Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1885-07-02 · N° 27. (2.7.1885) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
16 (1885)
Issue
N° 27. (2.7.1885)
Date
1885-07-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/5369809-9586215-9584842--5800-9584843
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

^Anstalt flltltt >1877 ■ '3tf|. N"? Jnn,Deut2 *«6«nuetri «/"• Daquitk. fr«nco jeder «akiistativn 6. :t ^nffldit 2r. tr™ Rabbiner Mn. VKS-drirn. i die bei de» onilieei-. ichn >I>lrn UüiUiui dit Ermäßigung 'r Stiit timtdtn, ni« des Ejuaiiis »9 der Pos, dt neuer Feil. » Mben lotjcn. ddiiteeLwnal iiükkncbk tiiii die » JtWfllifft, he diu-mb! ton ■' ijtiitoje im zu dieiem;jn(Jt de» bkliennide» WH juicnbcn. — lauimedrereAn- Eipebiiicn. Kummer liegt -Blatt" und t". ilands! ilfltt «esekalle", i und Hinrel! DilC* V littet. Sciiage einen dk'.l'e'.- nn", dar Htfl ifitgcnöiiiKtw luirrit die levomdciidrn Ibner. Sndfr®*11®4 occlle lU« opfern in io » >° bW' ieini nbal'-'/»!" I qcmuBi v Jt B°°S «tcitibW' nen lands. M 25 Magdeburg, 3. Juli 1883. XVI. Jalirg. für die religiöse» und socialen Interessen des Jndenthnms. r a Wöchentlich erscheint je eine Nuinner der ' „Mo ch rn sch rift". der „Famllien- Hlatt*" u. der „Littrratnrb I atts". PreiS für alle drei Ktoller bei allen Poslämlern u. Buchhandlungen 3 vierleljähtlich. Mil direkter Zusendung: jährlich 1t Mark, nach dem Aurlande: 16 Mk. >8 fl.. 20 FrcS.. 8 Rbl., t Dollars). Linzelnummern der ..Wochenschrift" k 25 Pf.. deS ^Litteratur-BlaltS" k 15 Pf. de? „Familien-Blaits k 10 Pf. Bf- - - Beraniwortlichev Rcdacteur und Hcrausczeber: Rabbiner Ilr. W. Hiaymer in Magdeburg. Für Mahrheit. Kecht «ad Frirdeu! s; & Jure rot* MU trt ..Israelitische Wochenschrift", . ivie fiiv das „Jüdische Litteratur-Blalt".; die kicingeipalleue Peritzcilc oder deren Rau:n 38 pf. find cnllvedcr durch die AnnonccntLrpedirionen von Q. L-IDan'be «Sc Co., RudolfLlosse, Haas enstein «Sc *Vogler u. A. oder direct einäui'euden an : Die Expedition dev ..Zoraelit. Mochenschriff in Magdeburg. a ---» Inhalt: Leitende Artikel: gur Frage dcr iSrneiilischc» Allianz in Deutschland. Po» Dr. aititou Scherbett (üiffn.) — Unsere jiidischc» „Lcbrer-Scininnre." — Was ll>ut »ns Noih? Ein Wort »brr Rcligivnsunlenicht. Bo» I. Ulingensici» in Lber-Jngekheiin. Berichte und (Korrespondenz«»: Deulschland: Magdeburg. Berlin. Berlin. Aus Lbcrschlesien. Dresden. AuS Wcslsalen. (Schius;.) Aus dem iiannöoerschen. Aus Lstpreusicn. Bermischtc und neueste Nachrichten: Berlin. Leis. Emden. Bojanowo. Salzkotten- London. Warschau. Moskau. Lublin. In erste. Briefkasten. Zur Frage der israelitischen Allianz in Deutschland. Von vr. Simon Scherbe! jLissa). Der Gedanke einer „israelitischen Allianz in Deutschland," d. h. einer selbstständigen Gliederung der Deutschen l innerhalb dcr Alliance israelite universelle, den Herr Rechtsanwalt Emil Lehmann wieder ausgenvmmen und in voriger Nummer 24 d.Bl. zum Ausdruck gebracht hat, kann jedes deutschjüdische Herz nur höchst sympathisch berühren. Er entspricht nicht ilur der prävalirenden Stellung, welche die deutschen Juden hinsichtlich ihrer Mitgliederzahl in der Alliance israelite einnehmen, sondern auch dem hervorragenden Einflüsse und der Bedeutung, tvelche Deutschland seit zwei Deccnnien im Rathe der Völker gewonnen hat. Wenn wir also lediglich von diesem Gesichtspunkte aus an die Sache herantretcn, so sind wir sicher, daß sich in der deutschen Judenheit keinerlei Widerspruch dagegen erheben, vielmehr die wärmste allseitige Zustimmung ausgesprochen werden wird. Etwas Anderes ist cs aber, wenn die Frage aufgestellt wird, ob eine solche Anregung gegenwärtig zweckmäßig erscheint, ob eine einigermaßen gegründete Aussicht vorhanden ist, daß unter den heutigen Verhältnissen die Idee eines festeren Zusammenschlusses der deutschen Juden sich in wünschenswerthcr Weise wird zur Ausführung bringen lassen. Erwägen wir nur, daß die Angelegenheit bereits im Jahre 1872 auf der Tagesordnung der Dclegirten-Versammlung in Berlin gestanden, daß sic aber schon damals neben einer Anzahl von Freunden auch recht viele Gegner gefunden hat. Ist nun anznnehmcn, daß der Gedanke, der bereits iin Jahre 1872 soviel Opposition erfahren mußte, wo Alles noch unter Wochen- Juli. 1885. Tammus.; ^afeltÖet. 5645. | Donnerstag . 19 ' Freitag. . . 3 •20 : Sonnabend 4 2t CnrS Perek 1. (9,19) Sonntag . . 5 22 Wontag. . . 23 Dienstag . . 7 24! Mittwoch . . 8 25 Donnerstag . 26! dem überwältigenden Eindrücke eines Siegeslaufes dcr deutschen Waffen stand, wie er in dcr Weltgeschichte niemals verzeichnet worden, wo jede Brust geschwellt war von dem Frohgefühl der Wiederherstellung des deutschen Reiches und der deutschen Einheit, daß dieser Gedanke heute eine ungetheiltere Aufnahme finden ivird, wo jener Enthusiasmus längst verrauscht ist und einer nüchternen, kühlen Auffassung Platz gemacht hat, die, gestehen tvir es nur offen, nicht frei ist von dem Gefühle einer gewissen Enttäuschung in so manchen Dingen? Können wir hoffen, daß der Gedanke, die deutsche Judenheit mehr als bisher zusammenzusügen und zusammcnzukitten, Angesichts der unablässig wiederholten Verdächtigungen und Verleumdungen der antisemitischen Anführer, daß die jüdische Solidarität nur die Förderung der jüdischen Sonderinteressen im Auge hat, daß die Alliance israelite die „erste embryonische Anlage zu einer Centralregierung der künftigen jüdischen Weltherrschaft" sei, können wir, wie gesagt, hoffen, daß dieser Gedanke heutzutage fruchtbringender sein werde, wo der Antisemitismus noch in vollster Blüthe steht*) und noch immer weiter um sich greift, wie ein Unkraut, welches die sorgsame Hand des Gärtners nicht rechtzeitig ausrcißt und vernichtet, als im Jahre 1872, wo von antisemitischer Wühlereien und Hetzereien noch keine Rede war? Wir können uns der Thatsachc nicht entziehen, daß unter diesen Eindrücken der freudige, schöne Eifer, mit welchem man in Anfänge der siebziger Jahre sich der Pflege der „deutsch-jüdischen- und der Gesammtinteressen des Judcnthums zu widmen begonnen hatte, bedenklich erlahmt ist, und *) Wir bemerken, dag dieser Artikel vor dcr Urthcilverkiindignng in den, Proceg Bäcker gegen Sköcker geschrieben war. (Red.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.