Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 9 (1880)
- Issue
- No. 20. (12.5.1880)
- Date
- 1880-05-12
- Page
- Seite 80 (sequence 4)
- Language
- German
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Averden. Aber wie sehr mäht sich D. ab und ver- | geudefc in’s Leere soviel grundgelehrten Schweiss! Was! der ,.herrliche“ Jehovist gut macht, verdirbt der beintrockene und pedantische Elohist. Zudem ist von 2, wenn nicht gar 3 Stiftshütten die Rede. Aber wo berichtet der Jehovist, wo der Elohist? Da spricht D. das grosse Wort gelassen aus: ״Dieses jehovistische Stiftszelt, an welchem die Wolkensäule am Eingänge haftet, verschwindet nach Aufrichtung des elohistischen nicht aus der Geschichte “ Da haben wir den Ariadnefaden. Weiter kommen wir damit freilich auch nicht. Im Grunde haben wir hier den Kanon der Willkür vor uns, der nur von anderen, vielleicht noch mehr befangenen Prämissen ausgeht, wie der der radicalen Bibelkritiker. Wie willkürlich und äusserlich bei seinen bibelkritischen Studien selbst ein Mann von der wissenschaftlichen Capacität eines Delitzsch zu Werke geht, möge hier nur eine Probe erweisen. Er argumentirt: ״In der That ist das jehovistische Stiftszeltbild ein einseitiges ..... Da, wo es Ex. 33, 7—11 zuerst erwähnt wird, lesen wir: ״Mose nahm das Zelt und schlug es sich auf ausserhalb des Lagers, fern vom Lager.“ Bei האהל der unvermittelt beginnenden Erzählung fragt man sich: welches Zelt? Doch wohl nicht nach Kap. 18, 7 das von ihm bewohnte“. — Aber warum nicht, Herr Professor? Sämintliche Versionen und alle älteren Commentatoren verstehen das Zelt Mose unter האהל unc* der einfache Wortsinn führt ja von selbst auf diese Annahme. D. bezieht האהל die Stiftshütte und gelangt so zur Annahme 2er Stiftshütten. Bei den Rabbinen würde man in solchen Fällen von spitzfindiger Silbenstecherei und haarspaltender Wortklauberei sprachen. Nein, wir vermögen Herrn D. auf diesem Wege nicht zu folgen. Es gelingt ihm auch nicht, mit seinen Argumenten seine radicalen Gegner zu schlafen, und wo dies sporadisch der Fall sein sollte, kann man nur von unglücklichen ״Pyrrhus“־Siegen reden, bei denen der Sieger sich nicht weniger Blossen giebt, als der Besiegte. Bei der hohen Wissenschaftliehen Werthschätzung, welche wir der Gelehrsamkeit, der Gründlichkeit, der Vielseitigkeit und der sonst an ihm wahrgenommenen, tiefwurzelnden Pietät gegenüber allen Urkunden der heiligen Schrift entgegen bringen, ist es uns schwer geworden, uns über die hier vorliegenden kritischen Leistungen nicht anerkennend äusserti zu dürfen. Allein wir huldigen dem Grundsätze: ״Liebe Plato, liebe Sokrates, die Wahrheit liebe am meisten!“ In unseren Augen hat ein Mann von den Verdiensten und der wissenschaftlichen Capacität eines Delitzsch durch den Tadel, den wir ihm — und ihm weniger als einem ihm nicht Ebenbürtigen — nicht ersparen durften, im Grunde Nichts von seiner Bedeutung verloren. Quandoque bonus dormitat Homerus! Sohrau O.-S. Dr. Immanuel Deutsch. CI1. D. Lippe's Bibliographisches Lexicon der ges. jüd Literatur der Gegenwart und Adress-Anzeiger. 2.—5. Lief. Wien, Selbstverlag. 1880. Wir verweisen auf unsere Besprechung der 1 Lief, im vor. Jahrg Nr. 11 und wollen nur unserer Befriedigung darüber Ausdruck geben, dass es dem Verf. gelang, dieses mit grossem Aufwand von Nachfragen, Correspondenzen und Kosten verbundene Unternehmen der demnächst erfolgenden Vollendung zuzuführen. Obzwar der bibliographische Zweck im Titel an die Spitze gestellt erscheint, möchten wir doch bei Würdigung des Werthes dieses Sammelwerkes weniger darauf das Gewicht legen, weil schon in der Anlage eine der Sache abträgliche Beschränkung auf die Bücher lebender Autoren eingeführt ist, als vielmehr auf die Sammlung der Adressen von Personen, die in Amt. Wissenschaft und Leben für das heutige Judenthum Bedeutung haben. Bei anderen Confessionen, den Ka• tholiken z. B., hat jede Diöcese ihren von Jahr zu Jahr neu erscheinenden Schematismus, in welchem Personalien und statistische Daten, die Hierarchie und Bevölkerung betreffend, mit grosser Genauigkeit gegeben gegeben werden, unsere Religionsgesellschaft, die überhaupt des Corporationssinnes ganz zu entbehren scheint, besitzt derlei Personal-Inventarien noch nicht, und in diesem Sinne verdient Herrn Lippe’s mühsame Arbeit Anerkennung und Unterstützung. Die bei einem solchen Werke unvermeidlichen Irrthümer und Omissionen wird derselbe nach Erscheinen des letzten Heftes sicherlieh berichtigen und als Carton den Abonnenten nachliefern. _______ —m. Replik. In der so freundlichen Recension meines ״Mi addir“ (Nr. 17 d. Bl.) giebt mir Herr Graf den ״Rath“, mehr auf Mil’el und Milra zu achten. Es könnte hiernach scheinen, als ob ich wirklich in meiner Composition hiergegen verstossen hätte Ich sehe mich deshalb zu folgender Gegenbemerkung veranlasst: Das Stück bewegt sich im 3/*-Takt, bei welchem zwar nur das erste Viertel stark d. h. zu betonen wäre. Um jedoch dem Milra Rechnung zu tragen, habeich, was völlig genügend ist, immer der zweiten Silbe zwei Viertel, dagegen der ersten nur ein Viertel Notenwerth gegeben. Hierdurch entspricht die Melodie dem Sinne des Wortes in höherem Grade, als es der Fall gewesen wäre, wenn | ich, der Auffassung des Recensenten folgend, der zweiten Silbe ganze drei Viertel gegeben hätte, was die Melodie nur schwerfällig und lahm gemacht hätte. Der allgemeinen Auffassung des Recensenten, dass die grammatikalischen Regeln unter der Composition nicht leiden dürfen, habe ich stets Rechnung getragen und stehe also mit ihm auf demselben Boden. Königsberg i/Pr. Ed. Birnbaum, Erster Cantor der Syna^ogen-Gemeinde Sie & e u t f d) c t» unb ®d)Ußiet>er ju Feiertagen unb reftueben ©e־ legenbetten oon Cantor Deutseh firtb burtf) ben Derf affet ju bejieben. ,äße. eine Dtarf 33efonbere Sieber Xegte ä 20 33 r e 3 t a n, Dtgt 1880■ _[2403 Ühren-Lager en gros & en detail. F. Schle3icky in Frunffurt a. Dt., 9iofsmarft 9tr. 2, I. (Stage, empfiehlt j u §ocbjeits־@efcbenfen: ©otbene §errer,־ u. tarnen9 ־temontoir־Ubren, bejhnä abgewogen u. regulirt, mit jioeijähriger ©aranüe oon Dt. 80 an bi<3 Dt 170J per ©tiid. Dusfübrung oon Dtcmogrammen in ©raoirung u. in Sielief. ©olbene §erre11־ u. 2>amen־Ä-־tten non Dt. 4ü an bis Dt. 250 per ©Uicf; ferner j u ,2lu3fteuer־©e)d)enfen unb ©in־ ridütungen: Darifer ־ DenbuleS in '■üronce, Dtarnior־ u. Cuivre poli oon Dt. 30 an per ©tuet biö ju ©arniturtn ä Dt. liQO. [2392 Dusroat)lfenbungen in llbten u. Äetten ftef)en ju ©ienften foioie ^uienbung oon 3'üdjriungen oon fßenbuleä, ©anbelabreä, Dafen ic. 2414] ©egen Saar ob 91 ad)זז ab me offerire: 3°1'משניותh 2 fdjön ©s. Dtt. 30 תל' ברכות'?inner,§1100.,icbön©!:. 20 ־ עקדת יצחק Semberg 1819. 5§fjb. תקמ׳ח ״0 המאסף Mit 6(אב •״ שבם &löt6 (Mc fcitenj כוזרי ©affet 1853, £100. . . . גדולת שאול Saabon 1854, br. 1823 1*■1ז® בן □ירא, befte Duäg. המבהש '?alquera §aag 1779, §lor 1) ציצים ופרחים •פרשנדתא .0.. . . _. . t?" פרשנדתא •br נפשות הצדיקים 18 5 3 2.50 1.50 2.50 1,25 1 מדרש אלה אזכרה Sciiinef, br. ׳חובת הלבבות ©tem, 8n>t>., feiten מפתח אל מג׳ אסתר »Mn״ Sänaer, Dtaleacbi, Jena 18b7, br. ■ffleiC Fragmente 2. Duft. 1811 "]3b. S e 101) f 0 t) n, Äaienbcupejen, Db• § e v E b e i m e r,!Jrebiqten, 1357, D&. Dt a n n b e i m e r,']3rebigten׳.Xifcbri br. galomon, Berg פ §ercn u.©Uab, ־ — Xaoib Db. — ©e)d)1cbte b. neuen Tempels, (U jteä Statt jugefcf)rieben) 1844 br,. . $ [ e 9 u. © a 10 m 0 n, s]3rebigten I. u. II. §ft. 182b. ']3b. (im 1. §ft. fehlt Xitel u. 1. ^reb). ißbUip pfot)n, ©iloab I u.III bc. ä grieblänber, Derbefferung b. 3»־ ben in Dolen. 1819 br. . - . 8. ®Pflcn, Sebrer in 9tee3 a. 0,75 4 1,25 1 2 3 3.50 3 3 1.50 1,50 59 4 ־ 0,75 ־ 1,50 ־ Dbein. Verantwortlicher Kedacteur Dr. Kahmer in Magdeburg. Druck von H. Horbach in Barly. Verlag von Roheit h riese in Leipzig.