Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 9 (1880)
- Issue
- No. 25. (16.6.1880)
- Date
- 1880-06-16
- Page
- Seite 100 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 100 vielmehr riorum negligentia wörtlich zu machen“ (p 21). Also wo es geht, da müssen die Abschreiber herhalten. ist. Destinon kann dies aber nicht billigen, denn ihm kommt es doch darauf an, die Behauptung, Josephus habe sich den verschiedenen Quellen, denen er gefolgt ist, auch in der Chronologie angeschlossen, zu entkräften; wie sucht er nun die Schwierigkeit hier zu erklären? ״Die ganze Sache scheint mir vielmehr einfach auf eine Flüchtigkeit von seiner (des Josephus) Seite hinauszulaufen“ (pg. 10). Das ist die ganze Lösung. — Eine weitere Stelle, welche Niebuln* zu seiner Behauptung führte, ist A. J. IX. 14,1; diese soll nun ihre Beweismittel verlieren, indem man annehmen muss, ״dass die Stelle irgendwie corrupt ist.“ — Es sei gleich hier bemerkt, dass die Erklärung der Entstehung der 240 Jahre für regn. Samar., wie sie Destinon giebt, der Wahrheit entsprechen dürfte. In der Angabe der Regierungsjahre der einzelnen Könige folgt Josephus den Königsbüchern. Trotzdem finden wir eine davon unabhängige Angabe über die Zeit zwischen der Wegführung der Israeliten und der (zweiten) der zwei Stämme (A. J. X. 9, 7). Diese setzt er auf 130 Jahre, 6 Monate, 10 Tage. Nun findet sich diese Angabe bei Demetrios wieder (bei Clemens Strom. I. p. 403). Was erwidert nun v. Destinon? denn dass ein Widerspruch hier ist, kann nicht geleugnet werden; er meint, ״es kann sich nur noch fragen, ob dies durch die Entlehnung aus einem fremden System erklärt werden muss. Die Entscheidung hierüber hängt aber von der Erwägung ab, ob es wahrscheinlich sei, dass Josephns an dieser Stelle eine ganz vereinzelte Angabe aus einem fremden System entnommen hat; ob es nicht Wahrscheinlichkeit habe, die librafür den Ausfall der Einer verantnicht anders Doch bleibt es zu bedenken, warum die negligentia sich gerade bei den Jahren eingestellt habe und dass die Zahl der Monate und Tage richtig gegeben wurde. Ebenso hören wir auf p. 25, ,,dass die hebräische Rechnung (welcher Josephus durchgeliends gefolgt sein soll) aus Josephus durch die Interpolationen des Correctors verdrängt ist. Vor seinen Collegen, die sich an den anderen Handschriften versündigt haben, verdient der Interpolator des Ro (cod. Parisinus saec. XIII/XIV; cod. Bodleianus saec. XIV/XV) gemeinsamen Originals wenigstens das Lob, dass er seine Aenderungen consequent durchgeführt und nach der Erhöhung der einzelnen Posten auch die Gesammtsumme entsprechend geändert hat.“ Auch auf p. 26 wird eine nicht zu erklärende Zahl auf eine Corruptel zurückgeführt. — Für die Zeit der Makkabäer giebt v. Destinon selber zu, dass eine Vermischung verschiedener chronologischer Angaben in ganz kritikloser Weise bei Josephus sich findet. — Wir sehen demnach, dass mit dem besten Willen eine einheitliche, ״durch die gesannnten Alterthümer hindurchgehende Hauptrechnung“ sich nicht erweisen lässt. Und von vornherein spricht ja Alles gegen ein einheitliches System; hätte sich Josephus bemüht, ein solches zu bieten, dann würde er eine bestimmte Methode eingehalten haben; er hätte nicht das eine Mal von den Tagen Adams herab gezählt, dann wieder vom Ternbelbaue, ein anderes Mal von der Zerstörung des Tempels, später mit dem Esra apocr. nach den Regierungsjahren der persischen Könige, mit dem I. Makbäerbuche nach seleukidischer Aera, in der Geschichte des Herodes nach dessen Regierungsjahren, in der Periode der römischen Imperatoren nach deren Herrschaftdauer u. s. f.; er hat offenbar die Mühe gescheut, die verschiedenen Systeme seiner zahlreichen Quellen umzurechnen in ein von ihm bestimmtes; und auch eine Hauptrechnung, wenn man darunter eine Umrechnung und wenigstens in einzelnen Theilen einheitliche Zeitangaben versteht, kann man aus den angeführten Gründen nicht annehmen; man wird es schon dem Josephus Vorhalten müssen, dass er nach dieser Richtung hin schwer gesündigt hat. Einzelne Richtigstellungen und Erklärungen, wie so manche Zahlangaben entstanden sind, sind v. Destinon vollkommen gelungen. Sehr scharfsinnig ist B. J. VI. 4, 8 erklärt daraus, dass die Prophezeiung Daniels hier eine Rolle spielt (p. 31). Die Angabe von der Zeit, durch welche Josua an der Spitze des israelitischen Volkes gestanden hat, findet sich neben Josephus A. J. V. 1, 29 auch im Seder Olam, woselbst überhaupt Josua’s Lebensjahre in vollkommen gleicher Weise, wie dies von Josephus gesehen ist, angegeben sind (vgl. meine Quellen des Fl. Jos. p. 47).— Vermisst haben wir noch ein Wort darüber, warum der Vf. nicht über die Zeit der Makkabäer hinausgegangen ist, wenn auch die Gründe leicht erfindlich sind. D r. Heinrich B10 c 11. קונטרס ודרמייזא וקהל ווינא. Worms und Wien. Liturgische Formulare ihrer Todtenfeier aus alter und neuer Zeit und Namensverzeichniss der Wormser Märtyrer aus den Jahren 1096 und 1349. Nach einer Hand- I schritt herausgegeben von Dr. Ad. Jellinek, Wien | 1880. Jacob Schlossberg. 14 S. Text, 4. S. Bemerk. | Nuf der zufällige Umstand, dass ein im Besize des! Herausgebers befindliches Manuscript (wahrscheinlich j aus der Nachlassensehafi R. Samson Wertheimber’s) ן Worms und Wien vereinigt, hat das Fremdartige geeint. 1 Sind auch die Namen interessant, so dürften doch die 1 geschichtlichen Räthsel in den Einzel-Haskara’s, z. B.: | Mar Samuel und Moras Rahel, weil sie סטלו שמד הקהלות!, sowie, was besonders des Referenten Interesse erregt, Mar Jacob und Moras Bela, weil sie den Coblenzer Zoll vereitelt haben, den Hauptreiz der Edition bilden. Ebenso die in den verschiedenen Memorbüchern mit Varianten verunzierte Reihenfolge der Länder, in denen die Juden für ihren Glauben geblutet haben (Kleinpolen, Grosspolen, Littauen, Ukraine, Podolien, Wolhynien, Reussen, Moskau, Walachei, Türkei, Frankreich, Palästina, Rheinlande, Franken, Thüringen, Sachsen, Bayern, Schwaben, Holland, England, Brabant, Oesterreich, Ungarn (das widerlegt die Behauptung ungarischer Schriftsteller, dass dort nie Judenverfolgungen gewüthet hätten), Steiermark, Kärnthen, Böhmen, Mähren, Mark — אלקאשין ist . mir ein Räthsel, soll es ״Eisass“ heissen? — Brandenburg, Meissen, Westfalen, der Unterkreis. — Das Wiener Verzeichniss ist kürzer, jünger (1703 ist der älteste Todestag) und enthält Wohlthäter der Gemeinde. Gelegentlich wollten wir die,Gemeinden, die alte Memorbücher haben, ersuchen, Abdrücke derselben veranstalten zu lassen — Emden z. B. dürfte manche interessante Daten liefern. Dr. Lewin. En gros — Ulireu-Iiagei• — En detail. F. Selilesicliiy־ in Frankfurt a, M. Rossmarkt 2, erste Etage empfiehlt zu Hochzeitsgeschenken : [2343 Goldene Herren- und Damen-Remontoir- Uhren, abgezogen u. gut regulirt, mit zweijähriger Garantie von M. 80 an bis M. 1700 per Stück. Ausführung von Monogrammen in Gravirung und Relief. Goldene Herren- und Damen-Ketten von M. 40 an bis M. 250 per Stück; ferner zu Aussteuer-Geschenken und Einrichtungen: Pariser Pendules in Bronce, Marmor- und Cuivre poli von M. 30 an per Stück bis zu Garnituren ä M. 1200. Auswahlsendungen in Uhren u. Ketten stehen zu Diensten, sowie Zusendung von Zeichnungen von Pendules, Candelabres, Vasen etc. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahm er in Magdeburg. Druck von H. Horbach in Barty. Verlag von Robert Friese in Leipzig.