Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 16 (1885)
- Issue
- N° 22. (29.5.1885)
- Date
- 1885-05-29
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Magdeburg, 29. Mai 1883. XVI. Iilhrg. M 22. für die religiösen und socialen Interessen des Judeuthums. Wöchentlich cricheint je eine Nuumcr der „Mo ch nt fri) t ift‘k, des „Farnilienblnttft“ ii. des „Citt*rotM*,b lott«“. Preis für alle drei Siatter bei allen Posrämlcrn u. Buchliandlunflcn 3 I^Earli vlerleljälirUch. Mil birccicr Zusendung: jührlich 14 Mark, nach dem Auslände: 16 Mk. t8 fl.. 20 FrcS.. 8 Rb!.. 4 DvllarS). rmstinummern der „Wochenschrift" k 26 Pf., dcS „Lilterarur-Blattr" k 16 Pf. des ..Familien-BlattS ä 10 Pf. s-... Verantwortlicher Redacteur und Herausgeber: Rabbiner Rr. W. Aahmer in Magdeburg. j»r Wahrheit. Recht «nd jriedea! « - - 2» In fer at» i s für die „Israelitische Wochenschrift", I ’ wie für daS ..Jüdische Lilteralur-Blalt".! : die kleingcspaltcne Petirzcilc oder deren Raumf ' 25 pf. sind entweder durch die Annoncenj 1 gjiicMtümen tum GvIi-JDaiobe <Sc Oo-,! Rudolf Mosse, Haasenstein & : "Vogler u. A. oder direct eulau'cnden an: Die Kepediiion der ..Zsraeiit. Wochen-! schrift" in Magdeburg. e-ss Inhalt: Wochen- Hai. siwan- : Kalender. Leitende Artikel: Was thut uns Noch? Ein Wort über Neligions» Unterricht. Von I. l inqensrei n in Ober-Ingelheim. — Aus 1885. 5645.! 28 14 1 Mähren. Donnerstag . Berichte und (?orrespondeiizcil: Deutschland: Magdeburg. Schneidemnhl. Hamburg. Aus dem Hannoverschen. Ans der Provinz Hannover. Burgkundstad!. Dresden. Dresden. Leipzig. Freitag. . . 29 15 Sonnabend 30 1» j Perek 2- (»,*) Oesterreich-Ungarn: Wien. Krakau. Sonntag . . 31 17 Frankreich: Paris. Paris. Montag. . . i 18 j Vermochte und neueste Nachrichten: Halle a. S. Meiningen. Dienstag . . 2 19 j Westpreichen. Paris. Petersburg. Petersburg. Joppe. Jerusalem. Mittwoch . . 3 20! Ins rate. Donnerstag . 4 21 Was thut »ns Noth? Hin Wort «der Religionsunterricht.*) Bon I. »Hin genslein in Lber-Jngelhcim. I. Inda wurde Gottes Hciligthum, Israel sein Reich, — Ihr sollt mir ein Priestcrrcich, ein heiliges Volk sein! In diesen Bibelwortcn liegt, der Lehrberuf Israels ausgesprochen, der dieser Festeszeit Weihe und Bedeutung giebt. Hell und klar tritt da vor unser Geistesauge die Aufgabe, die uns die Offenbarung am Sinai gestellt hat. In dieser schönen Zeit, wo die Natur in der Fülle ihrer Herrlichkeit prangt, wandern wir im Geiste an jenen heiligen Berg in der Wüste, woselbst eine Geistessaat ausgestreut wurde für alle Welt; von wo die zehn Heilswortc ausvor der Gemeinde, daß sie mit dem Lehrinhalt deS Judenthums bekannt geworden; sondern mehr noch, weil das Fest uns zurücksührt auf unsere Aufgabe: z u l e h r c n. zu der wir allesammt wohl als Israeliten aus erwählt sind welche Aufgabe jedoch in unserer Zeit den Lehrern obliegt, auf deren Schultern sie abgewälzt worden. Da dürfen wir denn zu dieser Fcsteszeit vor die jü dische Gesammtheit in unserem Vaterlande treten und sagen Sehet, diese Gotteslehre, an deren Grundpfeiler wir gemahnt werden allezeit, besonders aber in diesen Festtagen: diese Gotteslehre, die nicht weichen sollte aus unserem Munde und dem Munde unserer Kinder — ewiglich, sie ist heute gefährdet, durch Euch! Nein, nicht gefährdet, denn der Tag wird und muß ja kommen, wo die ganze Menschheit zu ihr zurückkehren wird, weil sie der ewige Inhalt des Akenschenj lebens ist; die Lehre des Moses und Israels kann nicht untergehen, weil sie die ewige Leuchte ist für den Menschengeist. Aber Ihr und Eure Kinder werden verloren sein für diese Lehre! Was unsere Väter gehütet und gepflegt unter Druck und Leiden Jahrtausende lang, — Ihr gebt cs hin für wesenlosen Schein, Die Gotteslehre wird in der Erziehung, im Unterrichte, im Hause zurückgedrängt. Sie ist, auch im besten Falle, das Stiefkind unter den Lehrgegcnständen, und nicht was sie sein sollte, deren Krone! Wir, die Lehrer der Gegenwart, sind ja keine Zeloten! Wir schützen das Wissen allüberall. Auch wir sagen mit Euch: den Geist bilden, ist Religion! Aber wir können doch nicht ruhig mit ansehe», wie das, was das Leben heiligt, von Eltern und Kindern als eine Last betrachtet wird im Unterrichte, der man die mindeste Achtung, die mindeste Lust cntgegenbringt. gingen, die die Grundpfeiler sind des Rechts und der sittlichen j Weltordnung. Dort in der Wüste die Geistessaat, aus! der so viele, erhabene GeistestHaien entsprossen; hier die prangende Natur, frohe Hoffnungen in unserem Herzen erweckend — sie sind vereint Sinnbilder und Wahrzeichen unserer lehramtlichen Thätigkeit! Ja, die lehramtliche Thätigkeit! Wir könnten das Wochenfest das Fest der Lehrer nennen! Nicht etwa »ur, weil cs in so vielen Ncligionsgemcinden Sitte geworden, die „Erstlinge", das sind unsere Kinder, an diesem Tage im Gotteshause erscheinen zu lassen, um hier Zcngniß zu geben *) Dieser kreisliche Artikel war „zum Woche,tfeftc" überschnelle», traf aber erst am Wochensest ei», darum sein verspätetes — nein, nicht vcrspäicles, sondern nur „späteres" — Erscheinen. (Red.)