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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1885-03-26 · N° 13. (26.3.1885) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
16 (1885)
Issue
N° 13. (26.3.1885)
Date
1885-03-26
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 13. Magdeburg, 26. Marz 1883. XVI. Jlllllg. für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums. SS Wöchentlich erscheint je eine Wimmer der ,.AUo ch er» sehr» fl", des „Famlltrnblatt»" u.de ..Litteraturblalt«". Preis für alle drei Ktatter bei allen Postämtern u. Bnchdandltmgen Q 3S£arls vierteljährlich. Mil directer Zusendung: jährlich 14 Mark, nach dem AuSlandc: IS Mk. «8 fl.. 20 FrcS., 8 Rbl., 4 Dollars). Linzelnurninern der „Wochenschriftk 25 Pf., dcS „Litteratur-BlaltSk 15 Pf. deS „Fannlien-BlattS h 10 Pf. Bcramwortlicher Rcdacteur und Herausgeber: Rabbiner Ile. W. Kahmer in Magdeburg. jiir Wahrheit, Recht «ad Friede«! X Jtirernt» für die „Israelitische Wochenschrift-. ■; wie für das „Jüdische Litteratur-Blatt-. ,! die kleingcspaltene Pctitzcile oder deren Raum i j 25 'Pf, sind entweder durch die Annoncen-! Ervcditioncn von C3--Ij-IDaui‘be «Sc Co., ■ Rudolf iS/Tosse, HaasenBtein Ss . "Vogler u. R. oder direct einnlicndcn an : Dir Krprdiiion drr „Joraeltt. Ulochrnschrifi" in Magdeburg. ft? -sa Inhalt: Abonncmcnts-Einladuiig. Leitende Artikel: Tic Pessach-Hoggedo. I. Die Pädagogik der „Haggodo". — Znm Jubiläum der Alliance Jsraelitc Univeyclle. Beriebte und Korrespondenzen: Dcuischland: Magdeburg. — Leipzig. — Hainburg. — Colbcrg. — Reustadt O.-Schl. — Aus Westfalen. — Aus Hegen. Oesterreich - Unga rn: Brünn. — Brünn.!»ern>is»tc und neueste Nachrichten: Berlin. — Magdeburg. Magdeburg. — Wcilbnrg. — Dresden. — Rordhausc». — Metz. — — Prag. — Paris. -- Petersburg. — Bukarest. — Consta» linopel. — Constantiiwpel. Inserate. Wochen- 1885. Nissan. 5645. Kalender. Donnerstag . 2« 10 Freitag - -; 27 11 Sonnabend . . 28 12 Sch. haggodaul (i,5) Sonntag . . 29 16 Montag. . .! 30 14 Erew Pessach Dienstag . . , 31 15 I)a$ Passallfest. Mittwoch . . i 1 16 „ » Omer 1. Donnerstag . ' 2 17 » »?i 2- Abonnements - Einladung. Diese Nr. ist die letzte des ersten Quartals; wir erinnern nnscrc geehrten Leser — zur Vermeidung jeder Unterbrechung in der weitern Zusendung — an die rechtzeitige Erneuerung des Abonnements auf daS zweite Quartal, da wir für Nachlieferung der ersten Lnartalsnummcrn nicht einsteheu können. ME- Zrenndc unserer Blätter, die stch die Berbrcitung der selbe» angelegen sein laffcn wolle», erhalten auf Wunsch diverse Exemplare dieser Nr. gratis u. franco zugesandt. Die Pessach-Haggodo. i. Die Pädagogik der „Kaggodo". „Haggodo, Scder, Ma - nischtauno — welch geheimnißvoll liebliche Bilder zaubern diese Worte herauf im Geiste derer, welche das Glück gehabt haben, ein Kind frommer jüdischer Eltern zu sein! Und wären sic heute in ihreni Leben schon ganz dem Judenthum entfremdet, und wäre die Hälfe, ja Dreiviertel eines Jahrhunderts abgelaufen, seitdem sic am Tische ihres frommen Vaters zum letzten Male einen „Sedcr" mitgemacht und die „Ma-nischtanno" gefragt, die Erinnerung an die in altjüdischer Weihe und Gemüthlichkeit gefeierten ersten Pessach-Abende wird doch nicht weggcwischt sein von den Tafeln ihres Herzens. Man hat viel von der Poesie des Freitag-Abend im alten Judmthum gesprochen, nach dessen Innigkeit und Gemüthlichkeit so mancher inoderner Jude sich im tiefsten Herzen vergeblich sehnt; auch der Seder-Abend hat denselben Zauber über die Herzen aller derer, die als Kinder gläubig daran Theil nahmen, ausgeübt, wie ja auch beide Szenen des jüdischen Familienlebens von Oppenheims Mcisterpinsel zur herrlichen Darstellung gelangten. Daß die Poesie des Freitag-Abend jedem unvergeßlich blieb, den sie als Kind umhaucht, ist weniger znm Verwundern, denn der Freitag Abend kehrt regelmäßig wieder und diese regelmäßige Wiederholung inußte naturgenkäß unverwischbare Spuren im Herzen zurücklasscn. Anders steht cs mit den Seder-Abenden: diese kehrten nur einmal im Jahre wieder und bei diesen großen Zwischenräumen sollte man keinen ticfern Eindruck auf das Herz erwarten, als bei den andern Festen, die jährlich wiederkehren und deren Abendfeier fast gar keine Spur in der Erinnerung znrückläßt. In der That ist es ein besonderes pädagogisches Eleinent, das dem Seder-Abend innewohnl und ihn mit so tiefen Zügen dem Gedächtniß einprägt, ein beachtenSwerthes, pädagogisches Element zur Anregung der Aufmerksamkeit und des Interesses: Das paradoxe Thun, um die Kinder zur Fragestellung aufzumu nrern. Der Vater wusch die Hände und machte keinerlei Anstalt, ans Essen zu gehen; ein Glas Wein kvurde geleert und ein zweites eingeschenkt, ehe noch gegessen war; die vielerlei Vorbereitungen , die vorausgegangen waren, die Seltsamkeiten, die vollständig zu den Gewohnheiten des ganzen Jahres in Widerspruch standen — das alles mußte die Neugier, das Interesse und die Fragelust des Kindes erivccken, und das war die Absicht, in welcher diese seltsamen Veranstaltungen getroffen wurden. Das Kind sollte die „ma-nischtan»o" fragen! Freilich spricht schon die heilige Schrift davon: „Wenn Dich Dein Sohn fragen wird, was das bedeute"; das

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