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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1885-08-20 · N° 34. (20.8.1885) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
16 (1885)
Issue
N° 34. (20.8.1885)
Date
1885-08-20
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Pal, in er in Magdeburg. kür M a!> r h t i t, Lech I n ii i) f r \ t b e h 1 s; - - Si In feval» ' fii, d e „Israelitische Wochenschrift", ' , wie für das „Jüdische Litteratur-Biatl". > die kleingefpaltcne Pctitzeilc oder deren Raunt . 25 pf. sind entweder durch die Annoncenl Erpedilionen von Q. L-JDavibe Ss Co.,! 23.ud.olfiS^Eosse, Haasenstein &c J ■Vogler u. A. oder direct eiinuienden an : Die Vepedilion der Israelit. Wochenschrift" in Magdeburg. Sf ---» Inhalt: Leitende Artikel: Gedöchtnißrede auf Moses Moittefiorc, gehalten an, Sabbat Reeh, 8. Angun 1«85. — Die Schule» der Allianz. — Aus der Praxis. Berichte und Korrespondenzen: Deutschland: Magdeburg. Danzig. Königsberg, Giciwip. Wiesbaden. Stuttgart. Eschwege. Oesterreich-Ungarn: Wien. Galizien. Frankreich: Paris. Pick». Gr oßbrila nn icn: Ans Nordengland. — Rußland: Petersburg. Palästina: Jerusalem. Der», sckitc und neueste Nachrichten: Berlin. Benibnrg. Brombcrg. Frankfurt a. M. Wiesbaden. Slriegau. Wien. Prag. Tabor. Paris. Charkow. Minsk, lionstantinopel. Insc atc. Woche»»- August. 1885. Ellul. 5645. Kalender. Donnerstag . 20! 9 Freitag . . . 21 10 Sonnabend 22 11 SST! Perek 2. (7,51) Sonntag . . 23 12 Montag. . . 24 | la i Dienstag . . 25 H Mittwoch . . 26! 15 1 Donnerstag . 27 16 Gebächtmßrede auf Moses Moniestore, Erhalte« an» Sabbat It eel,, 8. August 1883. M. A.! „Siehe, ich lege heute vor Euch hin den Segen und den Fluch!" Dieses Anfangswort des heut vernommeueu Schristtheiles spruch einst Mosch kurz vor seinem Tode zu seinem Volke, da er mil scharfer, eindringlicher Rede ihnen das Gebot Gottes in die Seele prägte. Sieh, ich lege heute vor Dich hin den Segen und den Fluch, so spricht die Gottheit zu jedem Menschen, so er an das Licht des Lebens tritt. Den Segen und den Fluch, wir tragen ihn in unser« eigenen Händen, in nnserm eigenen Herzen; das Schicksal, das uns zu Theil wird, ist wie der Thon in der Hand deS Töpfers; dieser giebt dem biegsamen Stoffe Gestalt und nützliche Verwendung; so sind die äußeren Ereignisse nicht das Mcnschendascin, sondern nur dessen roher Stoff; es wird ans ihm was wir wollen, Segen oder Fluch. Der Prophet verkündet: „Geht nicht vom Munde des Höchsten aus das Böse wie das Gute; was klagt der lebendige Mensch, der Herr über seine Sünden!" — In diesen Sätzen sehen die Alten einen scheinbaren Widerspruch; denn wenn gutes wie böses Verhängniß von einer höheren Gewalt kommt, dann hat ja der Mensch gern Grund zur Klage, da er sein Schicksal nicht bestimmen kann. Doch nein, so ruft der Prophet uns zu, seid Ihr nicht Herren über Eure Sünden, sind denn die Gaben wie die Plagen des Schicksals nicht am Ende doch nur ein Aeußcrliches, was habt Ihr so sehr zu klagen über Alles, was von außen kömmt, da Ihr den Segen in Euch heget, da Ihr Herren seid in Eurem Herzen, da Alles, was Ihr erlebet, in Wahrheit nur gut oder böse wird, je nachdem es Euch erbaut oder beugt? An die Wiege des hülflosen Säuglings tritt die Gottheit und legt in seine Seele die Segenskeime und des Fluches bitteres Saatkorn; und es erwachen Geist und Wille. Der Geist erkennt den Segen, der Wille, unklar und verworren, hastet nach dem Fluch. Heil uns, wenn die Vernunft obsiegt, wenn sie der Leidenschaft verbietet, den Körper und die Seele zu vergiften durch des Fluches Bitterkeit. Und iver sich selbst zum Segen tvird, der kann nicht anders, als auch zum Segen für die Welt werden. Nur das falsche, vergängliche Glück ist selbstsüchtig und schließt die Anderen vom Genüsse aus, das echte Glück ist unzertrennlich vom Heil der Umgebung und entspringt der Liebe, die wir gewähren. Solch ein Menschendasein, das ein Segen war für sich und die Well, haljjüngst mit dem Tode Moses Montefiore's seinen Abschluß gefunden. Solle» wir bei seinem Heimgange laute, bittere Klage erheben? Heute haben wir aus der Schrift vernonimen: „Kinder seid Ihr dem Ewigen, Eurem Gotte, darum klaget nicht zum Uebermaß über einen Todten und übt nicht ungebührlichen Trauerbrauch, denn Ihr seid ein heiliges und erwähltes Volk." Wer zu Gott aufblickt, der verzehrt sich nicht im Schmerze, wenn er in die Erde einen theuren Todten beitet. Ganz Israel stand an der Bahre Moses Montestore's, aber der Gott, der diesen Edlen uns gesendet hat, um für uns zu zeugen vvr den Fürsten und Gewaltigen der Erde, uni für uns zu streiten den heiligen Streit, der wird auch ferner die rechten Männer crweckeir, die in deir Riß treten, die den geborstenen und zertretenen Zaun wieder ausbessern und aufrichtcn. Vom König David heißt es, er habe ein Loblied angestimint, wo nach der gewöhnlichen Anschauung ein K l a glied sich geziemt hätte. Diesem Beispiel folgend, preisen wir trotz der Trauer den großen Gott, der uns diesen Mann gewährt und zu hohen Tagen hat kommen lassen, ihn, der uns eineSchutzwehr nach außen und ein Vorbild nach innen gewesen ist. Mehr als ein Jahrhundert hat er gelebt, ein Wahrzeichen der Gnade Gottes, ein Heil für sich und für uns. Und auch ihn dürfen wir nicht beklagen. Der Tod verliert seinen Schrecken für den, der seinem Leben einen heilvollen Inhalt giebt. Ein der Heimat Montefiore's entsprossener Denker hat dafür das treffliche Gleichnis,: Wie

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