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Das jüdische Literaturblatt · 1880-12-16 · No. 51. (16.12.1880) · p. Seite 204

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
9 (1880)
Issue
No. 51. (16.12.1880)
Date
1880-12-16
Page
Seite 204 (sequence 4)
Language
German
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204 — Recht an das jenseitige Leben zu verlieren“ —; wenn wir fetner fortwährend ״auf dieser Weise“, auf Seite 9: ״Wer sein Gebet immer an einem dazu bestimm en d en Ort verrichtet,“ und auf Seite 19: ״Die Seele Davids, die . . . gegen 5 wichtigen Epochen des Lebens Loblieder anstimmt“ u. a. m. lesen, so ist das nichts weniger als correctes Deutsch. Indess dürfen wir hoffen, dass Verf. bei etwas mehr Sorgfalt in den folgenden Heften, deren Erscheinen nur wünschenswerth sein kann, jeden Tadel unmöglich machen wird. Dr. S. F. Kohn, David. ספר אור חדש. Warschau 1880. 44 S. Der Verf. stellt sich in dieser recht lesenswerthen Abhandlung die Aufgabe, exegetische Schwierigkeiten in den Psalmen 68, 107 und 76 aufzuhellen und zu klären. Sein Standpunkt ist ein polemisch-apologetischer. Er macht Front gegen die Conjecturalkritik der modernen radicalen Bibelkritiker, mit deren exegetisehen Leistungen er sich eingehend vertraut gemacht. Er vertritt mit aller Energie die Autorität der Massora, mit welcher die modez־nen Bibelexegeten liberaler Richtung so leichtfertig umspringen. Um dieser Tendenz willen ist der Arbeit des Verf. nicht nur ethische Berechtigung, sondern auch wissenschaftliche Bedeutung zuzuerkennen. Die sogen. Emendationsversuche und thatsächlichen Textverstümmelungen unserer radicalen Exegeten sind nicht von der Tragweite, die der Verf. ihnen imputirt. Jene Herren, die so souverän über den wahren Bibeltext zu Gerichte sitzen, machen sich die Sache sehr leicht. Sie lösen den gordischen Knoten nicht, sie zerhauen ihn. Sie halten sich nicht an die Massora, sie versetzen schier Berge auf dem Papiere und lassen den Text reden, nicht was er will, sondern was 8ie decretiren. Sie unterlassen es geflissentlich, uns die Grundsätze anzugeben, nach denen sie bei Festsetzung des Textes vorgehen Der subjectiven Willkür ist so Thür und Thor geöffnet. Man darf nur mehrere Bearbeitungen einer und derselben biblischen Piece zur Hand nehmen, um zu erkennen, wie die Conjeeturen des Einen die Emendationen des Anderen discreditiren. Dass sie zum Mindesten gleiche exegetische Schwierigkeiten schaffen, wie sie der massorethische Text aufweist, ist selbstverständlich. Diese textkritischen Operationen von problematischem Werthe sind nicht belangreich, weil der durch die Massora fixirte Text uns nie und nimmermehr entrissen werden kann. Mit Geschick einzelnen Stellen die Sinngemensetzt, was der Verf. nach ״reiflicher Erwägung“ und flüchtigem Umherblättern in Mythologien als dazu passend erkannte Beweise giebt’s bei Herrn M. nicht. Solch ״ehrlichen“ Leuten muss man aufs Wort glauben. Die ״Priester“ sind die Fälscher — aber ״Molchow“ — bekanntlich selbst ein auf Zeit abgesetzter jüd. ״Priester“ — ist ein ehrenwertherMann. In einem Anhange wird dafür plädirt, die bibl. Geschichte als ״Sage“ in den Schulen zu lehren, merkwürdiger Weise auch deshalb, weil ״die Moral hier in Fleisch und Blut, in plastisch greifbarer Gestalt verkörpert ist.“ Eine Keckheit, die Stöcker wahrscheinlich wieder allen Juden ins Schuldbuch schreiben wird, ist es, dass der Verf. a,uch für den Unterricht der n e u testamentlichen Geschichte Rathschläge ertheilt. Gedruckt ist das Büchlein mit einer Spiendidität, die eines besseren Inhaltes würdig wäre. Geheftet jedoch ist das Recensionsexemplar so wirr durcheinander, wie die Ideen des Herrn Molchow auf historischem und religiösem Gebiete. Friedländer, David. Sod haibur, Grundlage und Festsetzung der Zeitberechnung. Preis 2 Mark (vom Verf. in Budapest, Neümarktsplatz, zu beziehen) Budapest 1880. Ein Kalender von 1860 bis 1930 bezw. von 5621 bis 5691. Ueber Werth und Nutzen eines solchen Werkes haben wir uns vor einiger Zeit bei Besprechung der ähnlichen Schrift des Herrn Cohen in Rees zur Genüge geäussert. Das vorligende Buch giebt noch den Moled, die Tekufa an und .ermöglicht das Selbstauffinden des Thoraabschnittes, der an einem der Sabbate gelesen worden oder werden soll. Ueber die Fest- Setzung des Jom Haschaaloh auf den 5. December vom Jahre 1900 an, möchten wir die Ansicht bedeutender Fachgelehrten hören. Insoweit wäre Alles gut, wenn nicht eine ungeheure Druckfehlerzahl die Benutzung des Buches erschwerte. Die angehängte Fami- | lienmatrikel ist eine reeht schätzenswerthe Zugabe. L urgirt der \ erfasser an mässheit des massorethischen Textes, während es ihm gelingt, die oft vagen, oft monströsen und unhebräisehen Conjeeturen der radicalen Exegese ad absurdum zu führen. Was dem Verf. abgeht, das ist die erforliehe systematische Schulung. Seine Ausführungen haben den Werth, einzelne gut zu verwerthende Bausteine von trefflichem Material herbeigeschafft zu haben. Ihm fehlt dagegen noch der objective, die einzelnen Piecen als organisches Ganzes erschauende und erfassende Scharfblick, Dr. Immanuel Deutsch. Molchow, E. Egypten und Palästina oder Religion und Politik. Ein neues Licht über Sagen und Gesetze des Pentateuch und die Entstehung des isräel, Monotheismus. Zürich. Verlags-Magazin. 47 S. 8. Warum Molchow? Weil der Judengott durchaus Moloch gewesen sein soll. Nork und Bernstein sind die Quellen, aus denen mit vielem Behagen und wenig Wissen , die liebliche Mähr entnommen undausgesponnen wird, wie das feindliche Gegenüberstehen Israel’s und Juda’s Anlass zur Erdichtung(?) des Auszuges aus Egypten, des Dekalogs und, neben anderen Kleinigkeiten, auch des einen G0 ttes ward, der sich aus alledem zusam- Notizen. Herr Levy-Bing hat unter dem Titel: ״la Linguistique devoilöe“ (bei Vieweg, rue de Richelieu 70, Paris) das erste Heft seiner Untersuchungen über die Ursprache veröffentlicht. Phönicisch oder hebräisch soll diese Ursprache sein. — Es giebt nichts Neues unter der Sonne. Und besonders im Gebiet der wissen■ schaftlichen Träume ist das ״Alles schon dagewesen“ eine alltägliche Erscheinung. Herr M. Schwab hat dem Archives de l’orient latin einen Artikel über die geschichtlichen und geographischen Daten des תחכטוני von Charisi übergeben. Ihm ist dieser Name eine Nach■ ahmung von Hariri Dagegen will Herr Wogue darir eine Arabisirung des החורז (von חרוזים Reime) def ״Reimers“ sehen. .»■4 FH Zf tO 0£> g bO <0 •» o z S 5׳= u fl 9 ש a ta in •2 g . fl fl ®,g S-Sflg Sg-Jl-Sj 5j!j d iW S * * Z »1 *ע> י *r י •§»* <2 £ g * 1־1 ׳ 3־3׳ g Op e ״־ © ® S 3 1-1 >— 491 2ר ש «x*־C * « © 09 Pi fi « . I. I ־£ *־gft® - * * י״־ s5g Verantwortlicher Redacteur Dr. Ra hm er in Magdeburg. Druck von H. Horbach in Barby. Verlag von Robert Friese in Leipzig.

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