Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 16 (1885)
- Issue
- N° 47. (19.11.1885)
- Date
- 1885-11-19
- Page
- Seite 361 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Zahl der katholischen Abgeordneten beträgt 141, die der protestantischen 291, der jüdischen 1 (Löwe), Im vorige» Abgeordnetenhause saßen vier Juden, außer Löwe noch: Or, Stern, Dr. Straßmann und R.-A. Marburg; die beiden Letzteren hatten eine Wiederwahl abgelehnt. Iierkin, Herr Pros, Or, Strack schreibt gegenwärtig an einer Broschüre, in welcher er seine Ansicht über Herrn Stöcker vor der Oesfentlichkeit eingehend begründen will, — Herr Stöcker hat jüngst in der Berliner Synode erklärt: „Ich werde von so vielen Leuten des Fehlers der Unwahrheit bezichtigt, daß sich nachgerade eine Art Geisteskrankl>eit daraus zu entwickeln scheint," (Bei wem? Red,) B, AernKurg Aus den vielen brieflichen und telegraphischen Gratulationen, die der hiesigen Banlfirma Levi Calm & Söhne anläßlich der l 00 jährigen Jubelseier ihres > Geschüftsbestandes am 12. d, Mts, zugingen, seien einige herausgehoben, die von der Hochachtung, die die gen, Firma in allen Kreisen genießt, Zeugiiiß ablegen: In erster Reihe das vvin Staatsniinister v, Krosigk Unterzeichnete Anerkennungs- und Glückwunschschreiben der Herzoglichen Staatsregierung; auch das Bankdirektorium in Magdeburg hatte in einem verbindlichen Schreiben seine Glückwünsche dargebracht, Seitens der Stadtvertretung überbrachtc Herr Oberbürgermeister Pi et sch er die Glückwünsche, ferner stellten sich Deputationen der hiesigen Loge und der Dessauer Landesbank ein, die sich aus den hervorragendsten Vertretern der betreffendeil Körperschaften zusainmensetzten. Endlich sei noch der Bekanntmachung des Magistrats Erwähnung gethan, in welcher er „mit herzlichem Danke den Empfang der ihm vom Herrn Commerzienrath Emil Calm zum Besten der Armen überwiesenen 1000 Mark" bescheinigt, Kßemnitz. Endlich hat das Staatsministerium mittels Dekret vom 12. Oktbr, die Genehmigung zur Errichiung einer dem öfseittl. Rechte angehörenden israelit. Gemeinde hicrselbst ertheilt. Aut 19, d, M. ist Geiieralversaminlnng der^ bisher, Mitglieder der Religionsgenossenschaft, sowie 1 Stunde später im selben Local Versammlung aller in Chemnitz wohnhaftei, Israeliten, zu welcher die diese Versammlungen leitenden bisherigen Vorstände, die HH. Jsaae S tern, D, Land au, A. Dresel, die Einladung ergehen lassen. Minden, 13, Novbr, (Or.-Corr.) Seit einigen Jahren werden hier die jüdischen Rekrutei, von ihrer Vereidigung auf der Commandantur in die Synagoge geführt, um durch unserii Prediger, Herrn Liepmannssohn, i» geeigneter Weise ermahnt zu werden. Heute ist nun zum ersten Male auch die Vereidigung unter Assistenz mehrerer Offiziere in der Synagoge vorgenommen worden. Es sei noch hinzugefügt. daß unser Garnison-Commandcur, General v, Stocken, die Dispensgesuche für die jüdische» Feiertage in liberalster Weise stets genehmigt, selbst in de» Fällen, wo Inspizierungen die Urlaubsertheiluiig erschweren, Jeßnitz (Anhalt) 11, November. Heute feierte im engsten Familienkreise der wegen seiner Wvhlthätigkeit ivohl bekannte Fabrikant Commerzienrath Aron Herz mit seiner Ehefrau das seltene Fest der goldenen Hochzeit, Es erschiene» die Schulen mit ihren Lehrern, Deputationen des Magistrats und der ^Stadtverordneten. der Gesangvereiiie, der Turner, der Feuerwehr und des Schütze,icorpö mit ihrer Musik, mit ihren Glückwünschen, Nachmittags vereinte ein fröhliches Mahl Verwandte und Freunde des Jubelpaares. Aus Kolkand, den 18, Novbr. (Or.-Corr.) D:m sb va Kino ':bo tos rms b^s -rnr -pn mit andern Worten: Gleich und Gleich gesellt sich gern. — Unser orthodoxes Amsterdamer Schmutzblatt hat sich beeilt, den Schmutz Ihres deutschen Orlhodoxenblättchens „Jeschurun" sofort aufzunehinen und sich nach eines gewissen ThiereS Art — NI20N2' -ptn — behaglich in den, Schmutz hernmzuwälzen und dann die koscheren Chasirfüßchen einporzusirecken und mit dem bekannten Pharisäer auszurufen: Gott sei Dank! daß unsere Rabbiner nicht sind wie diese da drüben! Und der „Jeschurun" grinst sei» „Amen" dazu, — Wahrlich, eine nette G sell- 'schaft, einander würdige Brüder! Dagegen sende ich Ihnen die neueste Nr, 20 unseres wackeien, freimllthigen, „unabhängigen isr, Organs", herausgegeben von dem schlagfertigen Or, Perel, der stets wachsam ans seinem Posten steht und sofort m einem trefflichen, 4 Spalten langen Leitartikel, mit der Ueberschrift: „Or, Rahmer, R.büiner in Magdeburg", dem orthodoxen Gelichter bei uns und bei Ihnen gebührend heimleuchtet. Ich übersetze Ihnen die Hauptstellen und bitte um Abdruck, (Wir danken Ihnen und dem Redaeteur Herrn Or. Perel, und freuen uns, daß auch Holland eni Blatt hat, das den Muth besitzt, dem heuchlerischen Treiben der dortigen Orthodoxie mit EnirUstnng und Geist entgegenzutreten und der Frömmelei die Maske vom Antlitz zu reißen - J'öDnaä j'Binn ns. — Aber auch nur einen Tyeil der Uebersetzuug jenes geharnischten Artikels hier wiederzugeben, sind wir außer Stande; wir verzichten auf das Lob und gebe» andrerseits unsere Person gern preis, wenn nur die Sache der Wahrheit die gerechte Würdigung erfährt und sich Geltung verschafft. _ Red.) Mittheilnngen aus dem U. O. B. B. C. Stettin. (Cr.-tSorr.) Am 8. November feierte die Allemania- Loge hier ihr erstes Stiftungsfest das in allen Ti,eilen einen glanzenden Verlaus nahm und ans die Festtheiinehmer einen erhebenden Eindruck machte. It Vertreter der Berliner Logen, an ihrer Spitze der 1. Vieepräs, der Großioge Br. Jabionskh, waren erschienen. Um L Uhr erössirrte der Präsident Rechtsanwalt 1)r. Mann die Sitzung, Nach Einführung ziveier neuen Brüder durch den Vicepräsidenien Br. Biaschke, schilderte und erläuterte der Präsident in seiner Festrede die -Ausgabe. die sich der B'nai B'rith-Orden und somit auch die Allemania gestellt habe, die erhabensten Principicn des Jndenihums und der Menschheit überhaupt i>» fördern und in die weitesten Kreise zu tragen, in markigen Zügen, Begeistert folgte die Versammlung den Worten des Redners. Der prot. Seeretär Br. Zeh den gab hierauf einen erschöpsenden Bericht über die Gründung und Entwickelung der Allemania, der, beifällig ausgenommen, ihm den Dank des Präsidenten im Namen der Brüder eintrng. Die Delegirie» der Grosilogc, deutschen Reichsloge und Berth. Aiterbach - Loge sprachen in herzlichen Worten ihre Glückwünsche aus, freuten sich des kräftigen Blühens der Loge und ermahnten die Brüder, in der so schön begonnenen Weise fortzusahren. Ein herzerhebendes Gebet des Br. Dr. Bogelstein, dein ein Postlndinm folgte, schloß die andachtsvolle Feier. Um 9 Uhr Abend vereinigte ein Souper in den herrlichen Räumen der Abendhalle die Brüder, denen sich ein reicher Kranz von Damen zngesi'lli hatte. Nachdem der Präsident das erste Glas unserm Heldenkaiser gewidmet, wechselten die Redner in bunter Reihe, BBr, Blajchke, Dr, Bogelstein hier, Jabionskh, Benjamin, Leichtentriit ans Berlin, Dr. nrs-l. Wolfs aus ArnSwalde. Rabbiner Dr. Pick aus Phiitz, Sarasohn hier weiteiserten in geistreichen Ansprachen, zugleich aus das Exeeniiv - Comito in New - Dort, aus die Großloge, aus die Gäste, ans die Damen und aus die Allemania selbst toastend, Ztvei Tasellieder, von Br, Dr. Mann und Sarasohn versaßt und den bekannten jüd. Melodien angepaßt, trtigen dazu bei, die Gesellschaft aus der Höhe der Gemüthlichkeit zu erhalten. Magdeburg. Der am jüngsten Logenabend vom Hr. Dr. Rahmer gehaltene Vortrag über „Wohlthäligkeit bei den classischen Völkern des Alterthunts" erfreute sich der Theilnahme aller hiesigen Brüder und deren Familienmitglieder: auch auswärtige Mitglieder waren zu demselben erschienen. Man blieb in geselliger Gemüthlichkeit bis um die Mitternachtsstunde beisammen. Hatte a. S. Unsere „Gerntania-Loge" ist die zweite auf deutschem Boden, sie wächst langsam aber stetig. Seit 4 Wochen erfreut uns der Br, Rabb. Dr, Fröhlich mit einem Chelus von Vorträgen „über das Mahl bei den Inden im Vergleich zu den Griechen und Römern", Dresden. Auch in unserer Fraternitas-Loge wird das Interesse sür Wissenschaft durch Vorträge gefördert. Herr'AlphonS Levh auS Freiberg hielt jüngst einen fesselnden und begeisterndeti Vortrag über „Logen- und Semitenthum"; demnächst wird Herr Redaeteur L. Badt (von der „Dresdener Zeit.") über „Bruderireue" sprechen. Kattowitz, 17. Nov. Morgen Abend beginnt unsere „Concordia" ihren Chclus der Wintervoriräge mit einem Vorträge des Herrn Rabb. Dr. Rosenthal aus Benthen, Daß die wissenschaftlichen Kräfte der einen Loge den Nachbarloge ansheisen, ist echt brüderlich.