Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 9 (1880)
- Issue
- No. 44. (28.10.1880)
- Date
- 1880-10-28
- Page
- Seite 176 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 176 — Fremdbürtige kommen, entfallen für Schlesien 96, Preussen 83 und Posen gar nur 66. ״Für die Anwendüng des ״Massenhaften“ ist nicht der Osten, sondern der Westen die richtige Stelle“ Ausser der nicht einmal bewiesenen Ausnahme der Stadt Memel haben die Juden in den 150 Kreisen der drei östlichen Provinzen keinen besonderen Antheil an den Fremdbiirtigen. Nebenher wird das statistische Material der Antisemiten überhaupt aufseine Zuverlässigkeit geprüft. Damit wird das Schriftchen eine Fundgrube von Abwehrmitteln dieser kecken und doch unerwiesenen Behauptungen und sei deshalb zu eingehender Lektüre allen jüd. und nichtjüd. Kreisen empfohlen. A. L. Ellenberger, Heinrich. Offenbarung, Kabbala, Magnetismus und Spiritismus — eine zusammenhängende Kette. Budapest 1880. 55 S. Lexf. Rambam (Tephilla 12,1) soll zwar Moses schon ein dreimal wöchentliches Vorlesen aus der Thora angebahnt haben, welches Esra mit einem erweiterten Pensum rehabilitirte, aber ohne an eine Vertheilung desselben auf Wochen, bezw. auf das ganze Jahr, zu denken (B. Kama 82a; Sucka 53a). Wenn daher der Paetan Abraham, Isaak etc. bis Salomoh herab sich des ש״ת freuen lässt, so ist es mehr poetische Licenz als Anachronismus; denn noch zu Zeiten des Talmuds hatte man in Palästina den dreijährigen Cyclus, und die Talmud-Redaction konnte für den ש״ת keinen anderen Ausdruck als למחר. — Auch Rambam hat den Terminus technicus למחר beibehalten (Megilla39b; 13a; Tephilla 13,12), und irren wir nicht, ist der Beth Jossef der erste Rischon, der sich zuerst des Namens ש״ת bediente (Or. Chaj. 669). Sonderbar erscheint an diesem Tage der Ritus der Das Büchlein wird nicht verkauft, sondern verschenkt. Es ist aber selbst dafür zu theuer. Denn nicht eine Kette, sondern ein Strick ist es, der den gesunden Menschenverstand und zugleich ehrlichen religiösen Sinn strangulirt. Eine vaste, von allen Seiten zusammengelesene Gelehrsamkeit mit schaurigem spiritistischen Unsinn kunterbunt gemischt! — Man sollte nicht glauben, dass der nüchterne jüdische Kopf solch tolles Zeug produciren könne; es ist und bleibt eine geistige Verirrung In den Tagen unserer Alten würde man eine solche Schrift zu den ספרי מינים zählen. L. 0 t i z e ע. 1) Zu der trefflichen Buber’schen Ausgabe des מדרש לקח טוב sehe ich mich veranlasst, folgende Bernerkung zu machen, die von dem gesell. Recensenten dieses Buches in Nr. 38/39 des ״Jüd. Literbl.“ übersehen worden ist. Herr B. behauptet nämlich in der ״Vorrede“, die jerusalemische Handschrift, welche er seiner Ausgabe zu Grunde gemacht, sei dieselbe, welche bereits Asulai Vorgelegen hatte und aus welcher er, Asulai, im שם הגדולים s. v. רבינו טוביה ברבי אלעור eine Stelle aus der Erklärung zu II M. 3, 20 citire. Das ist aber nicht richtig; denn der von Asulai citirte Text weicht wesentlich von dem der jerusalemischen Handsehrift, welche Buber erworben, ab. Das Merkwürdigste an der Sache ist, dass Buber selbst (Einleitung Seite 16 und י״ב und Anmerkung (55) zum Texte II. M. 3, 20) auf die bedeutenden Varianten zwischen dem Asulaischen Texte und seiner Handschrift hinweist und an beiden letzteren Stellen sogar vermuthet, seine Handsehrift sei nach einem Originale angefertigt, welches um ein Jahr (1097) später als das Original der Asulai’schen Handschrift (1096) redigirt worden. Wie Buber dessen ungeachtet behaupten kann, seine Handsehrift sei mit der Asulai’schen identisch, ist mir unerfindlich. Unerfindlich ist mir ferner, wieso Herr B. behaupten kann (Einleitung S 20), die Bezeichnung des R. Tobia mit אליעזר הגדול״“ komme blos das eine Mal in der von Asulai citirten Textrecension vor, während er, Buber, 2 Seiten früher (Einleitung S. ה״") den Text zu I. M. 24, 44 citirt, wo auch in unserer Recension (S. 12 der Edition) dieselbe Bezeichnung: אליעזר הגדול וצ״ל vorkommt. B. Topolya. Goldfahn, Rabbiner. 2) שמחת תודה. Es durfte kaum ohne Grund gewesen sein, dass der letzte Tag des Suckothfestes seines biblischen Namens עצרת entkleidet und in den vulgären שמחת תורה metamorphosirt wurde. Zur Zeit des ersten Tempellebens feierte man bekanntlich nur einen Tag, und gab es überhaupt keine stehende Liturgie. Nach Karäer, welche bekanntlich nur einen Festtag (עצרת) einhalten, gleichfalls mit Schluss der Thora; diesem unmittelbar folgt die Vorlesung der Schöpfungsgeschichte und von da ab beginnt die Simchasthora-Feier unter Absingung religiöser Lieder, worunter unser יגדל• Aber selbst diese Einrichtung gehört nach Jost (II, S. 320) der neueren Zeit an, da sie noch im 14. Jahrhundert an vielen Orten die Vorlesung der Thora mit dem Monat Nissan, als ihien Jahreswechsel, begannen, sonach der Schluss derselben nicht auf den Herbst fallen konnte. Unseres Erachtens entstand die Abweichung von dem alten Bibelnamen ש״ע aus dem Grunde, dass man logisch den neunten Tag nicht mit שמיני עצרת belassen wollte; man räumte ihm darum gern den Namen ש״ת ein, der extern vom Zahlworte steht. Löwy. 3) Zur Notiz über ופורעץ ראשיהן Nr. 41*) glaube ich auf M. K 24, 1 hinweisen zu müssen, wo Raschi erklärt: ״ חוטמו שפמו וזקנוder Kopf aber bleibt bedeckt.“ Im Midrasch hat das ופורעיך nicht die Bedeutung einer | Ehrenbezeigung, sondern (wie in M. K.) die einer Beseitigung der Trauer. Der König erlässt eine nieder- | schlagende Kundgebung, das Volk hüllt sich in Nationalj trauer, die einen vernehmen das Descript mit Zittern : und Beben, die Bewohner der Residenz zerreissen es j vorWuth. Doch die Schüchternen wagen es nicht, wäh-! rend der Kundmachung in Trauer zu erscheinen, daher j entfernen sie dabei die Trauerkundgebung ()ופורעי), hören aber voll Angst die omiröse Publication. Krakau. D r. M. D u s c 11 a k. *) Dieselbe rührte von Hrn. Rabb. Dr. Gronemann in Danzig her. rn t£ o :ca Vr o a» fl Ol cj z O -H יד״ P3 ca s S S «t St «n.s % r e s 9 *?י «* g g C fi׳~ ß ״ SSslSf 5 iM S 5r $ א?ö 1 ts Ei s © p־ גד 2,5Ä״ 60 a> rT I ” מ י ע־ ft 0 *F 91 Us S °> ״י גב - 0><9d m £ — B U 1* י*י tm ף. * *-e= » S ש -=! s <sh CD u F> 1*־ o . ' 7a >» Sä CD 'S to £ Ul f-c © כד׳!Briefkasten der Redaetion. Hrn. M. K.-B. in W. Ihre ״Entgegnung“ kann in dieser Form nicht aufgenommen werden. — Hrn. Dr D. in B. Wir können nicht nochmals in dieser Ausführlichkeit auf die 4 slavischen Vocabeln bei Raschi zurückkommen; wir werden Ihre Erwiderung inhaltlich wiedergeben. — Hrn. Dr. Z. in Gr. Die betr. Bogen sind längst abgelegt; Sonderabdruck also unmöglich■ Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer in Magdeburg. Druck von H.Horbach in Barby. Verlag von Robert Friese in Leipzig,