Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 16 (1885)
- Issue
- N° 50. (10.12.1885)
- Date
- 1885-12-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/5369809-9586215-9585042--6000-9585043- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
J2 50« Magdeburg, 10. Deeember 1883. für die religiösen und soeialen Interessen des Jndenthüms. -» « — — ■-a «vchenttich erscheint je eine Nummer de, »ichen fchrtf'" ,,W S ch - n »1« t t »" fchrtft". de« „Familien- ___ _ u. de» ..Lillevaturd lalt»". Preis für alle drei KUitter bei allen Postämtern tt. Buchhandlungen S IMLark. vierteljährlich. RU direkter Zusendung: jährlich 14 Mark, noch de« Auslände: IS Mk. (8 fl., ttO FrcS., 8 Rbl., 4 Dollars). Einzelnummern der „Wochenschrift" k Pf., der „Litteratur-VIattS" k 1B Pf. deS »Famllien-vlattS k 10 Pf. Berantworilicher Redacteur und Herausgeber: Rabbiner Dr. W. Wahmer in Magdeburgs jiir Klehrheit, jlecht >»d Friede»! I Ins»»»«» |! füi die .JSrailiItsch-W-chinI«riIt»,; wie für das .Jüdische Liiteralur-Vlait", | die ttcingcspaltene Petitzeilc oder deren Raum 85 Vf. sind in,weder durch di- «nnonrrn-! Expeditionen von «I3--I.-Dserr'K>s Sc ] j Rudolf L£o8sey Haaflenstein « Vogler u. A. oder direkt einillsendcn an : I Sir 8»p»dit>an der „P.rnriif. M»ch»«- ichrift" in Magdeburg. Inhalt: Leitende Artikel r Noch ein Wort über die „orthodoxe Vereinigung". — Das praktische Judenthum. Von Landrabbiner Dr. Adler. 7. Die jüdisch-religiöse Ethik. Bericbte und Vvrrespondenzen: Deutschland: Berlin. Belgard. Leipzig. Dresden. Strclitz. Altona. Göppingen. Hannover. Oesterreich-Ungarn: Wien. Prag. Vermischte und neueste Nachrichten: Magdeburg. Berlin. Berlin. Bereut. Breslau. Hannover. Cöln. London. Warschau. Mittheilungen aus dem v. V. II. I!. Magdeburg. Ratibor. Inserate. * Wochen- December i 1885. Tewes. 5646. Kalender. Freitag. . . 11 3 Sonnabend 12 4 tön (4,39) Sonntag . . 13 5 Montag. . . 14 6 Dienstag . . 15 7 Mittnioch . . 16 8 Donnerstag . 17 9 Freitag. . . 18 10 Assoro be-Tewes (Fasttag) Noch ein Mort über die „orthodore Vereinigung". nnn -pm ins nnx .pK3 in« '13 “pSD '»1 Tu bist einzig und Tein Name ist einzig und wer ist Deinem Volke Israel gleich, ein einzig Volk aus Erden?" Die Aufsorderung zur Bildung einer besondere» Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judcnthums gicbt als Motiv, den von jeher im Judenlhum wirkenden Geist der Vereinigung (WPOn) an, der unter den schwierigsten Verhältnissen die Getrennten geeint hat, und der als ein wirksamer Factor für die Erhaltung der religiösen Gcsctzcskunde und der religiösen Gesetzlichkeit sich bewährte. Wer auch nur aus der Perspective die Machinationen der orthodoxen Anführer kennt, wer die Veranlassungen und die Motive durchschaut hat, mit welchen gerade sie jüdische Vereinigungen gesprengt und getrennt habe», der wird sich eines ironischen Lächelns nicht erwehren könne», wenn Hirsch-Lehmann und Consorten für den im Judenthuni sich so glänzend bewährt habenden Geist der Einheit schwärme». Doch das ist nur etwas Nebensächliches, was ich an dem Circulare zu bemerken finde. Ein anderer Satz desselben steht geradezu in grellstem Widerspruche mit der ganzen Vergangenheit und Wirksamkeit unserer heutigen Orthodoxie. In der Aufforderung heißt cs: „Eines glauben wir in Vornhinein bemerken zu sollen. Ein irgend welches Einschreiten in die inneren Angelegenheiten einer Gemeinde oder auch nur der Versuch eines Einwirkens auf dasamtlich c Verhalten eines Angestellten wird der orthodoxen Vereinigung jede Zeit ferne liegen." Darf ein Mann, der gegen den seligen Sachs in Berlin aufzuhetzcn versuchte, der eine unqualificirbare Feindschaft und einen niedrigen Haß gegen den seligen Frankel bethätigte, der selbst den seligen Bambergerzu mißcreditiren suchte, — l utcr bewährte „Männer im Amte" — derLasker für das AuStrittsgesctz bearbeitete, um die Einheit der Gemeinden desto leichter sprengen zu können, darf der Vater und Urheber des Austrittsgesetzes, so sprechen? Nachdem die Folgen des Austrittsgeses nicht den gewünschten Erfolg gehabt, nachdem der von Hirsch gepriesene Geist der Einheit, trotz der orthodoxen Wühlereien, in den jüdischen Gemei.iden Preußens sich so glänzend bewährte, soll die Maulwurfsarbeit jetzt von einer andern Seite aus in's Werk gesetzt werden. Wer da weiß, wie in den letzten Decenuie» Separatgemeinden gegründet wurden, wer die Hetzereien gegen jüdische Rabbiner und Gelehrte in den orthodoxen Parteiblüttern kennt, die öfters den schäbigsten und verschlissensten Subjccten ihre Spalten zur Verfügung stellen, um im Amte ergraute, segensreich wirkende Rabbiner zu verdächtigen, der muß über die Versicherung und das gleißnerische Gcbahren in jenem Aufruf mißtrauisch die Achseln schütteln. Die ganze Thäligkcit der orthodoxen Partei war ja in den letzten Jahrzehnten nichts anderes als „ein Einschreiten in die inner» Angelegenheiten der Gemeinde und ein Einwirkcn aus das amtliche Verhalten der Angestellten", die nicht zu ihrer Clique gehörten.*) Direct und undirect, durch Wort und Schrift, durch Verwandtschaft- und Familien- Parteien hat man bei alle» möglichen Anlässen den Hebel *) Man braucht sich —• um nur ein eclatantes Beispiel anzusühren — nur des unerhörten Vorgehens Hildesheimers gegen den Bezirksrabbiner Dr. Goldschmidt in Weilburg zu erinnern!