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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1885-04-03 · N° 14-15. (3.4.1885) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
16 (1885)
Issue
N° 14-15. (3.4.1885)
Date
1885-04-03
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Aeitage z. Wr. 14-15 d. „Isr.Wochenschr." Vermischte und neueste Uachrichten. K. Kkving lOr.-eorr.i ®cv eiste Vorsteher unserer Gemeinde, Herr Dr, med. Iacobi, ivurde mit an Einstimmigkeit grenzender Majorität (40 von 40 Stimmen) von den Stadtverordneten za ihrem Vorsitzenden gewählt, Diese Wahl gereicht der Stadt, wegen des hierdurch bekundeten Freisinne, zur Ehre, und uns Juden bereitet sie eine ganz besondere Freude, weil wir einen neuen Beweis dafür haben, dag in unserem schönen Elbing für Stvcker'schen Weizen kein Boden ist, Landsberg a. W., 20, Mürz Gestern Abend vereinigten sich im Gesellschnstehnuse zu Ehren unseres nach Brvmberg berufenen Herrn Predigers Dr. SU cm per er eine größere Anzahl von Männer» beider Konfessionen zu gemeinsame>n Abschiedsmahle, Bei demselben bekenchtete Bankier Heinrich Pick im Namen der Shnagogengemcinde die Verdienste ihres Seelsorgers während zweier Dezennien, während Herr Stadtrath ist ö stet den Gefühlen der Freunde des Scheidenden lebhaften Ausdruck gab. Es folgten noch eine Reihe Trinksprüche auf das fernere Wohl des Dr, K. und seiner Familie, Aromberg, 27, April, Gestern Vormittag 11 Uhr wurde unser neuer Rabbiner, Herr Dr, Kleinperer im Gemeindesitznngjaale, woselbst die Gemeindevertretung und die Gemeindebeamten versammelt waren, installirt. Die angemessene Ansprache des ersten Vorstehers und Repräsentanten-Vorsitzenden (HH, Bankier Louis und Arnold Aronsohn) beantwortete Herr Dr, K, - die Grußformel sinnreich deutend — in begeisterter Weise, —■ Am ersten Passahtage findet die Antrittspredigt desselben statt, A. L. Dresden, Ende März, Die diesjährigen öffentliche» Prüfungen der Religionsschule legten ein sehr gulcS Zeugniß für die pädagogische Tüchtigkeit der Lehrkräfte ab. Außer Herrn Oberrabb. Dr, Landau wirken die Herren Auerbach und Obercantor W olfsvh n als Lehrer an der Anstalt, die a cht klassig (4 Sknaben- und 4 Mädchenklasscn) weist selbstredend wachsende Frequenz auf. Die Gemeinderathsmitglieder wohnten u. a, dein Examen bei, Bücherprämien an die besten Zöglinge gelangten zur Vertheilung. Es dürfre dem gesch, Leserkreis der „Wochenschrift" von Interesse, sein, daß von dem isr. Krankenunlerstützungsinstilut gelegentlich des 40 jährigen Jubiläums des Herrn Dr, Hermann (eines Nichtisraeliten), als Vereinsarzt, demsekbeil eine Ehrengabe, ein kostbarer Stock und Widmung, gespendet worden ist. Gelegentlich seiner 5, Generalversammlung h.it der hiesige „Brüder-Verein", außer der Alliance isr. univ, auch dem „Bezirksvcrein gegen Mißbrauch geistiger Getränke", dem „Verein gegen Armennoth und Bettelei", sowie dem „israel, Armenvcrein", seinen Tendenzen gemäß, Gaben aus seinem UnterstützungssondS votirt, Dresden.Aus demMundemcinesseligenJugendlehrers, eines vorzüglichen Rechenmeisters, der in feiner Jugend als Kaufmann Jahrmärkte bezog, habe ich Folgendes: In Weimar verbot der Stadtrath ihnr und seinen Glaubensgenossen während des Jahrmarktes das Festhalten auf dem Marktplatz, Sie wandten sich an den Minister v, G ö t h c, und dieser räumte ihnen in menschenfreundlichster Weise den weit günstiger gelegenen Schloßplatz ein. E. L. Hroßwaröei«. Unsere Gemeinde vertheilt an ihre Armen 200 Centner Mazzvth, Mehr als 20,000 Gulden werden jährlich an Unterstützungen verausgabt, Krakau, Vor einigen Tagen feierte der Obrist des hier stationirten Regiments sein 40 jähriges Jubiläum, das Regiment brachte ihm eine Ovation und wählte einen jüdischen Feldwebel zum Sprecher. Derselbe besprach sich zuerst mit Herrn Rabb, Du schal über diese Rede, und bemerkte, daß ihm der Auftrag geworden, hervorzuheben, daß der Oberst niemals auf das religiöse Bekenntniß gesehen und daß Jude und Christ ihm bei einem Avencement gleich waren. Die Ansprache wurde auch applaudirt. Nimmt man die Rede des Ministers gegen Grenter hinzu, so freut man sich dieser Kundgebungen und hofft auf das baldige Aufhören des Antisemitismus, Hoffentlich werden die gegenseitigen Anfeindungen im hies, jüdischen Lager ebenfalls bald ein Ende nehmen. Marschau. Der „Kuryer Marsch." erzählt, daß ein Jude der Polizei mitgetheilt habe, daß bei einem Nichtjuden ein Federkissen sich finde, welches ihm bei der Judenhetze geraubt worden ist, und in welchem 6000 Rubel Papier steckten. Das wurde Alles richtig vorgefunden. Mrünu. (Schluß.) III. Organisation. Da ich bisher ohne jedeplanmäßigeOrganisation soviel erreicht habe, daß in 1 ‘/, Jahrein mäßig, begabter Schüler Thora, einen Theil der ersten Propheten und die ganze hebräische Formenlehre vollständig bewältigt hat, so glaube ich, wird eine Schule, der die nöthige» Mittel, Zeit und Lehrkräfte zu Gebote stehen, in längstens 3 Jahren das gleiche Ziel erreicht haben. Begänne also bei der 2. Gymnasialklasse (Quinta) ein Cursus Bibelkunde oder Gramniatik, so müßte mit verständiger Ausnutzung der Zeit an den freien Nachmittagen und an den Feiertagen das Pensum der Bibelkunde während des Untergymnasiums gelöst sein, ES würde eine weitere Lehrkraft den Unterricht in dem Studium der poetischen und prophetischen Bücher für die Obcrgymnasiastcn nebst der Kenntniß der Mischnah in gleicher Zeit zu Wege bringen- Bei dem Umstande, daß die Brünner Cultus-Gemeinde das Local ihrer Religionsschule unentgeltlich zur Verfügung stellen kann, daß für den Unterricht an den unteren Classen ein gut geschulter Gymnasiast genügen könnte, daß durch die Norhwendigkeit für die stets wachsende Schülerzahl an den Mittelschulen einen 2, Religionslehrer zu bestellen auch das löbliche Curatoriuni in die Lage versetzt werden wird, eine gut geschulte Lehrkraft für den höher» Unterricht ohne große materielle Opfer zu gewinnen, glaube ich, daß ich der Ausführung des wahrhaft religiösen der Wissenschaft und Religion gleicherweise dienende» Instituts keine besondere Hindernisse im Wege stehen werde». London, Ende März. Die jüd. Freischule zu Westminster Hierselbst hat soeben einen Erfolg wie noch nie zuvor erlangt. Unter den 383 Schülern, die vom Königl. Schulinspector in den verschiedensten Gegenständen examinirt worden sind, war kein einziger, der die Prüfung nicht bestanden hätte. Bedenkt man, daß diese Schüler mehrere Stunden in der Woche den hebräischen Unterrichtsfächern widmen müssen unv daß die Majorität derselbeir Kinder ausländischer Eltern sind, so ist der besagte Erfolg wirklich bemerkenswerth. Der betreffende Schulinspector, eine Autorität in seinem Fache, bemerkte, daß das Studium des Hebräischen den jüd. Schülern nicht allein nicht hinderlich, sondern vielmehr recht förderlich in ihren anderii Studien sei, da es den Verstand der Schüler schärfe. Ueber Khartum (im Sudan) erzählt die neue allgemeine Geographie von Elisse Reclus (Band X) unter Anderm, daß dort in der Umgegend Gebäudereste unter dem Namen „Kenisse" mehrfach gefunden iverden. Reclus will dieses Wort von Kilissa — Ecclesia =■ Kirche herleiten und vergißt, daß „Kenesses" die eigentliche hebr. Bezeichnung für Synagoge ist. Wahrscheinlich haben also dort einst Judengewohnt. Jerusalem. Die hier lebenden Juden, welche deutsche Schutzangehörige sind, haben 911 Piaster Bismarckspende den, hiesigen Generatcvnsnl überreicht; die christlichen Templer 185 P,

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