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Das jüdische Literaturblatt · 1880-01-28 · No. 5. (28.1.1880) · p. Seite 20

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
9 (1880)
Issue
No. 5. (28.1.1880)
Date
1880-01-28
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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— 20 — lieh dem Verf. die Verantwortlichkeit für seine jedenfalls sehr beachtenswerthe Hypothese, die er nach verschiedenen Seiten zu begründen sucht. Dass für ihn die semit. Cultur- und Literaturdenkmale, die assyr. Keilinschriften und die Angaben der hehr. Bibel eine erhöhte Bedeutung gewinnen, liegt auf der Hand. Für die prähistorischen Angaben der Bibel, wie das Eden (Paradies), die Naachidische Fluth, den Thurmbau zu Babel, sucht er in den ägyptischen Literaturdenkmalen Analogien auf, über deren Berechtigung nur Aegyptologen von Fach das entscheidende Wort sprechen werden. Joseph uud Moseh, die von der Bibel uns namhaft gemachten semitischen Einwanderer, haben auch nach des Verf. Ansicht massgebend eingewirkt auf die Gestaltung der zur hohen Reife gediehenen Verhältnisse Alt-Aegyptens. Diese Schrift ist für ägyptol. Dilettanten eine interessante Lectiire. Dr. Deutsch. Loewy, Jos. Eine Causerie. Gr.-Kanizsa 1879. 10 S. 12״. Der greise, vielgeschätzte Freund und wirksame Förderer der jüd. Literatur spricht sich im kaufmännischen Jugendbildungsvereine seiner Stadt, dem er als Ehrenmitglied angehört, aus über die den religiösen jüd. Kaufmann heutiger Zeit besonders interessirende Frage: ״Wird je der Sabbath auf den Sonntag verlegt werden?“ Dass er die Frage verneint, wird nicht überraschen. Das Kriterium der Entscheidung bildet ihm hier mit Rücksicht auf seine Zuhörer weniger die rituelle Un- Zulässigkeit, wie sie sich aus Bibel, Talmud, den Codices und den Decisoren ergiebt, als vielmehr der socialpolitisch-ethische Gesichtspunkt. Mit Geschick führt er in kurzem Abriss die Geschichte des Sabbath® und seiner Verdrängung vor, wobei er eine beachtenswerthe Belesenheit in der Literatur des neuen Testamentes und der Kirchenväter bekundet. Er verweist ferner auf die christl. Secten, welche auch heute noch den Sabbath heiligen, und erinnert schliesslich an die Consequenz, welche sich durch die Verlegung des Sabbath’s in christl. Ländern naturgemäss in mohammedanischen Staaten ergeben müsste. Sehr lehrreich ist in dieser Beziehung Bosnien, ״Neu-Oester reich“, wo zur Zeit die christl. wie die mohammedanische Bevölkerung eine dominirende Stellung behauptet. Dr. Deutsch. Levy, Dr., Rabbiner in Giessen. Rede zum oOjährigen Amt-sj ubiläum.: Es wäre profan, das aus den Heizenstiefen sich emporringende Dankeswort des Greises, der fünfzig Jahre in einer Gemeinde als Herold des Glaubens und des Friedens gewirkt hat, zu kritisiren. ״Es preise den Ewigen meine Seele und all mein Inneres seinen heiligen Namen“ ist der Text dieser herzigen Rede; da erzählt der ehrwürdige Mann, wie er, ein kaum siebenjähriger Knabe, von seinem sterbenden Vater zum Rabbinerberuf bestimmt worden, und wie dieses Wort des Sterbenden ihm ein Sporn gewesen sei, dass er schon als zweiundzwanzigjähriger Mann das Rabbineramt in Giessen übernehmen konnte. Wir wünschen dem rüstigen Greise noch viele Jahre gesegneten Wirkens. Linguistische Notizen. אריוך. In der Recension über die vom Hrn. Dr. Sigmund Fessler bearbeitete Bi ographie des bedeutendsten“ Amora Samuel (Nr. 2 d. Bl) fragt der Herr Recensent, ob das rubricirte Epitheton vielleicht einen persischen Ursprung hat? Darauf dürfte das in diesem Blatte mehrmals empfohlene rabbinische Lexicon V crM iitwoi'tlicliur Kediifteur 1U. Ku 11 m t111 '1 ׳ .Mumietmry. i * r 1 י• K. Aruch vom Herrn Dr. Kohut in Fünfkirchen die beste Auskunft ertheilen. Nachdem dort die Meinung von Raschi und Tossafot angeführt worden, welche dieses Wort, gleich dem königlichen Eigennamen אריוך (i. I. M. 14,1.) vom hebräischen ״ אריLöwe“ — als dem Könige der Thiere — ableiten, womit eben Mar Samuel als der vorzüglichste Amora bezeienet werden sollte, behauptet Herr Dr. Kohut., dass dieses Wort persischen Ursprungs sei. Da Mar Samuel gerade bei der Gründung der neupersischen Dynastie der Sassaniden dort lebte und lehrte und ein Freund dieses Regierungshauses (des Königs Schabur) war, so nannte man ihn Arjoch, was eben ״treu ergebe nf bedeute; gleich wie die ähnlichen Ausdrücke Ar j 0 k im Pehlewie, dem mittelpersischen Dialekt, denn Airya in der späteren Zendliteratur und Arya im Sanscrit dasselbe bedeutet. Nach dieser Bedeutung (״getreu* p.) passt der Namen אריוך auch für ״den Obersten der Leibwache“ am babylonischen Hofe Nebueadnezar’s (i Daniel 2,14). Ob aber dieses Wort — nach Fürst’s kl. hebr. Wörterbuch — mit dem Volksstamm der Arier zusammenhängt, dürfte zu bezweifeln sein, da die Babylonier zu den semitischen Völkern gehörten. Doch lässt sich denken, dass dieser Name in der Bedeutnng ,,edel, würdig“ nach der Eroberung Assyriers durch die Babylonier und Meder auch dort Aufnahme fand. Ems. Dr. Hochstädter. Die Etymologie des aram. ״ חויאSchlange“ war mir immer schwierig. Eine Variante in der Wiener Tosefta- Handschrift zu Bechoroth 6 gab mir eine plausible Erklärung an die Hand. Dort nämlich wird mehreremal ״ במחבאim Versteck“ geschrieben במחוא. Die Schlange wird als Symbol der Falschheit, im Versteck dem Menschen auflauernd, gehalten (vgl. Jonath. Gen. 49, 17) und daher (von הבא הוא) der Name חויא, die im Versteck auflauernde. Zuckermandel. Zum 70. Geburtstag LEOPOLD BUK שא מכתבי את שלומי ודרך מפלה, לנוד. תהלה, לזקן מיחידי סגלה, ■ליום שנותיו במספר שבעים ממלא. דבר אליו נכבדות׳ היה לי למלה, קדם פניו בתודה׳ ברכה ותהלה, להעובד במלאכת־קודש, מרבבה דגלה, כפתו רעננה, על מים רבים שתלה, המוציא מאפלה לאור׳ ממסגר לגאלה׳ נחלת קדומים בבתי עקד חתלה, קובץ על יד גנזי־כתב, ספר ומגלה, פלטת סופרים בפז לא תפלא! להחונן לאדם דעת אני תפלה: יעמד־חי לימים רבים איש מעלה! יתנער ויגבר עוז וסופו כבתחלה׳ להפיץ ספרי מדע בעצה ותחבלה יוקן ויאושר בארץ, כה לחי ולגדלה! Leipzig. Fabius Mieses.

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