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Das jüdische Literaturblatt · 1880-10-01 · No. 40. (1.10.1880) · p. Seite 160

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
9 (1880)
Issue
No. 40. (1.10.1880)
Date
1880-10-01
Page
Seite 160 (sequence 4)
Language
German
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— 160 ־— Werke mit frischer Kraft fortzusetzen und namentlich die diessmal angekündigten ferneren Publicationen bald verwirklichen, die gewiss auch, wie die früheren, zur Bereicherung unserer Kenntnisse vom nationalen Schriftthum wesentlich beitragen werden. Die Ausstattung ist angemessen, bis auf die Nonpareille-Typen in Anmerkungen der Einleitung. —m—m. Rabbinowicz, I. M., Dr. med. Lamedecine du Talmud. 1880. Selbstverlag des Verf. Paris, rue de Seine 63. Der gelehrte und verdienstvolle Verf. hat mit dieser Arbeit, besser Vorarbeit, zur Würdigung der tiefen Kenntnisse unserer Weisen in der praktischen Medicin und Thierheilkunde, eine dem Mediciner nicht blos höchst willkommene Studie geboten, sondern den Talmudisten, den Philologen eine Reihe der beachtenswerthesten Aufschlüsse gegeben, hoffentlich wird die gegebene Anregung zu weiteren Arbeiten und ausführliehen Besprechungen einzelner vom Verf. angedeuteten und mehr oder weniger begründeten Punkte im Talmud führen. Auch wir wollen unbeschadet unserer grossen Anerkennung des Geleisteten auf einige Punkte aufmerksam machen. Dieselben betreffen zunächst die Schlachtweise, jenes grosse Geschenk, welches uns die Bibel gemacht hat. Offenbar hat die Bibel schon Noah die richtige Schlachtweise zuerkannt. Das Wesen derselben besteht darin, dass das Thier nicht erstickt. Um das Thier blutleer zu machen, mussten natürlich die beiderseitigenHalsgefässe gleichzeitig durchschnitten werden. (Nach Gittin 70b, (R. Jehuda im Namen von Samuel) entscheidet übrigens Maimonides Hilchoth Tumath Mess P. 1 H. 15, dass selbst das Durchschneiden der Luft- und Speiseröhre nicht als Todeszeichen su betrachten ist,) R. meint Einl. S. 14: Das Thier stirbt sicher und prompt durch den Blutverlust, wenn nicht noch schneller durch die Erstickung (Asphyxie), sowie das Blut die Luftröhre zur Verstopfung bringt und so den Eintritt der Luft in die Lungen hindert. Diese Erstickung findet bei richtig geschlachteten Thieren nicht statt; sonst würden sie eben (meines Erachtens) verboten sein. Dasselbe müssen wir mit Bezug auf die von R. angeblich behauptete schnellere Entstehung des Todes durch die Guillotinirung behaupten. — Die Kenntniss des Scheintodes bei den Talmudisten und die Empfehlung einer 3tägigen Beobachtung — wäre sehr wünschenswerth gewesen, ausführlicher dargelegt zu sehen. Eine Menge von Einwürfen gegen die Theorien der Talmudisten, von ausführlichen Erklärungen, von r;estätigungen der im Talmud vorkommenden Ansichten durch die neuere Wissenschaft, sind von R. in ausführlichen Anmerkungen niedergelegt. Wir glauben dass die Rabbiner an einigen Stellen noch mehr wegen ihrer Kenntnisse zu loben, an anderen Stellen in gerechter Weise aber auch wieder zu tadeln gewesen wären. Wir hoffen, dass die damaligen Aerzte keine Vivisectionen gemacht haben, und können die spärliehen Andeutungen davon (S. 19 Einleitung) nicht als einen Beweis dafür ansehen, dass sie in die Verirrungen der neueren physiologischen Schule in dieser Rinsicht gefallen wären. — Die Zeichen für die Tollwuth des Hundes im Tractat Joma (fol. 83) sind richtig aber nicht erschöpfend. — Die Bemerkungen betreffs der Möglichkeit des Empfangens durch Baden ist nach unserem jetzigen Standpunkte unhaltbar. Von practischer Wichtigkeit wäre es gewesen, zu zeigen, ob die Mischna in Jebamoth (fol 49), dass eine Wittwe oder Geschiedene nach 3 Monaten verheirathen kann, auf ärztliche Beweise und auf alleinige Rücksichten über mögliche Schwangerschaft gegründet war. Nach, dem österr. bürgerlichen Gesetzbuch kann die Frau bei Zweifel über Schwangerschaft’ wenn nach den Umständen oder nach dem Zeugnisse der Sachverständigen eine sulche nicht wahrscheinlich ist, schon nach drei Monaten heirathen. Ebenso kann in Preussen unter solchen Umständen eine Frau schon vor 9 Monaten zur Ehe schreiten Bekanntlich gibt es aber sehr viele Fälle, in denen man eine Schwangerschaft nicht mit Gewissheit nach 3 Monaten ausschliessen kann, und wenn die damaligen Aerzte in der Beurtheilung sicher waren, so sind sie in diesem Punkte viel erfahrener gewesen wie alle, selbst die berühmtesten der Neuzeit. Wir glauben durch diese Andeutungen genügend den grossen Werth der mit solchem Fleisse und so immenser Gelehrsamkeit gearbeiteten Schrift angedeutet zu haben. Wohlau. Dr. Kornfeld, Kreisphysikus, Notizen. 1. Aus dem Nachlasse des berühmten jüdischen Bibliographen J. A. Benjacob ist durch die hingebende Liebe des Sohnes und durch die hochverdienstliehe Unterstützung Moritz S teinschneider’s endlich ein Werk der Oeffentlichkeit übergeben worden, das ein tief empfundenes Bedürfniss der jüdischen Wissenschaft in musterhafter Weise zu befriedigen bestimmt ist. Es ist dies: Die Bibliographie der gesammten hebräischen Literatur, inclusive der Hand- Schriften (bis 1863), nach den Titeln alphabetisch geordnet (אוצר הספרים) Trotz des mächtigen Umfangs (3 Bde. Lex. 8°) ist der Preis mit Rücksicht auf die von Leopold Zunz dem Werke nachgerühmte Unentbehrlichkeit nur auf 12 Mark 15 Frcs. 7 fl. ö. W. festgesetzt worden. Es ist allein zu beziehen durch den Herausgeber J. Benjacob, Wilna, Sirotskaja-Str. 27/10. Indem wir auf das Buch, das ein ״literarisches Ereigniss״ genannt zu werden verdient, zurückzukommen beabsichtigen, haben wir Freunde und Gönner der jüd. Literatur durch diese vorläufige Notiz bereits in den Stand setzen wollen, baldmöglichst dieses ״Schatzes“ sich zu versichern. 2. Herr. Dr. Landauer, der den Katalog der orientalischen Manuscripte für die Strassburger Universitätsbibliothek angefertigt, hat im Einbande eines hebr. Manuscriptes ein hebr.-französisches Wörterverzeichniss mit hebr. Schriftzeichen aus dem 12. oder 13. Jahrhundert gefunden. Dieses Wortregister bezieht sich auf den 115. Psalm. Im Catalog wird ein Auszug, der ganze Text in der Sammlung v. Böhmer demnächst erscheinen. 3. In Halle will (nach dem ״lwri“) Hr. Dr. Mandelkern ein sehr altes Manuscript des Targum Onkelos mit vielen Varianten entdeckt haben, das er sich abschreiben lässt. מ! ״ ü e ש S •— « cs’ — ja <־! —. » » » s׳־S xt » ש a ft* ° ׳->• ö ״־ « « fl **62 O SS ־2 '5: o »o ־5 w ILa SS 2. ש ־££ ** cn*. « S'S « © g äp «־* -4_r G* «נ c: ש S g.'S' .2 s ש־ 253 5 ־S _ ״ ״e00 O *Sfr *■יי מ £ Ü 2 tt ־S'- ״s a c’2 g 3!?3.5.8» ss t 3 st % ש?53 ts O־r. «-« 3ד er* . 1 •8*g « o-Ja 2 §:? פ* ** «s« ©-2• £.י3.’ש »ש־» £ 35 “jO*: 2 S1« igs :ש 1C- CT'S' S 55 S 5-» Z B ש ש־ ש ש' 2. «׳ S » £• *-j 5 ס ש?0 כס (0 ts fr S,1s! m o. o ״ « L R® Ü) 2 » ■* צ־ & a> 5 <ע rM » 1וי2| ץ--► Jh P & נס •י י־־׳• *r• 2.31 Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer in Magdeburg. Druck von H Horbach in Barby. Verlag von RobertFriese in Leipzig.

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