Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 16 (1885)
- Issue
- N° 17. (23.4.1885)
- Date
- 1885-04-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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M 17 Magdeburg, 23. April 1885 XVI. Zahrg.? fflr die religiösen und socialen Interessen des Judenthnms. FS! Wöchentlich erscheint je eine Nuumer der „Wochenschrift". deS „Familien. ' dlatt*" u. des „Litteratnrb lall»". Preis für alle drei Klatter bei allen Postümkern i n. vuchbandliingen Q Mark vrerteljällrlich. Mit directer Auiendung: jiihrlich 14 Mark, nach dem AuSlanoc. 16 Mk. (8 fl.. 30 FrcS.. 8 Rbl.. 4 Dollars). Einzelnummern der „Wochenschriftk 35 Pf., deS „Litteratur-VIattS" K 15 Pf. deS „Kainllicn-LIatlS k 10 Pf. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber: Rabbiner »r. W. Watimer in Magdeburg. Zär Wahrheit. Pech! und Frieden! I n fe r at e! für d>c „Israelitische Wochenschrift", ■ wie für das „Jüdische Litteratur-BlaN". die kleingespaltene Petitzeilc oder deren Raum ' 25 pf. sind entweder durch die Annoncen- Expeditionen von GK X*_ Daube <te Co., ftudolf Tvlosse, üaaseuBtein & "Vogler u. A. oder direct einmsenden an : > Die Cvpodition btv ,.A»raeiit. Wochenschvift" in Magdeburg. ff SS « — — R5 Wochen- April. Jjar Kalender. 1885. 5645. i Donnerstag . 23 8 i Omer 23 Freitag . . - 24 1 24 Sonnabend 25 10 D'isnp /ö nnx „ 25 Konnlag . . 20 11 Perek 3(7,55) 26 Montag. . - 27 12 | „ 27 Dienstag . . 28 13 i „ 28 Mittmoch . . 23 14 ' .. 29 Donnerstag . 30 15 1 1 „ 30 Inhalt: Leitende Artikel: Die „Achawa" und ihre Ankläger. Von Dr. Rotyschild Alzey — Briese ans Rnmänie». Berictite »ild borresvondenzen: Deutschland: Magdeburg. Berlin. Au» Obeschlesie,,. Dresden. Nordhausc». Aus dem Hannoverschen^ Ans dem lllroßherzoglhun, Posen. Danzig. Aus Baden. (Schlug.) Oesterreich-Ungarn: Wien. Prag. Brünn. Frankreich: Paris. — Schweiz: Zürich — Rußland: Warschau. Dermiseiite und neueste Nachrichten: Magdeburg. Berlin. Gcüvitz. Münster. Pest. Italien. Basel. Florenz. Paris. Paris. Algier. Marocco. Alexandrien. London. Rußland. Kremeniz. Jerusalem. Jerusalem. Joppe. Si. Antonio. Inserate. Briefkasten. Die „Achawa" und ihre Ankläger. Der wiederholt und neuerdings aufs neue laut gewordene Einwand, daß Unterstützungen, und dazu noch erbeten, sich mit der Stellung und Ehre eines Lehrers nicht vertragen , ist der nochmaligen Erwägung werth. Auch ich habe bei der Geburt der Achawa zu Gevatter gestanden, habe deinnach wohl das Recht und die Pflicht mitzusprcchen. Ich nehme indeß das Wort lediglich in der Voraussetzung und Absicht, zur Aufklärung und Beruhigung mit bcizutragen. — Der Gedanke zur Gründung eines Unterstützungs- Vereins für hilfsbedürftige israelitische Lehrer ist von unserm wackern Klingenstein angeregt worden, und zwar zunächst in Veranlassung mehrerer Anträge auf Unterstützung, welche bei ihm, als damaligem Redakteur des Blattes „der Israelitische Lehrer", eiuliefen. Der Gedanke wurde nicht blos zwischen uns gemeinsam besprochen, sondern auch das Statut wurde gemeinsam von uns entworfen; die erste Leitung und Verwaltung hatte hier ihren Sitz und ich habe sie als ehemaliger und »ieljähriger Vorsitzender mit in Händen gehabt. Der Verein sollte ein Unterstützungsvcrein sein, nicht aber, daß die Mitglieder von der Gnade der Verwaltung leben, von deren Willkür abhängen sollten; die Mitglieder sollten ein Recht ans Unterstützung haben, niemand sollte um Unterstützung bitten müssen, sondern jeder sein Recht darauf geltend machen können. Mit der Aufnahme-Urkuilde in der Hand kann also jeder vor der Achawa in gleicher Weise auf seinen Schein bestehen, wie mit der Police vor der Versicherungsgesellschaft; hier wie dort wird ein Berechtigungsantrag gestellt, von dem Nichtmitglieder ausgeschlossen sind. Dort liegt die Berechtigung in dem jährlichen Mitgliederbeitrag, hier in der jährlichen Prämienzahlung; immer nur ein Streit um Worte. In beiden Fallen liegt auch der Verwaltung ob, die Berechtigung zu prüfen, und ihre Anerkennung kann ebenso gut von der Versicherungsgesellschaft verweigert werden, wie von der Achawa-Verwaltung. Aber freilich ist ein Unterschied zwischen Versicherungsgesellschaft und Achawa, und zwar nicht zu Ungunsten der letztern. Eine Versicherungsrcntc kann nur gezahlt werden nach Maßgabe der verschiedenen Versicherungsprämien; der Mitglicder- Bcitrag der Achawa ist aber für jeden gleich. Sollte die Achawa als Versicherungsgesellschaft betrachtet werde», aus der man eine Rente beansprucht, so könnte diese nicht anders als für jeden gleichmäßig bemessen werden. Hiermit wäre aber der Zweck der Achawa nicht erreicht und den Mitgliedern nichts weniger als gedient. Die Rente könnte auch nur e i n Mal erhoben werden, nicht wiederholt, oder die Kasse müßte, um alle gleichmäßig zu behandeln, alljährlich ausgeschüttet und der Inhalt unter Alle gleichmäßig vertheilt werde». Dergleichen will die Achawa nicht, und das werden die Mitglieder auch nicht wollen. Man muß sich nur über die Verhältnisse klar werden, unter denen die Achawa gegründet worden, und für welche sie verwaltet wird. Die Amtsverhültnisse und Stellungen der jüdischen Lehrer sind eben der Art, daß ohne Achawa im Falle der Hülfsbedürftigkeit öffentliche Collekten nothwendig wären, wie es für solche, welche nicht Mitglieder der Achawa sind, heute noch Bcdürfniß ist. Dieser Beschämung und Verlegenheit der Lehrer sollte abgeholfen werden; dafür wurde die Achawa gegründet. Die Mitglieder fordern jetzt bei der Verwaltung das Geld, woraus sie nach persönlichen und Familienverhältnissen, wie nach Zahl der Antragsteller und den vorhandenen Mitteln, laut Statut ein Anrecht haben, und die Verwaltung hat die Aufgabe und die Pflicht, ihre Forderung und ihr Anrecht