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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1885-07-30 · N° 31. (30.7.1885) · p. Seite 255

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
16 (1885)
Issue
N° 31. (30.7.1885)
Date
1885-07-30
Page
Seite 255 (sequence 7)
Language
German
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— 255 — ^richte«.! JÄit ben » P°- papittfabtit z»!lntetw«i»n 'MM MwipM« Me«! 'er GchmMh iruvz, MUl , m&f Muhen Nsim tu« H«MIM tss%imtn »«- m HM MIvjjevm 'öchj Corres?' «- iichm Wvmr Aus « her M. Deqiarb j Hm Moritz Mgeil Lym- «Miffion der rb sich durch t religiöse Veiente, die volle >e und Lehrer. - rz vor Beerdi-! i Reise heim- * :de zu Herzen ' d zn führen, i >ch der liebet» I vor der Hond ollsie Tempel, rin nicht er- ' ' Ihres gesch. czickral'diner > am 18. Aug. Alkerbou zünden gebilligt > far die Ber- | ich mit dieser > sführung des jüdischen Ariern , Hut i" i nfregnng er- - Uns« °ls I bliebe, zu jverslüudnlsse r der ösfent- . > Joniitngsjedoch durch sam befreit. . m jüdischen - -n Präsldim ' des Gesetzes beabsichtigen .jsterinm deichten. Wir auf d-ni-ld« j ntebc h*1 J werden den Entwurf nach dein Organ des Vereins „Schomcr Israel", der sich der Sache sehr annimmt, nächstens mittheilcn. In Lzeruowih wurde der Vicebürgermeister Br. Atlas bei Gelegenheit seines 50. Geburtstages zum Ehrenbürger ernannt. Wie«. 25. Juli. Br. Justus, alias Brimann hat gestern in seiner Gefängnißzellc einen Selbstmordversuch geinacht. Der Wärter schnitt den bereits Bewußtlosen, der sich an einem Hosenträger aufgcknüpft halte, ab. Ais Grund des Selbstmordes gab er die Undankbarkeit Rohlings an. In AcKaravien ist cingeschärft worden, daß ausländische Juden nur gegen Entrichtung der Abgaben 1. Gilde Handel treiben dürfen und nur dann im Lande bleiben dürfen, wenn sie Angestellte in Werkstätten unb Fabriken von Juden oder von der Regierung berufen sind, als Rabbiner oder Militärärzte zu wirken. Runräirische Juden dürfei, gar nicht in's Land gelassen werden, wenn sic sich nicht über den Besitz genügender Subsistenzmittel ausweisen. Dciin ihre Regierung weigert sich, sie zurückzuuehineu. indem sic behauptet, sic gebe auch ausländischen Schntzjuden Pässe und könne dann nicht feststelken, ob die Zurückgebrachien in Rumänien heimathbcrechtigt seien! Solche Hcimathlosc gab es 1875 in Beßarabien 2000. Aber jetzt ist ihre Zahl viel größer! — In Taschkent ist eine geordnete jlld. Schule, in ivclcher die Kinder 4 Jahr unterrichtet, die Reise für das Gymnasium erlangen. Die Bibel wird russisch übersetzt. Jargon ist hier unbekannt. London. In Dalstou, einer Borstadt Londons, ist eine neue Synagoge eingeweiht werden, deren Bau 140,000 M. gekostet hat. Unter den engl. Freiwilligen giebt es c. 2000 Israeliten. In einer Sitzung der Anglo Jcwish Association wurde mitgetheilt, daß für Elementarschulen im Orient 12 Personen (die beiden Barone de Worms und Herr Mocatta voran) sich verpflichtet haben, je 200 Pfd. Sterling in 5 Jahren zu zahlen und 2 Herren je 100 —(das macht 52000 M.!!) Die Sammlung für das städtische Hospital hat in den Londoner Synagogen 14000 M. ergeben. London. In der resormirteu Synagoge (Berkeley Israel. Synagogue) ist zum Beschluß erhoben worden: Wenn ein Mitglied emc Ehe schließt, welche nicht eingeweiht werden kann durch einen Beamten der Synagoge, darf er nicht Mitglied der Gemeinde bleiben. Der Verwaltungscath darf ihm einen Platz im Tempel vcrmiethen und für '/, Guine jährlich kann er einen Anspruch auf eine Grabstätte erlangen. Aber Rechte und Privilegien eines Mitgliedes hat er nicht. Henris. Das College äs France hat in erster Linie für den Lehrstuhl der Himmelsmechanik den Prof, an der Polytechnische» Schule und Mitglied des Instituts, Herrn Moritz Levy, in Vorschlag gebracht. — Dem Vernehmen nach soll eine Musterschule für Taubstumme zum Andenken Jacob RodrigueS Pereire's errichtet werden, wozu die Familie Pereire das Grundstück und eine bedeutende Geldsumme, der Generalrath der Seine das Uebrige geben wird. Bei der marokkanischen Gesandtschaft ist der Dolmetscher Herr Benchimol (=■ Ben Schemuel) ein Jude. — Herr Jonas Rothschild hat dem Baron Rothschild'sche» Hospital 15000 Frcs., für Einstellen eines Bettes, der Arbeitsschule 2000 Frcs. zur Erinnerung an seine verstorbene Frau geschenkt. (Arch. isr.) Witevsk. Ein Vater ist auf Antrag seiner getauften Tochter, die er des Diebstahls bezichtigt hatte, wegen Verleumdung zu 1'/, Jahr Strafdienst verurtheilt worden. Wilna. Das Waisenhaus und die Talmud Thora hatten 1884 an Schülern 298, von denen bei 70 alle, bei wieder 70 die Hälfte aller Bedürfnisse bestritten wurden. Alle aber erhielten den Unterricht frei und alle Unterrichtsmittel. Der Fonds, der auf 8000 R. herabgesunken war, ist auf 12000 gestiegen. 17000 R. waren der Jahresgebrauch. In Livau sollen die Juden wieder bleiben dürfen, wie auch Alle, die vor den Maigesetzen sich in andern kurländischcn Städten besetzt haben. In Selncz (Horodno) haben Eisenbahnarbeiter einen kleinen Judcnputsch inscenirt. Man macht es den Juden zum Vorwurf, daß sie sich verthcidigt und dadurch die Wuth der Menge augefacht haben. Die Behörden verlangen, daß der geprügelte, geplünderte Jude hübsch ruhig mit einer Beschwerde komme. — In Lodz gedenkt Herr Posnansky eine Weberschule zu eröffnen. Algier. Nicht „schmutzige Franzosen" hat der inhastirte Herr Dadonn gerufen, sondern „Ihr seid schlechte Franzosen." Der ganze Spektakel war eine Rache der Radikalen, darür, daß die Inden nicht mit ihnen gestimmt haben. Dies verrärh ein ehemaliger radikaler Stadtrath Panchiani in einer Zuschrift an den „Radikal". (U. Isr.) Honllantinopel. Herr Scheid schildert die Verkommenheit der hiesigen deutschen Synagoge, die ihn verantaßte, Jomkippur bei den Portugiesen zu halten. Derselbe Herr tritt den Schilderungen, die äs Amids über Balat gegeben, entgegen. Es ist dort nicht schmutziger, als in vielen anderen Stadltheilen unserer Hauptstadt. San AlrancisK» Am 13. Juni feierte die Emanuel- Gemcinde das 25 jährige Bestehen ihres Gotteshauses und das Jubiläum ihres Predigers Br. Cohn, dem kostbare Geschenke überreicht wurden. Jerusalem. Die Chaluka für den Kollel T"n (Holland und Deutschland) ist sehr spärlich ausgefallen- Obschon Vielen dieselbe ganz entzogen worden ist und bei Anderen nur die Knrder berücksichtigt wurden, beträgt sie doch nur 1'/, Napoleon für '/. Jahr (früher 3). Hier haben sich die Ansänge einer Börse gebildet. Herr Waks soll nun doch bei Sasel Land gekauft haben, auf welchem 20 in Safet wohnende Mitgtleöer des Kollel Warschau sich niederlassen sollen. —■ Jammervoll ist die Sucht der Russen, Gemeindesplitter zu bilden. Die ehemaligen russischen Soldaten hier haben eine Cycwra gebildet, ein Gotteshaus gemiethet und — lassen Aufrufe um Unterstützung drucken. — Beim Standesamt kostet die Trauung mit einer Jungfrau 5 Piaster, mit einer Wittwe l‘/2. Ebensoviel die Zurücknahme einer Gcschievenen oöer die Antranung einer zweiten Frau; Geburtsanmeldung 1 P., Sterbefälle und Schctdungen — Nichts — In Hebron ist als Gcmcinderath Br. B. Scharchessky ausgenommen worden. — In Safet weilt Herr Pines und rnspicirt die beiden Ackerbauversuche, welche 12 Aschkenasim in En Siton und die Sefardim in Pukin (3 Stunden von der Stadt) gemacht. Jerusalem. Wenn die Missionäre in letzter Zeit etwas znrllckyaltender geworden sind, so ist der Grund dafür in der Geldklemme gegeben, in der sie sich befinden. Möglich, daß der Sudan und Afghanistan mit die Schuld daran tragen. Der alte Bestand ist bald durch die Taufe geführt und für neuen fehlt es an Mitteln. Aus ihrer Station „Artus" sind die jüd. Familien bis aus 2 fort, — was dort noch wohnt ist getauft oder erwartet die Taufe. Der Vorsteher der Kolonie hat 3 Monate Urlaub erhalten — sein Treiben scheint am Ende doch zu toll gewesen zu sein. — Christen aus Europa siedeln sich imnrer mehr hier an und bauen Häuser. Besonders wird dierussischc Ansiedlung groß. Alles, was von jüdischer Seite geschehen, ist im Vergleiche damit nur Kinderspiel! Aus London, d. 28. Juli, bringt der Telegraph soeben — beim Schluß dieser Nr. — die erschütternde Trauerkunde: Sir Mose« Moutrstore ist heute grstorbru! '.■mxifi

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