Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 16 (1885)
- Issue
- N° 30. (23.7.1885)
- Date
- 1885-07-23
- Page
- Seite 247 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/5369809-9586215-9584869--5833-9584876- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 247 — Qbb. D, ®eM%e u). aut betn äßf.' KWos. Dn S? ift' «4 tanif nnHöb l?5 Men v \ flu öltetteithj,?*• in 8nbeim*( ™ Üattbaben&en SUfrfoimtfit gib abtrei Basnienz «ni: .Ärcllenz! . Ejliftuiij unfereä dem bosnischen toben allein nur gebrach, hä„e, , > unserem Lande : t toben. Unb , ib, den Gerichts- | n dieses binnen vor dem Throne > dori werbe ich Zeit mußte der nun in einem } nbenten, wie ge« alle seine Unter» | ich einen ganz tiirf. Regierung Fichten töiuien tl. llnterthanen Gewich, fallen, i wiche die Tiicki s hat, haben sie dm Lande so rr W. schildert l aldjtina verlockt iiche» Portrait» gebracht haben, en, fremd, der . i gelber laufen jon Landwinhen und führen er gleich den, en, zogen die n, morgen bei i jeden Schritt : dns Fett von nichts werthen jr, sich flnjit» ache gekommen nbete Sjptora5 ichtskretse und änbe si-len - i wollten. wchiFnm'^" i aber bf “ es ober tobte« mfaabare »nb;iW, sinivnnder^ Auch wer 1000 oder 2000 Rubel hat, soll hübsch daheim bleibe». Wenigstens 3000 Rubel (3000 M.) braucht ein Ackerbauer, wenn er reussiren will! Sach- und sprachkundige, charaktervolle Männer sollen in Joppe, Chaisa und Jerusalem als Agenten des Palästinaverein angestellt werden, um die Ländereien zu untersuchen, die Käufe abzuschließen und so das unsägliche Elend der Hereingesallenen zu Verbindern. Und wenn Alles i» Ordnung ist. sollen nur die Arbeitsfähigen nach Palästina reisen und die unnützen Esser in der alten Heimath lassen, bis der Familienvater soviel Gärten angelegt und das Land so in Cultur gebracht hat, daß eö ihn und die Familie ernährt! — Baumzucht wird mit der Zeit mehr Ertrag liefern als der Landbau! Darum heißt es immer mehr Bäume pflanzen, wenn auch der Ertrag erst nach 0 oder l0 Jahren kommt! Vorsicht, lAeduld und Geld — das sind die Erfordernisse. Und doch ist der Ackerbau nur ein „Nebenher" zur Fabrikation, welche Capitalien nutzbar macht, die Bodenerzeugnisse verwerthet und die Arbeitskräfte bezahlt. Das hat sich schon bei den Würitembergern bewährt, welche durchweg Handwerker sind und auch den dicker bauen! Dabei möge man die aeelimatisirten eingeborenenJuden in ersterLinieberücksichtigen! (Endlich — endlich eine gewichtige Stimme, die in den Kreisen der Palästinaschwürmer Gehör findet, welche ganz dasselbe sagt, oder, da sie besser unterrichtet ist, von denselben Grundsätzen geleitet ist, wie wir — die wir dafür von jlld. Blättern verketzert ivorden sind. Red. d. W.) Uermischte und neueste Nachrichten. Berlin Auf Anregung der ganz besonders hierfür sich interessirenden Montefiore-Loge des B'nai B'rith sind 25 schwächliche Kinder, 12 Mädchen und 13 Knaben, solcher jüd. Eltern, die aus koschere Kost achten und deshalb bei den hies. Ferienkolonien nicht besonders berücksichtigt werden konnten, aus Kosten der hiesigen 3 B. und B.-Lvgen bei einigen jüdischen Lehrern in der Umgegend Berlins für die Ferienzeit nntergebracht worden. Berlin Das „Bert. Tagebl." bringt die bedeutsame Mittheilung, die es von vertrauenswürdiger Seite erfahren haben will, daß das königliche Konsistorium Veranlassung genommen hat, sich Einsicht in die Akten und in das Erkenntniß des Processes Schmidt contra Stöcker zu erbitten. Ferner verlautet, daß sowohl von Seiten Stöcker's als Schmidt's Berufung gegen das Urtheil des Schöffengerichts eingelegt werden soll. Breslau, 20. Juli. Der berühmte Nerven-Pathologe der hiesigen Universität Pros. Or. Berger ist gestertr tit Salzbrunn gestorben. Dresden, im Juli. (Or.-Corr.) Gelegentlich des z. Z. hier statthabenden, großartigen 6. deutschen Turnfestes tritt ein andauernder Uebelstanb, das Fehler: einer allen zeitgemäßen Ansprüchen Rechnung tragenden koscher» Restauration, verbunder: mit zum Vermiethei: eingerichteter: möblirten Zimmern, rvenn schon nicht Hotel, recht fühlbar zu Tage. Denn unter der: Zehntausenden vor: Turnern, sowie andern Vergnügungsreisenben sind ein ziemlich großer Proeentsatz unsrer Glaubensgenossen und unter diesen wiederum eine immerhin beträchtliche Anzahl Solcher, die Werth darauf legen, koscher zu speisen, aber auch ihre Ansprüche in Bezug auf eine gewisse Eleganz. Lage, Räunüichkeiten, Bedienung, Qualität der Spetsen, Zeitungen re. stellen. Die hierorts seit Jahrzehnten bestehende renommirte„Utitz'sche Restauration," mehr ein „Speisehaus" unter Verwaltung einer würdigen, braven Wittwe, ist da wahrlich weder der Größe der hies. Gemeinde, noch der Fremden-Frequenz Dresdens entsprechend und genügend. Wien. Der von Franz Frisch in Klagenfurt vorzüglich redigirte und sich eines hohen Ansehens in der Lehrerwelt erfreuende „Oesterreichische Schulbote" schreibt in No. 12 in einem „Lehrer im Reichsrath" überschriebenen Artikel inbezug auf die letzten Reichsrathswahlen: In einem schlesischen Landbezirke eandidierte der durch den Reichenberger und den Troppauer Lehrertag bekannt gewordene Wiener Bürgerschullehrer Ferd. Krautmann. Die von ihm und von antisemitischer Seite betriebene Agitation schlug hohe Wellen, doch siegte in der engern Wahl der bisherige Abgeordnete. So gerne wir die Wahl eines tüchtigen Volks- und Bürgerschullehrers gesehen hätten, schon deshalb, weil dadurch unser Stand geehrt wordei: wäre — Herrn Krautmanns Mißerfolg hat uns das Herz nicht schwer gemacht, denn wir halten den Antisemitismus für eine Krankheit, der Lehrerstand kann sich aber nur einen gesunden Vertreter wünschen. Sayvnsch (Galizien). Dieser Or: hat das seltsame Privileg, daß im Innern der Stadt kein Jude wohnen darf — besonders wenn er Familie hat. Dernzufolge wohnen alle verheiratheten Israeliten in der Vorstadt. Welcher Jude es versucht hat, dieses Privileg zu verletzen, hat soviel Bedrohungen erfahren, daß er das Weite gesucht hat. Nun ist neulich ein Jude als Adjunkt (Richter) herversetzt worden, der sich jetzt zu verheirathen und ein Haus im Stadtinnern zu bauen vor hat. Dagegen haben bte Stadtvertreter petitionirt. Man ist gespannt, ob die Drohung: sie körrnten für die Sicherheit dieser jüd. Familie nicht einstehen, stark genug ist, das österreichische Grundgesetz aufzuheben. Jwri. Budapest. Der Erlaß des Cultusministers an die Munieipien betreffs Bildung von besondern Geburtsmatrikel- Bezirken für die israelitische Bevölkerung erregt große Aufregung in orthodox-jüdischen Kreisen, weil er die jüdische Gemeinde-Autonomie verletze. Lemberg. Die israelitischen Rechtspraetieanten Galiziens bereiten ein Memorandum an das Justiz-Ministerium vor, wegen ihrer systematischen Uebergehung bei Beförderungen. Das Memorandum wird durch eine Deputation dem Kaiser, dem Minister-Präsidenten und dem Justiz- Minister überreicht werden. — Der Verein „Schomer-Jsrael" hat ein Gesuch an das Ministerium des Innern (und an die Handelskarnmern in Lemberg, Krakau und Brody) gerichtet um Dispens von der obligatorischen Sonntagsruhe für diejenigen jüdischen Handels- und Gewerbearbeiter, welche den S a b b a t h feiern. (Las betr. Gesetz statuirt nämlich derartige Dispense.) Marienbad. Dem außerordentlichen Professor der Balneotherapie.an der Prager deutschen Universität und bekanntem hiesigen Badearzte, Herrn Medieinalrathe Or. E. H. Kisch wurde vom Könige Milan der serbische Takowa- Orden verliehen. Kiew. An: 30. Juni ist die Leiche des Fürsten Demidow hier angekommen. Die jüd. Schulen haben einen Kranz aus seinen Sarg rüederlegen lassen. Aus ui:serer Stadt si,:d im Mai 124 Juden ausgecrieben worden. —DerWürttem bergische Kammersänger Ephraim Nowiasky hat in seiner Geburtsstadt Kowno zu Gunsten der Abgebrannten in Horadno ein Coneert gegeben, das den Arn:e:r 600 Rubel, ihm viel Ehre eingetragen hat. London, 18. Juli. An Stelle des Lord Nathaniel de Rothschild, wurde Ferdinand Rothschild zum Unterhaus- Mitglied für Ahlesbury mit 2353 Stimmen gewühlt. Der konservative Gegenkandidat erhielt 1416 Stimmen. Kapstadt. Hier wurde der Gruirdstein zu einer Synagoge gelegt, da das bisherige Betloeal für die anwachsende Gemeiirde zu klein wird. Kansas (Amerika). Eine der letzten Niederlassungen russischer Auswanderer existiert in Kairsas. Zwanzig Familien gründeten dort die Colonie „Las ker". Die Colonisten wacher: Fortschritte ui:d gewinnen reichlich ihr Brot. Jerusalem. Hier verstarb im Juni Herr Jacob Halevi Sap:r — Verfasser des Reisewerkes „Erven Sapir — im 63. Lebensjahre. Ein Consumverein hat sich unter dem Namen „Aggudas Achtm" hier gebildet. — In Joppe fehlt ein Hospital und ein Ort, an welchem Arme ein paar Tage ausgenommen werden. (Hazewi.)