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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1885-06-18 · N° 25. (18.6.1885) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
16 (1885)
Issue
N° 25. (18.6.1885)
Date
1885-06-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 25 Magdeburg, 18. Juni 1885. XVI. Iahrg.? für die religiösen und sociale» Interessen des Jndenthums. « - s „V^-ch - n sch Ä s«»."dÄ'I.! Vcraniwortlichei Redakteur und Herausgeber: ülatta" u. deS ..Lllteraturblatt»".!TSÄSfÄS?SS: Rabbiner »r. W. Wahmer in Magdeburg. Mit direkter ^ufrudunfl: jährlich 14 Mark, nach dem AuSlande: 16 Mk. <8 fl.. 20 FrcS., 8 Rbl., i Dollars). Einzelnummern der „Wochenschrift" k 25 Pf.. f«r ffiahrhflt, fifjht lllld Fried en! des „Litteratur-BlattS" b IS Pf. * des „Familien Blatts k 10 Pf. -^ S* Kn feral» für d-e „Israelitische W o ch e n i cfi r i f t", , wir für dar „Jüdische Litleralur-Biall", \ die kleingcspallcne Petitzcile oder deren Raum ' 9a pf. sind elmveder durch die Annoncen- Expeditioncn von G. L_Daube «Sc Co., 3&u.dolf 3S<£o88e9 Haasenstein <Ss "Vogler u. A. oder direct einulieuden an : Die Erpedilion der ..K«raelit. Machenschritt" in Magdeburg. Inhalt: Leitende Artikel: Was chul uns Roth? Bon I. Kiingeustein. — Briese aus Rumänien. Berichte und Eorrespondenzen: Deutschland: Magdeburg. Breslau. Bon: Rhein. Rus der Provinz Hannover. Hamburg. Laarwcllingen. Uarlsrtthc. Weitburg. Oesterreich. U ug a rn : Wien. Pest. Mähren. Rnssland: Petersburg. — Palästina: Jerusalem. Der ui . seilte und neueste Nachrichten: Schncidcmühl. Thor». Bom Rhein. München, illottwcil. Wien. Pest. Paris. Jerusalem. Berlin. Inieratc. — Briefkasten. Abonnements-Vittladung. Diese Nummer ist die vorletzte des zweiten Quartals. Wir erinnern unsere gesch. Leser an die rechtzeitige Erneuerung des Abonnements auf das dlltte Quartal bei den Postämtern. Buchhändler» oder der Expe dition dies. Bl., damit die Zusendung keine Unterbrechung erleide. — Das Abonnement beträgt für alle s Blätter pro Quartal s Mark. Freunde unserer Blätter, die sich die Verbreitung derselben angelegen sei« lassen wolle», erhalten auf Wunsch Exemplare gratis u. franco; ebenso bereitwillig würden wir einzelne Nummern an aufgcgebcne Adressen gratis zur Anficht versenden. Die Expedition. Was thut unö Noth? Kin Wort «Ser Hlckigionsunterricht.) Von I. Klingenstcin in Lbcr-Jngelheim. Hl. Beim Religionsunterricht kommt cs allüberall in erster Linie auf die Bildung des Herzens und des Charakter' s an. Den llntcrricht im H e b r ä i s ch c n aber können wir als Jude» nimmermehr entbehren. Das Bibelwort und die Bibelsprache sind dein Juden heilig. Wir stimmen aus vollster Ucberzeugnng in den Ausspruch eines berühmten jüdischen Publicisten und Schulmannes ein. des vor einigen Jahren verstorbenen Dr. Szanto aus Wien, welcher einst zu denHSchreiber dieses sagte: „Wenn auch religiöse Formen und Gebräuche in bcklagenswerther Weise mehr und mehr schwinden: so lange wir noch das Bibelwort, die Sprache unserer Väter pflegen, wird das Judenthum nicht untergehen." Die hebr. Sprache ist neben der Einheitslehre die Kette, welche uns umschließt, die uns verbindet und zusammcnhält, weil sie uns einführt in den Gedankenkreis unserer Väter „von Anfang her" und uns Kunde gicbt von ihrem Fühlen und Wollen, von ihrer und der Religion geschichtlichen Entwicklung. Diese Sprache ist auch jetzt »och ein Band für die Judenheit aus dem gesummten Erdenrunde. In der hebräischen Sprache geben wir dem Kinde eine Waffe gegen Aberglauben und Unglauben, gegen Geistesbethörung, Verfinsterung und Pfaffen- Wochen- 1885. Tammus.' Kalender. 5645. Donnerstag . 18 5 i Freitag. . . 19 6 | Sonnabend 20 np'n Perek 5. (9,3*) Sonntag . . 21 8 1 Montag. . . 22 9 1 Dienstag . . 23 10 Mittwoch . . 24 11 Donnerstag . 25 12 | thum, denn wir führen es an die nimmer versiegende Quelle, aus der es selb st zu schöpfen berufen ist; kein unberufener „Wächter" kann ihm den Eintritt in das Heiligihnm, den Schlüssel zur GotteSlehre, versagen. Das jüdische Kind weiß, daß Alle berufen sind zu lernen und zu lehren. Darum gilt uns der Unterricht im Hebräischen wohl als Religionsunterricht und wir fühlen uns verpflichtet, ihn nach Möglichkeit zu pflegen. Die hebräischen Gebete und die Thoravvrlesung werden immer einen Hauptbestandttheil unseres öffentlichen Gottesdienstes bilden und der Mittelpunkt des religiösen Lebens überhaupt ist das Gotteshaus, der öffentliche Gottesdienst. Welcher Art soll dieser Unterricht sein? Wie und wie viel soll gelehrt werden? Was soll gelehrt iverden? Das sind überall pädagogische Fragen, die hier nicht erörtert werden können. Es genüge die Andeutung, daß dieser Unterricht in den Stand setzen soll, am öffentlichen Gottesdienste lebendigen Antheil zu nehmen: daß die Gebete und die Thoravorlesung verstanden werden sollen und der Jude im Stande sein soll, sich selbst in der Sprache der Bibel einzuleben und sich in derselben fortzubilden nllKI TtS L'MLN. Daß die allgemeine Bildung auch dabei gewinnt, brauchen wir verständigen Eltern und Lehrern wohl nicht zu sagen. Kann irgend ein Zweifel obwalten darüber, daß ein Psalm, ein Abschnitt aus den Propheten ebensoviel Bildungsmomente für Geist und Gemüth enthält, als so manche klassische oder auch n icht klassische Dichtung? Für diesen gesammten Religionsunterricht in einer höheren Klaffe mit einer wöchentlich inäßigeil Schülerzahl brauchen wir mindestens fünf Stunden, für die Elementarklasse 3 Stunden; für eine combinirte Schule mit allen Klaffen a ch t Stunden! — Jedenfalls muß aber der Unterricht dann fortgesührt werden durch alle Klassen auch der höheren Lehranstalten. Es ist Sache der Eltern, der Lehrer, wie der Gemeinde und deren Vorstände, hinfür Sorge zu tragen und insbesondere nie auch nur den Gedanken aufkommen zu lassen, daß dieser Unterricht Nebensache — fakul-

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