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Das jüdische Literaturblatt · 1880-01-14 · No. 3. (14.1.1880) · p. Seite 12

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Journal
Das jüdische Literaturblatt
Volume
9 (1880)
Issue
No. 3. (14.1.1880)
Date
1880-01-14
Page
Seite 12 (sequence 4)
Language
German
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— 12 — mir dem vielerfahrenen und schon seit drei Jahrzehnten das Gotteswort predigenden Manne die Bemerkung gestatten darf, es seheint mir nicht ganz angemessen, einen homiletischen Witz zum Text einer Predigt zu machen. Hin und wieder einen Schriftvers geistreich deuten, auch wenn dem schlichten Wortsinn ein wenig Gewalt angethan wird, ist ein durch das Herkommen gestatteter Brauch; aber ein schlichtes Bibelwort in ganz anderem Sinn als dem ursprünglichen Wortsinn nehmen und darauf eine ganze Predigt aufbauen, das ist ein Zugestandniss an den Witz auf Kosten der Wahrheit, und selbst dass hervorragende Männer zuweilen diesen schlüpfrigen Pfad betreten haben, ist kein Argument ihnen auf ihm zu folgen. — DerGedanke ist gut und schwungvoll bearbeitet. Freilich ist die Predigt keine Widerlegung Treitschke’s; und es wäre eine schlechte Predigt, wenn sie den gelehrten Professor widerlegte. Denn die Polemik soll der Kanzel möglichst fern bleiben. Aber als religiöse Rede hat sie unzweifelhaft den Eindruck auf die jüdisehen Zuhörer nicht verfehlt, und sie wird auch den jüdischen Leser erbauen. Der Satz S. 7: ״Ja, das ist der wahre heilige Geist, der den einen Vater erkennt,u ist für eine jüdische Predigt etwas zu spitz. 4) Caro, Dr. Jecheskel, Worte der Wahrheit und des Trostes. Predigt. Erfurt. Der Ueberschwang des Gefühls hat diese Rede, welche gleichfalls in Bezug auf die gegenwärtige antijüdische Bewegung gehalten und veröffentlicht wurde, hervorgerufen; darum isr, sie nicht frei von Mängeln. Der Autor hat sich überhastet und den Effekt durch einige stilistische Seltsamkeiten beeinträchtigt. Vom ״schwarzen Welttheil“, von ״Aposteln der Bierbank“ reden, ist gegen die Würde der Kanzel. S. 1 lesen wir : ״Alles, nur die Gotteslehre wurde nicht preisgegeben.“ Der Verf. hat offenbar Leidenschaft und Begeisterung, aber der Redner braucht auch Mass und Haltung. (Schluss folgt.) Literarische Notizen. Von Ascher Amschijewiz, einem Insassen des Montifiorisehen Bet ha-midrasch in London (der Verf. schreibt nicht ungelungen: משד. מנטיף־־אורה) erschien eine Sammlung (159) sechszeilige Epigramme, die mitunter recht geistvoll sind. So z. B. in Nr. 32 über den Tod eines zänkischen Weibes: Der Mann habe keine Ruhe רק במותה לשניהם מנוח, לו בבית ולה בקבר. Das Werkchen erschien in Warschau bei N. Z. Tscharnowitz, demselben, bei welchem auch neulich ein Schriftchen erschien, welches die Sabbathgesänge (זמירות) commentirt. Der Herausgeber bittet dieses ausdrücklich zu bemerken. — Auch die Mystik findet noch ihre Pfleger. Hr. I. Deutsch länder in Puchow (Ungarn) schrieb ein Schriftchen über .... die mystischen Wörter □אנקת u. s. w. im Gebete, nach dem Priester-Segan. Es wird dem Leser schwindlich in dem Gewirr der Gematrioth; welch ein Seelengenuss für einen Chassid! — Eine eigenthümliche Idee verwirklicht Hr. M. Bel i n to n in Odessa. Er giebt ש״ות gegenwärtiger lebender Gelehrten in zwanglosen Heften heraus. Die Themata sind von der mannigfach - sten Art, z. B. das Tragen der Brillen am Sabbath, das Chamezverkaufen, aber auch das Senden des Scheide* briefes durch die Post. Alles natürlich in conservativstem Sinne. Im zweiten Hefte findet sich auch eine Antwort des jüngst plötzlich verstorbenen Malbim (der die gedachte Sendung durch die Post rechtfertigt). Literarische Anzeigen. 2117] ©oeben ift erjdpenen unb burtf) jebe 39ud)banbtung ioroie nom 33er f affet ju begießen: Real-Encyclopaedie für $ibel unb Salrnub. Abtheilung II. Heft V. 930n Dr. J. Hamburger, £anbe§rabf>iner in © t r e I i (2)tecftenburg). $ r e i § 3 q r i. 211$ §auptartifel beleihen bejeidjnen mir bie Strtifel: ßultuS, ßebrfyauS, fieidjuam, Setdjeurebe, Siebe ra e r f e, 9Ked)ilta, eh’ia3, 3J1 if dj*־ e l) e. 2H ü t» j e n, 9t. *Pt a i t, SR g ft i f u. a. Antiqu. Lichtwitz, Berlin C., Holter Steinweg 4, 2116] offerüt: g&ee?' Sieben 2I6ra!jam§ 3Uf. 1.— fBugtorf, ßoncorbanä- @tettinl86l.$frj. 12.— ״ Sektion 1■— 21u€n>abt fflftor. ©tüde auä fcebräiidjen ©dEjriftfteUen. ölbfrg. 1-50 fyrattfl, 0. Serufalem. 3 S3be. 3.— ^rebigten 2.— ätjdjatf, Sefeftig. itn ©tauben, über[. ». ®eutfdj. £>ln>. 2.50 göttf. ©efelje u. bie 10 ©ebote 1.50 gethi, Wambeln 1.50 £ett>ifo&tt, ßalenberroefen 2.— Sott), grapf). fKequifiten 1.50 «Wettet. Sefer Toldos Imanuel Hamisi Slmfterb. 1722. 7.— 9tölbefe, SUtteftam. Siteratur. 2.— ^Sentateucf) 3 .טJlenbel§fof)n. Seit. 1783. 5 — Verantwortlicher Redactenr Dr. Ra hm er in 9ßf)ilipploffn, nKltbero. fragen. 2 S8be. 3.— ״ ©ntroidel. b. reltg. 3bee. 1.20 ©>aU>ab0r, Sftötnerijerrfcljaft. geb. 3,— ®(fntlke, )panbbud) b. l)ebr.!Djptljolog. 2.50 @cl)tPar3, ®a§ beitige Sanb 2.50 ®tttOtenSfitt, Hotoeh bedarkai hachaiim. 3 §lbfrg. 3.— *öater, ©ornment. üb b. $entateucf). Jplfrj. 2.50 2Ö0tf, ©efc^icfjte ber iöraelit. ©ultuä־ gemeinbe in 2Bien. 1.20 Bedeutende Breisermässlgung, nur wenn direct von Krotoschin bezogen. [2118 Wir offeriren gegen vorherige Ein- Sendung des Betrages oder Nachnähme: Cassel, Dr. D., Hebr.-deutsches Wörterbuch, geb., Ladenpreis 4,50 M. zu 2,50M. Hanna, Andachtsbuch,vonFreuhd, elegant gebunden . 3 ״ dto. dto. in Prachtband und eclitem Goldschnitt . . . . 4 ״ Herzberg’s hebr. Lese-11. Sprachbuch, geb.0,55 ״ Hayserling, Rabb. Dr. M., Bibliothek jüdischer Kanzelredner, 2 Bde , 1870,72, schon herabgesetzter Preis 8 M. zu.4,50 ״ iflandus, E., Rector, Israel. Glaubens- und Pflichtenlehre. In Katediesen bearbeitet, geb. . . . 0,50M. Henda, Stunden der Andacht. Gebetbuch f. isr. Mädchen u. Frauen, Neue Folge. Eleg. cart. mit Umschlag in Golddr.0,70 ״ Rothschild, Rabb..Dr., Gebetu. Religionsbüchlein f d. erste Israel. Jugend, Ladenpreis 0 80 M. zu . 0,60 Zeitschrift, jü lische, f. Wissen- Schaft und Leben, herausgegeb. von Dr. Abraham Geiger (1862—1875). Ladenpreis 60 M. zu . . 18 ״ Krotoschin, 1880. B. Ii. JTlonasch «6 Co. Ferner liefern wir alle hebr. Gebetu. Andachtsbücher unseres Verlages gegen Einsendüng des Betrages oder Nachnähme. — Preis-Verzeichnisse stehen zu Diensten. Postanweisungen, wie überhaupt alle Sendungen, die wir richiig erhalten sollen, sind stets zu adressiren : B. L. Ilonaseh 4S; Co. — Werden die Worte ״und Co.‘4 fortgelassen, so wird uns die Sendung von der Post nicht ausgeliefert. $aulu§(Eftf|el iniim-Mund) Donlvcitfdjfc. ©oeben erfdjien in meinem ®erläge unb ift uon mir birect, foroie burd) jebe 33ud)f)anblung &u belieben: SBtber •§etnrttl) hon ®mtfdjfe. Jux bie 3u&e1t [2112 מסט Paulus Cassel, Professor Dr. theoi., ®rebiger an ber (£I)rtfttt§־Sftr(i)e in ®erlin. 60 SPf. fftiebtid) Stalin, ®erlaggbncbbanbluna. Lettin SW., gBK6etm>©tr. 122a. Magdeburg. Druck von H. Horbach in Barby. Verlag von Robert Friaae in Leipzig.

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