Das jüdische Literaturblatt
- Journal
- Das jüdische Literaturblatt
- Volume
- 9 (1880)
- Issue
- No. 13. (24.3.1880)
- Date
- 1880-03-24
- Page
- Seite 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 52 — gereichen kann. Chöre und Reeitative, letztere für Baryton geschrieben, wechseln mit einander ab. Hervorheben möchte ich daraus das sehr ansprechende, in D-moll geschriebene ושמרו für den Vorbeter und die denselben Text behandelnde, in grossem Stil angelegte Kr. 17 für Chor im ersten Satz, welches in dem darauf folgenden, nach Hinzutritt des Vorbeters 5stimmig wird, gleich darauf ein Soloquartett enthält und mit dem vollen Chor schliesst. Wenn ich eine Piece durch eine andere ersetzt sehen könnte, so wäre es Nr. 25. Diese Nr., עלעו, ist als Choral bearbeitet. An und für sich gestehe ich schon dem Choral mit deutschem Text in der Synagoge keine Berechtigung, geschweige denn einem Choral mit hebräischem Text. — Einige Druckfehler werden leicht zu verbessern sein. — Die Ausstattung des Heftes ist recht schön, der Preis ist verhältnissmässig billig, und ist zu wünschen, dass die tüchtige Arbeit des Componisten durch reichen Absatz belohnt werde, damit er in den Stand gesetzt werde, die Fort- Setzung bald uns bieten zu können. Essen. Siegfried Graf, Lehrer und Cantor. Nachtrag zur Recension ״Bibliotheca Rabbinica“ (Jüd. Literaturblatt Nr. 11, Jahrg. IX.) Folgende Irrthümer wären im 1. Hefte noch zu berichtigen. S. 6: שלוה is* nicht mit ״Ueberfluss“, sondern mit ״Glück, Zufriedenheit* wiederzugeben. — S. 16 Z. 15 v. u.: ״oder sie hätten es vom Ende aus gesehen u. s. w.“ ist zu streichen und zu setzen die Worte: ״sie sahen ja einen Theil“, wie es Am. 3, 7 heisst — S. 30 Z. 1: ת״ח nicht ״Schüler der Gelehrten“, sondern die Weisen, Gelehrten S. Levy חכם. — S. 48 Z. 5 v u : ״vor dem Tempelbau* gibt keinen Sinn für die Worte des R. Jose Der gelehrte Verf. hat die Worte des Matnoth K’huna ב״ה dem Worte nach übers.!ב״ד heisst vielmehr ״so lange der Tempel bestand.“ — S. 71 : נרים ist hier nicht mit ״Fremden“, sondern mit ״Proselyten“ wiederzugeben. — S. 78 Z. 5: ״Lass mich mein Lebensende wissen“ ist hier nicht die richtige Uebers. von קצי Streiters Schulze zu lesen und sich darüber klar in werden, wie ihre künstlich mit Gründen versehene Abneigung gegen die Juden auf der 7.weiten Stufe — in dem Kopfe des gedankenlosen, denkfaulen oder unfähigen Philisters sich ausnimmt — im Hirne dessen, der nur das Eine begriffenhat :Ich habe schlechte, ein Jude gute Geschäfte gemacht — und die Folgerung ist nichts Ich habe gespielt, getrunken, dass Geschäft nicht verstanden u. s. w. — sondern der Jude hat ehrlose Concurrenz getrieben; drum ’ran mit der 3. Stufe: die Hände und Knüttel der Schnapsbudikengäste! Mögen die Herren das sehen, und wenn sie nicht Ekel empfinden über ihre Genossen und sich vor sich selbst schämen — nun, dann passen sie eben zu einander!! Eine Vermuthung würden wir als Gewissheit niederschreiben, wenn nicht der ehrliche Name Schulze jeden Gedanken an eine solche Niederträchtigkeit von sich weisen möchte. Das Büchlein macht den Eindruck,, als ob zwei Seelen wohnten in seiner Brust. Es scheint aus einigen Stücken einer Schrift für und aus Theilen einer Schrift gegen die Juden zusammengesetzt zu sein* Wie solch Machwerk entsteht — je nachdem besserer Absatz etc. zu erwarten ist — muss ein mit den Auswüchsen der modernen Presse so Vertrauter besser wissen, als der Referent. Doch, wie gesagt, Schulze ist ein zu ehrlicher Name! Ja, wenn er Mausche hiesse! Jüdische Post- und Eisenbahnbeamte giebt’s leider, Hr. Schulze, sogar schon in Preussen (obschon der Oberpostdirekter sehr unwahrscheinlich einer ist — damit fällt die ganze, ohnehin morsche Grundlage), und wie’s mit den Juden J in der Armee und im Ingenieurfach bestellt ist, darüber j holen Sie sich etwas Witterung aus Frankreich. Unsere j Leser wissen, wie aus dem Eisass stammende jüd. Familien (freilich haben die ihr Erworbenes nicht in Schenken und Lasterhäuser getragen, sondern auf den Unterricht ihrer Kinder verwendet!) sich darin auszeichnen. Dass wir’s in Deutschland nicht versuchen, daran trägt die Liebe, von der ״Schulze’s Stimme“ ein kleines Zeichen ist, die Hauptschuld. Dr. Lew in. da sonst Z. 7, ״Lass mich meiner Tage Mass wissen“, dasselbe Verlangen wäre. Hier ist statt ״Lebensende“ ״Schicksal“ zu setzen. Vergl. Raschi Sabbath Abschnitt II. S. 12 haafhidoth labo alai. — S. 38 Z. 4 v. u.: ״und einen, den er sich in Folge seines Naturells (Charakters) giebt“, ist meiner Ansicht nach nicht die richtige Uebers. von ואחד שקרוי לו בספר תולדות ברייתו, Verf. liess sich von dem Worte ברייתו zu dieser Uebers. verleiten. Es muss heissen ״und einen, den ihm die Geschichte giebt.‘‘ Vergl. Midr. Tanch. zu 2. B. Mos. Cap. 34. — S. 88: Bern. 2 ist zu streichen und Z. 11 nicht 2. Chr. 17, 21, sondern Sam. II. Cap. 7 V. 23 anzuführen. Dresden. M. Auerbach. Schriften für die Juden. (Fortsetzung.) 10) Eine Stimme aus dem Volke über die Judenfrage. Offener Brief an Herrn Egon Waldegg von P. Schulze, Cöln, Verlag von P. Schulze (Hunnenrücken 14). 47 S. Wir zeigen dies in Form und Inhalt so herzlich unbedeutende Libell an, nicht etwa, um dem P. Schulze — der in Marr einen grossen, mit Fichte und Herder auf einer Linie stehenden Mann sieht — zu antworten, oder in ihm den Stolz zu bekämpfen, ״dass seine Gegner ain besten thun, die Broehüre völlig todt zu schweigen.“ Wir wollen vielmehr erstens unsere Leser warnen, nicht auf den Titel, der recht schacherermässig die Tendenz zu verhüllen strebt, (wie der Berliner sagt) ״reinzufallen“; sodann möchten wir die anständigem Hep-Hep-Schreier, wie Herrn v. Treitschke, bitten, das Büchlein ihres Mit- Notiz. Wie Bertheau in der Vorrede zu seiner epochemachenden Schrift: ״Die sieben Gruppen mosaischer Gesetze in den mittleren Büchern des Pentateuchs^ mittheilt, so hat er durch Zunz und Dukes auf dem weiten Gebiete der talmudischen und midraschischen Literatur Umschau halten lassen nach Stellen, die auf Zählung und Eintheilung der Gebote Bezug haben. Das. ihm von diesen Koryphäen der jüdischen Wissenschaft Uebermittelte hat er sorgfältig geprüft und treu zur Kenntniss der Leser gebracht Was er gesucht, hat er jedoch nicht gefunden; nirgends auch nur eine leise Spur der Anschauungen, die seine eindringlichen und scharfsinnigen Untersuchungen zum Ergebniss haben, dass die Gesetze in geschlossenen Gruppen nach der Zahl ״siebenzig“ geordnet sind. Wie willkommen wäre ihm folgende Stelle des Midrasch (Wajikra Rabba c. 24) und der Pesikta (Parschath Hachodesch S. 546 ed. Buber) gewesen: •ר׳ יוחנן בשם רשב״י אמר נ׳ פרשיות כתב לנו משה בתורה וכל אחת ואחת יש בה מששים ששים מצות ואלו הן פרשת פסחים ופרשת נזיקין ופרשת קדושים, ר' לוי בשם ר' שילא דכפר תמרתא אמר משבעים שבעים In diesen Worten finden sich doch Anklänge an die kritischen Aufstellungen Bertheau’s. Wersch etz. Dr, S i d 0 n. Briefkasten der Bedaetion. HH. Professoren Dr. D< R. in I?• und LR. Dr. H• in B.: Ihre geschätzten Beiträge in der nächsten DoppeLNr. — In derselben bringen wir auch Ste cke lm ach er ’s Vortrag über Jehuda b. Halevy und die bereits für diese Nr. zugesagte Zusammen- Stellung der Ansichten über ״Magen David“. Verantwortlicher Redacteur Dr. Rahmer in Magdeburg. Druck von H. Horbach in Barty. Verlag von Robert Fries« in Leipzig.