Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 16 (1885)
- Issue
- N° 1. (2.1.1885)
- Date
- 1885-01-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/5369809-9586215-9584603--5561-9584604- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 1× ep/1000834
OCR text
M 1. Magdeburg, 2. Januar 1885 Xsl. IMg f j.. Y‘ für die religiöse« und socialen Jntereffrn des Judenthums. docke,illich erscheint je fine Nu mncr der 91,,™«»-»«—... . 54 - ..W-ch-nschrls«". des .'kamt tien- Prei«i -Ür olle drei Sliilter der allen P^u'lerr v. vucht>a,'dUmsen S TML*t}s. ^teljSh'liffi i Mit direkter A^cndnna: 'ahrllck " Man l nach dem Auslande: 16 MI. >8 fl.. 2V Frer. i ft »hl.. 4 Dollars): ' nach dem »uphihuc: xu an». <-j u j 8 Rbl.. 4 Dollars): Ein,-,eluumineri' der ..Wocheiückrifl" k 26 Pf., de? „Liiter,'iiir--VlalrS" k 16 PI. deS ^Faiuilien-BlattS k 10 Pf. füt «I°!„hkit. jlecht und trirdk»! gno entlvcder durch die Ainwnecnz Lrpeditioiien von Q. L.IDa'u.'be Sz Co., Ru.d.olf 2v£osse7 Haasenßtein 3z ■Vogler u. A. oder dlrecl einziljenden an : Die CepedMon der Wochen- . rrfjrift“ in Wagdebnrg. ■ Zur Frage der Cntlus- Inhalt Abonnements (?inlad»»g. teilende Artikel: Gedanke» eines Ji Versagung in Oesterreich. Bericbtc lind t^orrespviidcnzc»: tschland: Maqdebura Pvicn. — Vom Rhein. — Aus Oilesien. — Nienburg a W Hamburg. Frankreich: Paris. Rustland: Petersburg. — Rnstlaud.Odessa. Bern,isllrtc und neueste NachricdtBcrnburg. — Stuttgart — Lndwigsburg. - Pinne. — PragLkrodh. — Oedenburg/ — Rumänien. — Lndwigsburg. — Pinne. — New-Aork. — Paris. — Orna. kunis. Bukarest. — Petersburg. — Rustl — Briefkasten. Inserate_ Abonvemrnlsaladuug. UMT lllit dieser |tv. trit,,Israetttischr WochrnfAvift“ in ihren sechsichnten -«ang. — KefteUungen aus dieselbe nimmt jede Dostck oder Kuchhandlung aeaen Jaliluna von 3 Warn Quartal an. Directe 2,Sendung »nter Streifband »t dir Unterzeichnete gegen Mirdererstattnng der Lrar; nach dem Anslande beträgt da» vierteljährliche Aixent 4 Mark. 00c Drobenummern feiaf verlange» gratis die Eryeditiou der >,Isr. Dfchr." t« Magdeburg. Wochen- > Januar. 1885. . Tewes. > . 5645. Sender. Donnerstag . | i 14 Freitag . . . ■ 2 15 Sonnabend Z Sonntag . . * 1(J j TT! (4,4-*) 17 Montag. . . 5 j 18 I Dienstag . . 6 | io 1 Mittwoch . . 7 20 * Donnerstag . j 8 1 21 „Gedanken einmden." ) „Gedanken eines Inden" i,Titel einer Schrift, in der wir sowohl die Gedanke den Inden vermißt haben. Wer diese Schrift mit Titel im Schaufenster einer Buchhandlung ausliegcn stk sie sich kaust ü, der Erwartung, daß ein Jude ihr Gedanke» kund thun wird, der wird sich am Schlruscht, ja man kann wohl sage» betrügen finden, dqt ein Jude redet in diesem Büchlein zu uns, svndcChrist, der allerdings Jude gciveseu ist, und wenn cs aubt ist einem ejiistigeu Glaubensgenossen eine moralist.iltung zu machen, so meine ich. es wäre vielleicht gewesen dieses Ver- HLltniß aus dem Titelblatt anz denn nicht Jeder, der die Gedanken eines Juden ü, hat die gleiche Lust nach den Gedanken eines A b t c n. Für den andern Theil djmig, daß der Leser Gedanke» erwartet und keine ist freilich der Autor *! Eine sehr gründliche Bespr. Widerlegung der gerade ihrer Scichlhcit wegen schwache 9i)t berückenden „Gedanken eines Juden" ist uns noch von nnstten College» und fleisttgen Mitarbeiter Hru. I)r. Kroner, RaÜrandenburg a. .H., zugegangeu, die Ivtr gleichzeitig tu der „Jüd. Lttteraturbaltt's" abzudruckcn begonnen haben, und wir unsere gesch. Leser hierdurch noch besonders himveiseu. nicht verantwortlich zu machen, verpflichtet. Der Verfasser gehört zu der leider nicht kleinen Schaar derer, die zu dem Martyrium, das auch heut noch jeder Jude zu tragen hat, keinen Beruf in sich spllreii und die in Folge dessen zur herrschenden Kirche übcrtreien. Soweit ist er nur einer unter Vielen; selbstverständlich klingt cs nicht j hübsch zu sagen: ich bin der Quälereien müde, ich will für j mich und meine Kinder de» uneingeschränkten Genuß aller > staatsbürgerlichen Rechte und „Paris ist schon eine Messe werth" meinte jener lebenslustige und kluge französische König. Wahrscheinlich hätten die Elter» oder Großeltern unseres Autors lieber ihr Leben gelassen als ihren Glauben, und da könnie inan von der Entartung des Sohnes und des Enkels reden gegenüber der sittlichen Kraft seiner Vorfahren; solch Thun mahnt gar zu sehr an das Vorbild unserer naschhaften Urahne Eva, die um den schönen Apfel das Verbot Gottes Übertritt. Da muß nun das Haus, in dem niaii so lange gewohnt hat, ein wenig gescholten und als baufällig geschildert werden; so machen es viele Apostaten. Noch klüger freilich sind diejenigen, die sich gar nicht entschulvigcn; indem sie selbst über die Gründe den Mund halten, schließen sie ihn dainit Jedem, der ihre» Uebertritt kritisircn ivollte. Denn zuletzt ist die Religion Sache des Geinüihs und wenn einer behauptet: Es sei urplötzlich wie eine Erleuchtung und Erlösung über ihn gekonimen, da babe er dem alten Glauben abgcschworen und sich zu dem neuen bekannt und bekehrt, so müssen wir respektvoll schweigen und nnser Meinen kür uns, behalten. Sv klug und jo rücksichtsvoll ist unser Autor nicht, er tvill aus der Geschichte und aus deni gegenwärtigen Zustande