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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1880-12-16 · N° 51. (16.12.1880) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
11 (1880)
Issue
N° 51. (16.12.1880)
Date
1880-12-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 51. 1880. arktische Jahrgang H. Wocheil-Zchnst für die religiösen und socialen Interessen des Jndenthums. Erscheint jeden Mittwoch u. kostet sammt dem wöchentlich erscheinenden „S»»Ische« Litrratnrblatt" bei allen Post ämtern und Buchhandlungen vierteljährlich 8 Mark. Mit direkter Zusendung: Nach Oesterreich 8 fl.; nach dem Ausland«: 16 Mk. (L0 Frcs. 8 Ruh. 4 Dollars) Lhrlich. Einzelnummern der »Wochenschrift" k *5 Pf., j der »Literaturblatts" k 15 Pf. Verantwortlicher Rrdacteur »nd Herausgeber Rabbiner vr. Al. Aahmer in Magdeburgs -—-=*=- Inserat« für die »w o ch e n f ch r i f t", wie für das „I ü» difcheLiteraturblatt", die dreigesvaltene Petitzeile oder deren Raum werden mit LS Pf. berechnet und find ausschließlich an die Central» Annoncen-Expedition von G. L. Dauba Sa Co» Arank'urt a. M., Magdeburg, Berlin, Hamburg, CSln, München, Zürich, Wien, Paris rc. «inzufendm. Magdeburg, 1«. December. Inhalt: Leitende Artikel r Die Einigkeit im Kampfe. — Die Judenhetze ein Naturgesetz. Berichte n«d Eorresporideiizenr Deutschland: Magdeburg. . Berlin. Nordhausen. Saarbrücken. Jever. Bad Ems. Aus Württemberg. Mannheim. Oesterreich: Wien. England: London. vermischte «nd neueste Nachrichten r Magdeburg. Magdeburg. Berlin. Berlin. — [©eilage:] Prenzlau. Leipzig. Darmstadt. Frank urt a. M. Stuttgart. Bayreuth. Petersburg. Sentstetonr Mendel Schapiro. nserat«. Wochen- December 1880. Tewes 5641. Kalender. Freitag .... 17 15 Sonnabend . . 18 16 'N'l (4 U. 32 M.) Sonntag.... 19 17 Montag .... 20 18 DienStag . . . 21 19 Mittwoch . . . 22 20 Donnerstag .. 23 21 Die Einigkeit im Kampfe. Die Zeitungen haben von einem Beschlüsse Kunde gegeben, den hervorragende Israeliten zu Berlin in einer Versammlung unter Vorsitz des Herrn Professor Lazarus betreffs der Abwehr der jetzt modernen Semitenverfolgung gefaßt haben. Dieser Meldung nach habe man beschlossen, eine Organisation zu schaffen, um die Abwehr für die ganze deutsche Judenheit zu leiten und zu regeln. Cs wird diese Nachricht zunächst wohl unter den Israeliten eine freudige und erhebende Ueberraschung bereitet haben. Endlich, endlich — mirp MN — tritt mit mannhafter Entschloffenheit eine Reihe von Männern auf, die ihre großen Geistesgaben, ihren bedeutenden Einfluß bisher mehr den politischen und allgemeinen Aufgaben und Bestrebungen zugewendet haben und ihre Zugehörigkeit zum Judenthume, ihre Liebe zu demselben, zu ihren Glaubensgenossen zum Theil wenig, zum Theil gar nicht gezeigt haben *) End lich ist die Gleichgiltigkeit, die Lauheit, die vornehme Geringschätzung der Angriffe, die Furcht vor den UnerquickUchkeiten solcher Abwehr, die vertrauensselige Gewißheit in dem Besitze der bürgerlichen Rechte erschüttert und die Größe der Gefahr erweckt die Kämpfer. Wahrhaft erfreulich ist es, daß in Berlin, wo noch vor Kurzem ein Vorsteher öffentlich erklärt hat, daß er nur dem Rabbiner seine Stimme geben würde, der sich für die Mischehe erkläre, wo lns jetzt die Hingebung für die Interessen der deutschen Judenheit selbst auch in allgemeinen Fragen zu keiner energischen Thäligkeit führte, daß da endlich einmal die wunderbar gewaltig ergreifende Fügung der Dinge zur offenen, muthigen Parteinahme für das Judenthum führt. Wir dürfen zwar nicht ohne Weiteres anneh- . Es besindensich — wie wirerfahren — unter den Geladenen auch gesetzestreue Mitglieder. (Red.) men. daß die Art, wie Männer, die dem Judenthum und seiner wissenschaftlichen Bewegung theilweise recht ferne gestanden haben, auch wirklich eine ganz sachgemäße, wenigstens eine der bestehenden religiösen Parteiungen im Judenthume unberührende sein werde. ES ist wohl zu erwarten, daß solche Männer — das steht zu befürchten — manche theure und heilige Einrichtung, manche das Wesen unserer Hoffnungen und unseres Gottvertrauens innig berührende Anschauung aus dem Grunde preisgeben werden, weil sie in denselben Gefahren für die Judenheit oder Verirrungen oder Veraltung, oder Widersprüche mit den Aufgaben unserer Zeit erblicken. Es ist möglich, daß sie in ihrem Kampfe für die bürgerliche Gleichstellung der Inden, für die Abwehr von Angriffen auf die Moralität der Juden und die Reinheit des Judenthums eine Parole ausgeben, die nur den religiösen Tendenzen entspricht, welche bis jetzt der Vorstand der Berliner Synagogengemeinde vertreten hat. Doch das darf unsere Freude über den Entschluß jener Berliner Versammlung nicht beeinträchtigen. Es ist eine Person an der Spitze derselben, deren feiner Tact und tiefe Menschenkenntniß uns Beruhigung, ja sogar die Bürgschaft geben kann, daß die Unruhe der Kampfesstimmung und die unter dem Drucke derselben zur That gerufenen Geister von ihm mit weiser Besonnenheit davor bewahrt werden, zu übereilten Urtheilen und Vorschlägen zu führen. Und noch mehr. Bauen wir auf die Gotteskraft, die in unserer Religionsentwickelung sich offenbart, auf die geistige Helle und sittliche Reinheit unserer Religionslehrsätze, auf die Wahrheitsliebe, welche alle die Forschungen unserer Weisen durchzieht, und seien wir deffen gewiß, daß, wer sich mit der Thora beschäftigt, um sie zu vertheidigen, wer nur anfängt mit dem Glauben an sie heranzutreten, daß sie vertheidigenswerth ist, nur in seiner Seele

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