Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 16 (1885)
- Issue
- N° 29. (16.7.1885)
- Date
- 1885-07-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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othea herber?, ■rieden. ö' 0 stiüe Theil- 1E>W, > Rabbiner, m Wdet e”u Kinder, Inielkindi ^ad Kiel Mutation »rs«h». ionat ”9 iungerMd- [1898 M. idwlMtii^. ■;i«a ©arttnitr. 9. tytit Rchmmg mit üchi und englisch« -baute: Utttetritfit um Zweigen dlS tichen^ettigleiie». xmsmmi. - S!., hebräische :iMmitIil6ojr. Jen Soridmta - und Stitngeln. Hegt, gebmde» Itjai«. ixbt. für bir ist. ttt'tni Unttp Wjtn, miil)o= 4ld und mit n und grmm^ ilerkunge» m-- ■ Buriu®, 6. Sfl. »f. ßuriul, 5itir □cb. ffi. 1.- nd deatsch von Babtriner nd i ä Pt. top laxe für 1 to i Mart, » lark versendet >r wdition-. M 29. Magdeburg, 16. Juli 1883. XVI. Jalirg. für die religiösen und socialen Interessen des Jndenlhums. WocheiuliiL cricheil'k je eine Nunmer der ,ch»»chenfch»1f«". bei klttt*»“ u. des ..Lttteraturbtatl»". Breis iür alle drei Klatter bei allen Postämtern u. vuckbandlungc» 3 Is/Le-rls. vierteljährlich. Wit directer Zujenduna: lährlich 14 Mark, «ach dem Auslände: 16 Mk. l8 sl., 20 FrcS., 8 Rbl., 4 Dollars). Einzelnummern der „Wochenschrift" L 25 Pf., des „Litterotur-Blatts" k 15 Pf. des „Familien. Blaus » 10 Pf. Vcrainwrrttlicher Rcdnctcur und Herausgeber: Rabbiner Ile. W. Kahmer in Magdeburg, j,r Mehrheit, Kkcht und krikdk»! Inserat«! I für d-c „Israelitische Wochen! chrift", > wie für das „Jüdische Litteratur-Blatt". j i die klcingeipaltcnc Petitzeilc oder deren Raum i 1 SS p<. sind entlvedrr durch die Annoncen- , Expedilionen von C3-,Ij.. Davide Sc Co., , ffc.ud.olf XwHosee, Haafiensteln Sc "Vogler «. A. oder direct einzusenden an : i Kir Dvp«dition der Israelit. Machen» schrift" in Magdeburg. ] -SS Zntzalt: Leitende Artikel: Was sollen die rumänische» Inden Ihn»? Bon St reiner, iSrfurt. — Berliner Briese. (Schind.) Berirbte u»d borrespvndenien: Dculschlaud: Magdeburg. Breslau. Breslau. Sondershansen. Schneidei»iihi. Essen. Oeste rr e i ch - II ng ar n: Wien. Aus Mähren. — Frankreich: Paris. Paris. Algier. — :Kußland: Pelersburg. Riga. Moskau. Kurland. — Palästina: Jerusalem, literinisedte und neueste Naeiirirliten: Magdeburg. Magdeburg. Berlin. Erlangen. Liegnih. Dresden. Hannover. Zierenberg. Elsas, - Lvthringcki. Wien. Paris. London. Italien. Warschau. Tunis. ZN erate. j Wochen- Juli. 1885. Aw. 5645. 1 Halender. i! Donnerstag . 16 4 1 j Freitag. ■ . 17 5 Sonnabend 18 6 i n""CT Perek 3. (»,«>; Sonntag . . 19 7 j Schabbos Chason. Montag . - 20 8! | Dienstag . . 21 9 j Tisch’o b’Ow. 1 Mittwoch . . 22 10 i Donnerstag . 23 11 I i!eii>O. Was sollen die rumänischen Juden thnn? So erhebend und begeisternd die Nachricht wirke» mußte, welche im Jahre 1878 über die Beschlüsse des Berliner CongresseS verbreitet wurde, der die lluabhängigkeitserklärung Rumäniens au die civilrechtliche und politische Gleichstellung aller Bewohner Rumäniens knüpfte, so enttäuschend mußte die Beobachtung wirken, daß seit diesem Cvugreßbeschlusse die Lage der rumänischen Juden eine schlimmere geworden ist. Man hat es verstanden, mit anseheinenddieberechtigtennationalen Forderungen aussprechenden Gesetzen und einer gerade an den Juden vollzogenen harten Anwendung derselben jenen Cougreßbeschluß für Juden fast vollstäudig unwirksam zu machen. Hunderte von Familien wlirden ihres Erwerbes beraubt, vertrieben und allerlei Chieanen ausgesetzt, so daß eine entsetzliche Nothlage entstand. Die Unglücklichen kamen auf den Gedanken auszuwandern, aber ihre Unternehmungen mißglückten. Was nun thun? Mit dieser Frage beschäftigt sich eine bei Osear Leiner in Leipzig erschienene von vr. JuniuS versüßte Brochüre. Sie antwortet: Erstens: Ausharren. Zweitens: Ausbildung zur Agrieultur und Industrie. Es ist allerdings richtig, daß kein Menschenfreund diesen entsetzlichen Leidenszustand sehen kann, ohne in sich die Pflicht zu fühlen, ivenigstens mit seinem schwachen Rathe einen Beitrag zur Linderung des Elends zu versuchen. Am allerwenigsten wird der fühlende Israelit sich dieser Pflicht ledig sprechen können. Und an wen wird man zuerst denken, wenn man nach Hilfe unter uns sucht! Doch gewiß an die großen Cenlreu jüdischen Gemeinsinnes, jüdischer Wohlthätigkeit. Die Alliance israelite universelle, die Anglo-Jewish Association, die Wiener Allianz haben gewiß schon so manchem rumänischen Juden Beistand geleistet; es wäre darum verdienstvoll gewesen, wenn De. Junius geschildert Hütte, was von diesen Seiten aus geschehen ist. Zunächst aber, werden diese Centren sageil müssen, ist es Pflicht der intelligenten und glücklicher gestellten rumänischen Juden selbst zu prüfen, was für die Entfernung der Nothlage das Beste sei, was sie unternehmen könnten, ohne von den Behörden darin gestört zu werden. Denn das wird wohl als Grundfvrderung für solche Unternehmungen, die Juden zur Befreiung ihrer Glaubensgenossen unternehmen, hingestellt werden müssen, daß das volle Einvernehmen mit den Heimathsbehörden über die in's Werk zu setzenden Dinge gesichert ist. Denn abgesehen, daß ja dem Juden keine Gewalt zusteht, sich selbst zu Helsen gegen den Willen der Behörden, verbietet ihm die Religion ein solches Vorgehen und muß ihm die Klugheit rathe», daß nur das von Erfolg sein kann, was in der Heimath selbst Boden fassen kann. Ist aber ein Project vorhanden, welches Aussicht hat, von den Behörden gut geheißen zu werdeir und zu denr Ziele führt, solche Berufselassen unter den Israeliten heranzubilden, welche ungestört sich ernähren können, so wird gewiß von allen Seiten, wenn es an Geld und geistiger Kraft fehlt, den rumänischen Israeliten von den Israeliten aller Länder Suecurs kommen. Es ist aber eine sehr oft gemachte Erfahrung, daß der Kranke selbst instinctiv die Heilmittel seiner Krankheit findet und in der ethischen Geschichte der Menschen ist es meistens so, daß der Freiheitsuchende besser zu beurtheileu weiß, wie er sie findet, als der Fernstehende, dem er seinen Schmerz