, weil wir sicher sind, daß Samuel, hätte er dies voraus sehen und