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Jüdisches Familienblatt · 1885-01-01 · 2 (1885) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1885
Issue
2 (1885)
Date
1885-01-01
Page
Seite 8 (sequence 4)
Language
German
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— 8 burtsfcstc ein Waizenkvrn geschickt, auf welchem ei» 386 hebräische Buchstaben zählender Glückwunsch geschrieben war. Kleine jüdische Characterziige. Von Hp. Rk. in Brandenburg. 17?) Stet» ««gereimt. Jüngst wurde in einer Gesellschaft der Millionendiebstahl bei der österreichischen Escomptcbank lebhaft besprochen. Ein Judenfeind, bekannt durch seine witzig sein sollenden Spitzfindigkeiten, über die zumeist er selbst mit viel Behagen lachte — fragte einen anwesenden Israeliten, ob Kuffler Jude wäre, und bemerkte zugleich, cs sei doch recht schade und ungereimt, daß dieser Mensch Rüffler, und nicht Kuppler heiße. Der Gefragte erwiderte: Ob Kuffler als Jude geboren ist, weiß ich nicht; doch weiß ich, daß er als Defraudant weder Christ noch Jude ist; übrigens kann ich Ihrem Verlangen nach Namen von Betrügern, die sich nüt anderen Wörtern reimen, in weitestem Umfange entsprechen; soll ich Ihnen mit solchen amerikanischen, russischen, belgischen, ungarischen re. Namen diene», deren Träger als Christen geboren, ja größtcntheils so „gute Christen" geworden sind, daß sic ihre ganze „Christlichkeit" durch Judenhaß bekundet haben? —„Nun, ich möchte denn doch sogleich die Namen einiger christlich-deutscher Betrüger gereimt hören!" versetzte der Witzling. Der Jude antwortete unverzüglich: Liegt Ihnen, dem Erfindungsreichen, ein solcher Name so fern? War nicht Kuffler's Genosse Lucas Jauner? Und erinnern Sie sich denn gar nicht mehr desäubern Herrn Zander? Merken Sie sich, mein Freund: Das Gaunern und das Zandern Wird auch veriibt non — Andern; In keiner Religion es keimt, Es ist und bleibt stets ungereimt. Der Witzling wurde recht kleinlaut und meidet seitdem jede Gesellschaft, in der er jenen „garstigen Juden" vermnthct. Auf den Deutsch-Israelitischen tztemeindebund. Trinkspruch beim Festmalc der Schulmänner-Deligirtcn Versammlung in Berlin, den 30. Dcceniber 1S84. Von Alexander Elsässer in Laupheim. Gekommen von dein Land der Schwaben Zur Metropole an der Spree; Es gilt im Wisscnsschacht zu graben di ach Gotlgclahrtheit, Heilsidec. Den Jugenduntcrricht zu planen, u festigen die Religion, n führen ans der Tugend Bahnen Israels Jugend, Jacobs Sohn. Verschieden sind die äußern Formen Tie sich gelagert um den Kern; Doch unverändert stehn die Normen, Es leuchtet fort des Jakobs Stern. Die Form kann zwar den Kern bedrängen, Ein Nebel trübt der Sterne Licht; Ter Kern wird doch die Hülle sprengen, Der Nebel löscht die Steine nicht. Voni Sinai quillt die hcil'ge Lehre, Bon Zijon das Prophctenwort, Es pflanzt sic in dem Zeitenmecrc Tic Ueberlicsrung fort und fort. Der Vater pflegt sie in dem Hanse, Tie Mutter übt sic mit dem Kind; Der Rabbi, in der stillen Klause, Lehrt sie den Schülern frommgesinnt. In, Tempel, in der Synagoge, Hört man der lscil'gen Sprache Laut, Melodisch grüßt Gesanges Woge Jn> Fcstgcwand die Sabbathbraut. *) In Nr. 16 ist zu lesen: eine (nicht ein) Kamca; scheinende (nicht scheinender) Wort; Geringeres (nicht (Geringes). Und ob vom Norden oder Siidcn Der Jude kam in srcmdes Land; Er ist nicht fremd, im Gottessrieden, Gebetessprach' ist ihm bekannt. Vor Zeitgeist, jenem Welttyrannen, Ergreift das Alte oft die Flucht; Es scheucht das Gute gern von dannen Der Lauf der Zeit, die Neu'rungssucht. Dem Bessern wieder nachznspürcn — — Das Befs're ist des Guten Feind — Das Bessere wieder cinznjühre», Dazu hat man uns hier vereint. Gcmcindcbitnd, deutsch-israelitisch, Berics uns her als Mandatar, Wir bleiben Deutsche stets — politisch — Im Glauben Inden immerdar. Deutsch-jüdisch bleibe unser Streben, Stolz rufen wir'S mit Herz und Mund; Ergreift den Kelch mit Saft der Reben, Hoch lebe der Gcmeindcbnnd! <a^N[ RäMel Aufgaben. "Ijagf» I. Zweifprachliche Rälhlel. Bon I. Eck mann in Nienburg. 1. (Einsilbig.) Im fröhlichen Verein Da sagtest Du nicht Nein! Und so ist cs gekommen, Du hast Dich übernommen. Dir umnebelt den Sinn Mit dem, was deutsch ich bin. Zur Gewohnheit geworden Oeffnen sich Pforten Bitterer Leiden, Die sich verbreiten Ueber Dich und die Deinen. Was hebräisch wir meinen Mit dem Worte, dein gleichen — Dazu wird's gereichen. 3. (Zweisilbig.) Eine Provinz in Griechenland Wurde ehemals so genannt, Hebräisch ist cs ein Bchältniß, — Wer erklärt mir das Vcrhältniß? II. Viersprachliches Räthsel. Bon E. Mannsbacher, Lehrer in Pctcrshagen. Französisch, englisch, jüdisch, deutsch, Bin gleich an Klang und Sinn ich inuner: Des Bettlers Schande berg' ich traun, Wie Krösus Schätze, Glanz und Schimmer. III. Hebräisches Morträthsel. Bon C. in R. Trag' sie an Deillcm Kleide, So will es unser GoM Gleichlautend sie allch meide Sonst wirst Du bald zum Spott! Auflösung der Räthsel iu Ur. 1. l. Pp (Becken, Schale) und Faß. II. Hillcl und Hallet. Richtige Auflösungen sandten ein: S. Ries in Bruchsal. Herz und Sali Cohen in Rees (II.) Seminy Philipp in Lüneburg, 0. R. in B. Frida in M. Georg Knollcr in Magdeburg. L. Weinberg in Uslar. Briefkasten der Redactio». Die Fortsetzung der „Jüdischen Silhouetten" in nächster Nummer. Sodann beginnen wir eine eigens sür die Jugend — von einem jüd. Schulmann — geschriebene Erzählung. 8. 6. Das Räthsel ist gut, eignet sich aber deshalb nicht als Preisräthsel, weil es nicht dem jüd. Schristlhum oder Leben entnommen ist; das ist auch der Grund, warum so manches sonst gute Räthsel »ich Ausnahme findet. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahm er, Magdeburg. Druck von D. L. Wolfs, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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