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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1885-08-13 · N° 33. (13.8.1885) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
16 (1885)
Issue
N° 33. (13.8.1885)
Date
1885-08-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 33. Magdeburg, 13. August 1885. XVI. f «In*. ♦ i ♦ für die religiösen und socialen Interessen des Judentums. Wöcbrntttcb erscheint je eine Nu-nmer der \ „Öl * äj »n fdj* lf t", der „Familien- Matt#" u. des „Littevaturblatt#". Preis ,ür alle drei KtLtler bei alle» Postämtern u. vuchlmndlun-en 3 vierteljährlich. > Nit directer Zujendunft: lährlich 14 Mark. > nach dem AuSlande: 16 Mk. >8 fl.. 2V FrcS.. ' 8 Rbl.. 4 Dollars). t Einjelulunmern der „Wochenschrift" k 135 Pf.. I deS „Litleratur-BlaltS" k 15 Pf. deS „Famüien-BiattS k 10 Pf. - - & Verantwortlicher Redactcur und Herausgeber: Rabbiner sie. M. Htahmer in Magdeburg. Für Mihrtzeit, Kechl »>d Frieir»! »r —- - I Infftratl 1 füt die „Israelitische Wochenschrift", >; wie für das „Jüdische Litterarur-Dlatt", i! die Neingcspaltene Pekitzcilc oder deren Raum; 95 Pf, sind entlveder durch die Annoncen- ' Erpedicionen von O-. X». IDaU-be <Sc Co., Xtudolf Is^Tosse, Haasenetein <& "Vogler u. A. oder direct einmsenden an :; Dir Gvpeditian dev ..?#variit. Machen-! fchrift" in Magdeburg. s; Inhalt: Leitende Artikel: Zur Frage der israelitischen Allianz. Von Rcchtsamvall Mcß.— Aus der Praxis. Pvu Cohen-Rces. (Schluß.) «eri»te und borrespondenx»»: Deutschland: Berlin. Cassel. Aus Hessen. Aus Hesse». Königsberg. Posen. Oesterreich-Ungarn: Aus Galizien. (Schluß.) Fra» krc ich- Paris. Großbritannien: Ans Nordengland. Ramsgatc. Derm sclitc »nd neueste Naciiricdte»: Magdeburg. Berlin. Berlin. Homburg i). d. H. Hamburg. Ans Württemberg. London. London. Petersburg. Warschau. Rußland. Algier. Jnse. ate. Briefkasten. Wochen- > August- , ElluU ] 1885.; 5645. Donnerstag Freitag. . Sonnabend Sonntag . Montag. . Dienstag . Mittwoch . Donnerstag Kalender. CtöBW Perek 1. («,-) Zur Frage der israelitischen Allianz. Bon Rechtsanwalt Metz. Die Frage zur Errichtung einer besonderen Deutsch- Israelitischen Allianz als eine, der Alliance Jsraslite Universelle zu Paris coordinirte Institution ist von Herrn Rechtsanwalt Lehmann in Dresden neuerdings wieder angeregt und in der Presse, besonders in diesen Blättern, besprochen worden. Bereits har Herr Professor G r ä tz sein wichtiges Votum gegen chic besondere deutsche Allianz eingelegt und vielfache Zustimmung gefunden. Die einmal aufgeworfene Frage darf nicht todtgcschwiegen werden; cs ist vielmehr sehr zu wünschen, daß sie zur Debatte gestellt bleibt; sollte auch die Erörterung und Beleuchtung derselbe» keinen anderen Erfolg haben, als das Interesse des jüdischen Publikums für die edlen Zwecke und Ziele der Allianz im Allgemeinen wach zu halten Bei Beurtheilung der Frage muß von vorn herein jede Leidenschaftlichkeit ausgeschlossen bleiben. Hierher gehört vor Allem ein chauvinistisch aufgcbauschter angeblicher Patriotismus. Ich sage: „angeblicher Patriotismus", weil diese Frage mit wirklichem Patriotismus, überhaupt mit der Nationalität, wenig zu thun hat. Die Allianz ist ihrer Natur nach eine internationale Institution, verfolgt speziell jüdisch-, internationale Zwecke: eine national begrenzte Allianz hat keine innere, höchstens eine äußere Berechtigung. Daß die Engländer, Amerikaner und Ocsterreicher sich von der Alliance UnivcrsclltK losgelöst und besondere Bereinigungen gebildet haben, mag erklärlich sein, ist und bleibt aber im Allgemeinen zu bedauern. Was wir deutschen Jude» beanspruchen können und beanspruchen müssen, ist volle Rücksichtnahme auf uns und unsere deutsche Nationalität und völlige Unparteilichkeit der Allianzleitung der Regierungen und insbesondere auch der deutschen Regierung gegenüber. Hierin scheint allerdings mehrfach gefehlt zu sein. Herr Lehmann hat Recht, wenn er sich darüber beklagt, daß das Eentralcomüs in dem Jubiläumsberichte die deutschen Mitglieder n icht in der Gesammtrubrik Deutschland aufführt, sondern mit den einzelnen deutschen Ländern und diese mit den übrige» europäischen und außereuropäischen Länder» nach der alphabetischen Ordnung bunt durcheinander würfelt. Sollte es den sranzösischen Mitgliedern des Centralkomitos schwer fallen, die Juden von Elsaß-Lothringen zu den deutschen Juden zählen zu müssen, so ist es ihre Pflicht, und wir können es Volt ihnen verlangen, daß sie solche Gefühle unterdrücken. Wir deutschen Jude» stellen fast die Hälfte der Mitglieder, und soll dies für uns rühmliche Verhältniß auch in den Berichten hcrvortreten. Es ist auch nicht richtig gehandelt, wen», wie Herr Lehmann behauptet, worüber ich aber im Augenblicke nicht urtheilen kann, die Thätigkeit der französischen Regierung zu Gunsten der Juden im Oriente über Gebühr hcrvorgehoben und die der deutschen Regierung verschwiegen wurde. Auch dies brauchen wir uns nicht gefallen zu lassen. Ich selbst habe wiederholt in der deutschen Ausgabe der Monatsberichte gefunden, daß einzelne elsässische Ortschaften statt deutsch, französisch benannt waren, wie z. B. „Rübcauville" statt „Rappoldsweiler" u. A. m. Allein ich habe hierin keine Absicht, sondern nur ein Berschen erblickt, das allerdings verbessert werden muß. Auf alle Fälle sind dies aber doch Beschwerden, denen abgeholfen werden kann, und zweifle ich nicht, daß das Centralcvmits seinerseits bestrebt sein wird, allen Anforderungen zu genügen, welche deutscherseits mit Recht an dasselbe erhoben werden können. Es wäre gerade Pflicht der deutschen Mitglieder des Centralcomitss, in dieser Hinsicht die Rechte der deutschen Juden zu vertreten, und ist cs mir undenkbar, daß sich nicht ein festes Uebcreinkommen hierüber treffen lassen sollte. Sollte solches an den überreichen Nationalitätsgefühlen der Franzosen scheitern, was ich nicht annchme, so wäre es immer noch früh genug, an eine Trennung zu denken. Eine solche jetzt schon vornehmen zu wollen, hieße das Kind mit dem Bade ausschütten. Wir dürfen uns nämlich lJ

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