Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 16 (1885)
- Issue
- N° 49. (3.12.1885)
- Date
- 1885-12-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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49. Magdeburg, 3. Derember 1885. XVI. Iahrg ♦ i4 für die religiösen und socialen Interessen des Jndenthums. Wöcbentlich erscheint je eine Nummer der ..W»ch-«fch»tft". de» platt»" u.des „Lttteratarbtatts". Preis für alle drei Klatt-r bei allen Postämtern U. Buchhandlungen S vierteljährlich. Mit direkter Zusendung: jährlich 14 Mark, nach de« AuSlanoe: IS Mk. >8 fl.. SO Fre».. 8 Rbl.. 4 Dollar»). Einzelnummern der ..Wochenschrift" 4 36 Pf., des „Litteratur-BlattS" k 16 Pf. de« „Famllien-viattS k 10 Pf. Berannvortlicher Redacteur und Herausgeber: Rabbiner vr. W. Wahmer in Magdeburg. FSr Wghrtzeit. Kecht Zrirdeu! l Inferat» ' I für die „Israelitische Wochenschrift",;! wie für daS ^Jüdische Litteratur-Vlatt".! die flcingespaltrne Petitzerlc oder deren Raum ,?5 Pf. sind entweder durch die Annoncen- > Erveditionen von (3-. I-.- Danlse Sc uo., } Rudolf £w£oeae7 iBiaasenstein Sc j "Vogler u. A. oder direct eiinuseuden an : > Ai» T«p»dition der ..-»eaeiit. Moche»- scheift" in Magdeburg. Inhalt- Leitende Artikel, Das Wort des Herrn an Serubabel. Zum Chanukajeste. Berichte und (Korrespondenzen: Deutschland: Vom Rhein. Aus Schlesien. Hannover. Hannover. Hamburg. Breisach. Weilburg. Poln. Wartenbcrg. Frankreich: Paris. Paris. Großbritannien: London. Bulgarien: Sofia. Vermischte und neueste Nachrichten: Magdeburg. Berlin. Dresden. Kempen. Wronke. Pest. Wien. Tibcrias. Jerusalem. Rangoun. Mittheilungen aus dem v. O. U. v. Magdeburg. Gleiwitz. Inserate. - Briefkasten. Das Wort des Herrn an Sernbabel. Zum ßhannkafeste. Ivsrd 12211 dn 'N -13*1 ffl uro dk '2 rea sSi irn tn :m«35t n "iök- „Diescs ist das Wort des Herrn an Serubabel: Nicht durch Heeresmenge und nicht durch Gewalt, sonder» durch meinen Geist, — spricht der Herr Zebaoth". Das babylonische Exil hatte einige Jahrzehnte gedauert: da war eine neue Zeit angebrochen. Die Fesseln waren gesprengt, die Gefängnißthore hatten sich ausgethan, Israel sollte wieder heimkehren, Jerusalem wieder bewohnt, der Zionstcmpel wieder erbaut werden, die Verheißungen des Propheten von dem Ende der Lcidenszeit sollten sich verwirklichen. Aber die Führer waren unschlüssig, diese Entwickelung der Dinge war nicht nach ihrem Sinne. Das herrliche Licht, das aufs neue nach dem prophetischen Worte über Zion erstrahlen werde, hatten sie sich als Ruhmesglanz wunderbarer Siege vorgestellt. An der Spitze mächtiger Heere, als gefeierte Helden in die Thore ihrer Hauptstadt einzuziehen, das wäre mehr nach dem Sinne des Fürsten Serubabel gewesen. Die zwei Oelbäume, die der Prophet zu beiden Seiten des goldenen Leuchters, des Symbols der göttlichen Lehre, die eine Leuchte ist für die Menschheit, gesehen (Secharja 4,3), sic machten dem Fürsten den alten Leuchter ganz unkenntlich, so daß der Prophet in seinem Namen spricht: „ich kenne sie nicht" und verwundert ausruft: „Was sollen denn die zwei Oelbäume zur Rechten und Linken des Leuchters?" (Das. V. 11). Nicht Oelbäume, Symbole des Friedens, sondern stolze Palmen, Symbole des siegreichen Kampfes, hätte er an den beiden Seiten des Wochen- December 1885. Kisslew. 5646. j Kalender. Donnerstag . 3 25 Channka 1. Tag Freitag. . . 4 26 " 2. „ Sonnabend 5 27 PP» (4,31) 3. „ Sonntag . . 6 28 (Neumondeinsegnung.) 4. „ Montag. . . 7 29 „ 5. „ Dienstag . . 8 30 | Ro?ch Chodesch 6. „ Mittmoch . . 9 1 j Tewes. 7- „ Donnerstag . 10 2 8. „ wiedererstchenden Leuchters erwartet und gewünscht. — Aber der Prophet spricht im Namen Gottes: Kurzsichtiger Mensch Nicht Heeresmenge und Heldenkraft erkämpfen die Siege des Judenthums, sondern der göttliche Geist, der Geist der Wahrheit und Gerechtigkeit, der Geist der Liebe und Versöhnung, — Ja der goldene Leuchter mit den zwei Oelbäumen zur Rechten und zur Linken, „dieses ist das Wort des Ewigen an Serubabel: Nicht durch Heeresmcnge und nicht durch Gewalt, sondern durch meinen Geist." — Vier Jahrhunderte waren ungefähr seit der Zeit vergangen. Israel lebt friedlich in seinem Lande, unbekümmert um Kriegs- und Heldenruhm, unbekümmert selbst um den Wechsel der Herrscher über das eigene Land, soweit dieselben nur von dem Geiste der Milde und Gerechtigkeit beseelt sind und sich keinerlei Eingriffe in die religiösen Angelegenheiten erlauben. Da besteigt den Thron Syriens ein Tyrann, ein Fanatiker des Gricchenthums, von der allein selig machenden Kraft des griechischen Götzenthums, von der Unfehlbarkeit des griechischen Heidenthums erfüllt. Er will den Glauben seiner Unterthanen uniformiren, und sein Werk scheint zu gelingen. Alle haben sich gefügt — sie tauschen ja nur Götzen gegen Götzen ein. Nur das kleine, schwache, an Unselbstständigkeit gewöhnte Völkchen der Juden hat sich allein widersetzt. Doch was will das sagen! Die mächtigen, krieggeschulten, sieggewohnten Heere der Syrier werden deine Fluren überschwemmen, o Israel, und wenn Du Dich nicht beugst, so wird Dein Andenken von der Tafel der Geschichte weggewischt werden! Aber nein: welche Wunder! welche Ruhmestbaten! die stolze Menge der Heere, die erprobte Kraft der Helden, die Schnelligkeit, die eherne Festigkeit der Wagen, alles sinkt in den Staub vor der religiöse» Begeiste- I \