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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1885-05-21 · N° 21. (21.5.1885) · p. Seite 163

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
16 (1885)
Issue
N° 21. (21.5.1885)
Date
1885-05-21
Page
Seite 163 (sequence 7)
Language
German
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— 163 — "krachtes Bankhaus — verbinden? Sie könnten dem Hause einen gute» Dienst envcisen!" Er sprach kein Wort mehr "darüber, — und einige Wochen später erhielt die Achawa Von ihm fiir 2000 Gulden österreichischer Loose. Kesterreich-Ungaru. Mrün», 15. Mai. (Or.-Corr.) Gestern sand wieder eine Zitzung des Comitss für die Errichtung eines Proseminars statt, die schon cntgiltigc Resultate zu Tage gefördert hat. Man einigte sich zunächst über die Ausschreibung eines Cvncurses zur Besetzung einer Lehrerstelle, welche mit 1000 fl. vorläufig dotiert werden soll. Uebcr Antrag eines Mitgliedes wurde der Beschluß gefaßt, zuvor bei der Behörde über die Stellung dieses Instituts in der Oeffentlichkcit anzufragen, da cs von besonderer Wichtigkeit ist, daß die Zöglinge desselben, insofern sie eine Stelle als Religionslehrcr für Volksschulen bekleiden wollen, durch ein staatlich anerkanntes Zeugniß dazu legitimiert werden. Sollte das gelingen, wäre für die Ordnung in jüdischen Angelegenheiten ein großer Schritt nach vorwärts gethan, da bisher eine Menge von ganz und gar ungualificiertcii Leuten das Lehramt der jüdischen Religion unsicher macht. Zunächst ist jeder Schochet berufen, als Religionslehrer anf- ^utretcn und erfreut sich erst Jemaitd eine« Lehrbcfähigungszeugnisscs für Elementarschulen, so wird er auch wenn er nicht einmal die Elemente des Hebräischen kennt, als RcligionSlehrer angcstellt. Dieses System wird besonders in Wien mit großer Vorliebe geyandhabl. So nützlich nun die behördliche Anerkennung wäre, so fehr wäre cs traurig, wenn bureaukratische Kleinkrümerei und kleinlicher Ehrgeiz diese wichtige Sache auf die lange Bank bringen sollten. Tantum incepto opus est, cetera res expediet. vermischte und neueste Nachrichten. Magdeburg. Wir verweisen unsere Leser auf die der heutigen No. beigegcbencn „Extrabeilage" der „Victoria". Diese Gesellschaft hat im letzten Quartal der Friedrich- Wilhelm Vtcloria-Stiftung (Pensions- und Unterstützungs- Fonds für jlld. Enltusbeamten) die Summe von M. 2478.50 abgefllhrt. Aerki«. (Or.-Corr.) Zum Deutsch-Jsr. Gemeinde- Bund gehören nach deni ticuesten Verzeichniß 233 Gemeinden (und der ostprenß. Gcmeindcverband); erwägt man, daß die bei weitem größte Zahl — eüva 4 Fünftel — kleinere Gemeinden sind, und daß Deutschland über 2500 Gemeinden hat. so ist leicht zu ermessen, wie weit ab der D.-J. G.-B. noch von seinem eigentlichen Ziele — ein Bund der deutschen -Gemeinden zu sein — noch ist. — Daß unter den ausgeführtcn „immerwährende» Mitgliedern und Stiftern" {3 lebenden und 2 verstorbene») der Name des Begründers und langjährigen, thätigen ersten Präsidenten Kohner — der allerdings bei den Orthodoxen keine persona grata war, und die Schlüssel zur Unsterblichkeit glauben ja die Orthodoxen in Pacht zu haben — fehlt, nimmt sehr Wunder.*) Ais Delegiere des D.-J. G.-B. — meist noch aus der ffrühcre» Zeit, votn sel. Rachod ernannt — fungiren •55 Herren, (Erfurt, Danzig, Stettin, Düsseldorf, Bielefeld, «Cassel, Eöln haben je zwei Delegirtc), darunter 20 Rabbiner, •«unter denen Ihr Name, H. Redacteur, diesmal fehlt.**) Weikburg Montag den 25. Mai findet hier im Lehr- -znnmer der Relig.-Schule die erste Eonfcrenz der Rcligionslehrer des Rab.-Bezirks Weilburg unter *) ». dürfte in früheren Berichten bereits cntfgc.zählt fein. (Red.) Th 111 Mißnerstiindniffcn vorznbengen, sehen wir und zu der -Dicheilung geniithjgt, daß wir dieses Ehrenamt in die Hände derzeitigen Altung des D.-J. G.-B. bereits vor einigen Monaten znrncklegten mit einer fchriftlichcn irrktiirung des Inhalts, dag wir den allzusehr »ach rechts abichwcnkendcn Intentionen der gctzenwiirtigen Leitnng nicht mehr folgen kötlittc». Diese unsere Anschauung wird auch von vielen grcundcn res T.-J. G.-B. gcthcilt. Wir werden selbstverständlich nicht aufhörcn, die vielen gittcti ,'swecke des Bundes fördersanist zu unterstützen. (Ncd.) Vorsitz dcs Bcz.-Rabbiners und Rel.-Schulinspektors Or. Gvldschinidt statt. Tagesordnung: 1. Das Gebcle-Ucbersetzen in der jüd. Rel.-Schule, wie es ist, und wie cs sein soll. (Wie wird es methodisch behandelt? Welche» untcrrichtlich-erziehlichen Werth hat die bisherige methodische Behandlung? Welchen unterrichtlicherziehlichen Werth soll es haben? Wie muß es demnach methodisch behandelt werden?) Vortrag voll Or. Gold schmidt. 2. Der bibl. Geschichtsunterricht in der jüd. Rel.- Schule, wie er ist und wie er sein soll. Von demselben. Schikdberg (Poseni. Wohl der einzige Rabbiner im preuß. Staate, der von der Ausweisung der Polen betroffen wurde, ist Herr M a r m o r st e i n. der hier seit kurzer Zeit amtirte. Htsaß. In N icde r bro n n hatte der Lehrer am Purim zu Ehren des Alliancefestes sehr passend Racines „Esther" von der Schuljugend aufführen lassen. Masel. Daß ein deutscher Rabbiner hier gewählt worden ist, erpreßt den „Arch. isr." den Stoßseufzer, daß dies den immer wachsenden Einfluß Deutschlands in der Schweiz bekunde. Wieder ein Folge von Sedan!" (Als ob Fürst Bismarck den Berliner Herrn zum Baseler ^Rabbiner gemacht hätte.) I» sehr würdiger Weise wehrt Herr Or. S. Dreyfus- Neumalni diese nationale Verdächtigung des franz. Blattes ab. Herr Or. Cohn sei gewählt worden, weil in Basel zumeist deutsch gesprochen wird. Religiösen Angelegenheiten muß alle Rücksicht auf die Politik fern bleiben, will man Frieden in der Gemeinde haben. „Wir kennen weder einen französischen noch einen deutschen Gott, sondern wir glauben alle an den einen, einzigen, ewigen Gott." Mrag. In der hiesigen „Bohemia" findet sich folgende Zuschrift: „Geehrter Herr Redacteur! Die meine Person betreffenden Mittheilungeu des Or. Brimaunus an seinen Bertheidiger Elbogen, von welchen Sic in der heutigen „Boh." reden, sind unwahr und ich ersuche daher, Ihren Lesern diese meine Erklärung gefälligst bekanntzugeben. Achtungsvoll Professor Or. A. Rohling. Prag, 9. Mai 1885."?«fl. I» der Landesausstellung sind 60°/, der Aussteller Juden, während die Juden nur 4 der Bevölkerung ausmachcn. In Odessa sind die Staatsräthe Rosen und Schorst e i n zu Ehren-Friedensrichtern erwählt wordeu. — Mit der „Maravia", welche am 17, April von Hamburg nach Ncw- Iork abging, reisten 307 russ. Juden, zumeist Handwerker, nach Amerika! London. Sir Oliphant hat in einem Schreiben an Herrn Samuel Montag» als das Haupthinderniß für Anlegung von Colonien russ. und rum. Juden die Haltung der türk. Regierung bezeichnet. Ihm scheint dieselbe von mohamedan. Fanatismus diktirt zu sein, da sie in Galiläa und Samaria schärfer hervortritt, wo der fanat. Gouverneur von Syrien zu befehlen hat. Selbst Naturalisationsgesuche von Juden weist er zurück oder schiebt sie auf die lange Bank und nur Naturalisirtc können Colonisten werden. Geeignet für die Besiedelung ist aber nur Syrien. In Juda kann ein naturalisirter Jude eher Land erwerben. Das Wort Colo nie aber erregt den Türken die Galle. Sir Oliphant möchte selbst einen Privatbesitz auf den Namen eines eingeborenen Juden erwerben. Und diejenigen sollte dieColonisationsbetvegnng fortan in erster Reihe in's Auge fassen, welche das Anlagekapital (circa 4000—6000 Mk. für eine Familie) allmählig zurückzahlen sollen. _ Um Ordnung zu erhalten, muß ein enrop. 2"de als Aufseher über jede Colonie gesetzt werden, denn die Einheimische» sind ebenso arbeitsam, wie — zanksüchtig. Jerusalem wird wieder von den 2 Missivnsaposteln Friedland und Rappoport (ans Kischincw), unsicher gemacht ^— Or. H. Adler, Sohn dcs Londoner Obcrrabbiners, ist mit besten Empfehlungen der engl. Regierung hier glücklich angelangt.

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