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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1885-07-23 · N° 30. (23.7.1885) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
16 (1885)
Issue
N° 30. (23.7.1885)
Date
1885-07-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 30. Magdeburg, 23. Juli 1883. XVI. Jahrg. für die religiösen und socialen Interessen des Jndenthums. Wöchentlich erscheint je eine Nummer der „Machen fchrilt". de« ..Farnilienblatt»" u. des „Kitteralneblall»". E Preis für alle drei Klätter bei allen Postämteni . u. Buchhandlungen 3 lw£arlt vierteljährlich, i Mit directer Zusendung: jährlich 14 Mark, ‘ nach dem A « Slanve. 18 Mk. i8 fl.. 30 Frcs.. > 8 Rbl.. 4 Dollars). > Einzelnummern der „Wochenschrift" k 38 Pf., deS „Litteratur-BlatlS" b 18 Pf. deS „flsamtticn-vlattS k 10 Pf. 85 - Bcranrwortlichev Redactcur und Herausgeber: Rabbiner »r. M. Wahmer in Magdeburg. fit Wahrheit, Kccht und kriedra! « - — & füi die „Israelitische Wochenschrift", wie für daS „Jüdische Litteralur-Blatt". die Neingcspaltene Petitzcile oder deren Raunr JN5 pf. sind entloedcr durch die Annonceni 1 Expeditionen von C3-_ L.Daube Sz Co-, Xtu.cl.olf Xwüosse, Haaseneteixi «Sc 'Vogler u. A. oder direct ein-jUsenden an : Dis G»p«d11ion der „Israelis. Mochenfchrift" in Magdeburg. « - — “ 59 Inhalt: Leitende Artikel: Was ihm m>S Roch? Ein Wort über Religioiisllitlcvrictil. Bon I. Klmgenstein i» Obcr-Jngelkicim. (Schluß.) Berichte und (torrespondeuzen: Dcutschlaud: Berlin. Aus Westfalen. Aus dem Hauuövcrscheu Hannover. Dresden. Oesterreich Ungarn: Wien. Krakau. Serajewo. Palästina: Jerusalem. Ber mischte »nd „cuestc Nachrichten: Berlin. Berlin. Breslau. Dresden. Wien. Saylmsch. Budapest. Lemberg. Marienbad. Kiew. London. Capstadt. Kansar. Jerusalem. Joppe. Inserate. Wochen- Jnli i Aw- Kalender. 1885. , 5545. i Donnerstag . 23 11 Freitag. . .! 24 12 Sonnabend 25 13;:nnxi (W«. (*»,ss) Sonntag . . 26 14 1 Schabbos Nachmu. Montag. . . j 27 15 j Chamischo Ossor. Dienstag . . 28 16 | Mittwoch . . j 29 17 Donnerstag . j 30 18 i Was thut «ns Roth'? Kl» Wort über Religionsunterricht. Bon I. Klingenstein in Lber-Jngelhen». VI. I Schluß.) Wer mit offene» Sinnen und vorurtheilsfreiem Geiste das Leben der jüdische» Gemeinde in der Gegenwart betrachtet , der wird zugeben müssen, daß der Religions- oder Elemcntarschullehrcr in derselben noch lange nicht so gewürdigt kvird, >vie er es sein sollte. Die Stellung desselben entspricht weder der hohen Aufgabe, zu der er berufen, noch den freien und wohlwollenden Anschauungen, welche die Vorstände und Gemeindemitglieder im Allgemeinen beherrschen. Daß die Arbeit des Lehrers (vorausgesetzt, daß dieser ein wirklich gebildeter Pädagoge ist) gerade in den ulitersten Klassen einer wohlgeordneten Religions- oder Volksschule ebenso schwierig und wichtig für das Gesammtleben ist — und oft noch schwieriger und wichtiger — als die eines Professors oder höheren Lehrers, welcher der hcrangewachsenen Jugend Vorlesungen hält, — wer in den jüdischen Gemeinden will das glauben und zugcben? Daß die bewährtesten Pädagogen einstimmig für die untersten Klassen der Volksschule die tüchtigsten Lehrer verlangen, Männer, welche ausgezeichnet sind durch Geist, Gemüth und Charakter — wie viele wolle» das begreifen? Daß ein ganzer Religionslehrer, insbesondere ebenso ein ganzer Man» und ein ganzer Lehrer sein muß, wie ein ganzer, d. h. ein frommer*) und erleuchteter Jude, welcher Vorstand und welche Gemeinde will dies anerkennen? — Daß solche Lehrer nicht so leicht zu finden sind, wie Brombeeren, die an den Hecken der Landstraße wachsen, — wer wird das nicht leugnen, wenn cs darauf ankommt? Und doch sollte dies Alles diejenige Religionsgemeinschaft wissen und beherzigen, die zu allen *) Wir hoffen, daß unsere Leser wissen, ewas wir darunter verstehen. K. Zeiten eingetreten ist für die Bildung der Jugend; die allezeit stolz war auf ihr unleugbares Bildungsstreben: die ihre Lehre erhalten und fortgebildet hat bis heute — nur durch ihre Lehrer und ihre Schulen. Es sollte anerkannt werden von der Rcligivnsgesellschaft, die Alles, was sie ist und Alles, was sie werden kann und soll, nur kann, wenn sie fortgesetzt bcharrt auf diesem Wege, — wenn sie sich selbst fortbildct — durch guten Unterricht, gute Schulen und gute Lehrer! — Man sollte denn doch endlich aufhören, den Lehrer — auch den treuesten und besten — als einen untergeordneten Bediensteten, als als einen ewig Fremden in der Gemeinde zu betrachten. Sollen und wollen denn die Führer in den Gemeinden nie zu der Einsicht gelangen, daß mit dem Arbeiter die Arbeit, mit dem Lehrer auch das Centrum des geistigen jüdischen Lebens in der Gemeinde, der Herzschlag derselben, herabgewürdigt und werthlos gemacht wird? Soll es immer heißen: Wehe dem Lehrer?! Soll der Mann, der seine Jugend der Ausbildung in seinem Berufe, sein Mannesaltcr der Fortbildung in demselben widmet; der sein Leben einsetzt für seinen Beruf, obwohl er überzeugt ist, daß er auch im günstigsten Falle nur ein engbegrenztes Maaß äußerlichen Glückes und Lebensgenusses, geringe Aussicht für materielle Fortschritte, für Erweiterung der von den meisten Menschen so sehr erstrebten Lebensgüter hat, — soll der Mann auch noch nicht einmal das besitzen, was ihm allein zu eigen werden, >vas allein ihm das Leben erträglich machen kann, die Achtung, die Ehre, die das redliche Streben findet überall? das Bewußtsein, daß man den Werth seines Wirkens erkennt und anerkennt?! Soll der Lehrer denn nie zu der Ruhe des Gemllthes, zu dem Wohlgcfühl kommen, das ihm erst die volle Erfüllung seines Berufes ermöglicht? Der Lehrer braucht in unserer materiellen Zeit Achtung, Würdigung und Anerkennung, wie Fisch und Vogel ihr Element, denn sie sind mit dem Bewußtsein redlich erfüllter Psticht sein einziges Gut; ja, sie machen dies Bewußtsein erst lebendig, rein und sicher. Kann der jüdische Lehrer doch nicht wie der

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