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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1880-09-18 · N° 38 u. 39. (18.9.1880) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
11 (1880)
Issue
N° 38 u. 39. (18.9.1880)
Date
1880-09-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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^?8tt 3918%?Jterctefififcße Jahrgang '}+;■** 0 .S **/EW Wochen-Schrist für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums. Erscheint jeden Mittwoch u. kostet sammt dem wöchentlich erscheinenden „Jüdischen Lileraturblatt" bei allen P o st ämtern und Buchhandlungen vierteljährlich 3 Mit direkter Zusendung: Nach Oesterreich S fl.: nach dem Auslande: 16 Mk. (20 Frcs. 8 Rub. 4 Dollars) jährlich. Einzelnummern der „Wochenschrift" ä 25 Pf., des „Literaturblatts" ä 15 Pf. Verantwortlicher Redacteur und Herausgeber Rabbiner Dr. M. Wahrner in Magdeburg. Magdeburg, IS. September. Inserate für die „W o ch e n s ch r i f t", wie für das „I üdischeLiteraturblatt", die dreigesvaltene Petitz-ile oder deren Raum werden mit 35 Pf. berechnet und sind ausschließlich an die Central- Annoncen-Expedition von G. L. Daube Äc Co., Frank > urt a. M., Magdeburg, Berlin, Hamburg, Cötn, München, Zürich, Wien, Paris re. einzusenden. Inhalt: Leitende Artikelr Einladung an jüd sche Schulmänner und Schriftsteller. — Was den Juden im Staate der Intelligenz besonders noth thut. Berichte und Korrespondenzen: Deutschland: Leipzig. Charlottcnburg. Münster. Oldenburg. Bodenfelde. Aus der Provinz Posen. Fr an kr eich: Paris. Rußland: Warschau. Amerika: New-Pork. Marocco: Marocco. Vermischte und neueste Nachrichten: Berlin. Berlin. Berlin. Berlin. Erfurt. Erfurt. Leipzig. Frankfurt. Bonn. Mainz. Poln.-Wartenberg. Inserate. Lemberg. Wien. Neutra. sB e i l a g e:] Petersberg. Petersburg. Haag. Petersburg. Aleppo. Feuilleton r Chajim Prostak. — Die Judenkolonie Inserate. Odessa. Syrien. .Ararat". Wochen- Lextember 1880. Tisch ri 5641. Kalender. Sonnabend . . 18 13 ■man (6 U. 45 M.) Sonntag.... 19 14 Montag .... 20 15 Suckoth 1 Dienstag . . . 21 16 n 2 Mittwoch . . . 22 17 9) 3 Donnerstag . . 23 18 » 4 Freitag .... 24 19 5 Sonnabend . . 25 20 „ 6 (6 U. 29 M.) SoNN^oa .... 26 21 „ 7 Hoschana rabba Msmag . . . . 27 22 „ bSchmini Azeres. Dienstag . . - 28 23 „ 9Simchas Thora. Mittwoch . . . 25 24 Donnerstag . . 30 25 Einladung an jüdische Schulmänner und Schriftsteller. Die Conserenz der „israelitischen Cultusbeamten Mitteldeutschlands" hat auf ihrer letzten Versammlung am 19. Mai zu Hall e a/S. einstimmig beschlossen, Vorbereitungen zu treffen, daß von nun an alljährlich ein „pädagogisches Jahrbuch" erscheine, welches der Entwickelung der pädagogischen Bestrebungen innerhalb der jüdischen Schulwelt dienen solle. Wohl giebt es nur eine Pädagogik im psychologischen Sinne, und diese gehört keiner Confession, sondern der Menschheit an, sie baut sich auf die Thatsachen und Gesetze auf, welche die psychologische Forschung feststellt und beobachtet. Aber es ist nicht zu leugnen, daß schon die Grundfragen aller Pädagogik und Psychologie mit den Grundfragen alles menschlichen Denkens zusammenfallen. Die Auffassung von der Menschennatur, von ihrer Quelle und ihrer Bestimmung, von den Aufgaben der Menschheit berührt das religiöse Gebiet und hängt somit mit der Ideenwelt des Judenthums als eines Phänomens religiöser Offenbarung innig zusammen. Die pädagogischen Grundfragen also in diesem religiösen Sinne wissenschaftlich zu erörtern, ist eine noch nicht ganz gelöste Aufgabe. Die pädagogischen Bestrebungen innerhalb der Judenheit sind aber so alt, als das geschichtliche Leben der Judenheit selbst und ihnen wesentlich ist es mit zu danken, daß die geistige Einheit in Israel erhalten blieb und der Pulsschlag der geistigen Judenheit noch heute lebenskräftig zu empfinden ist. Noch aber fehlt eine geschichtliche Darstellung gerade dieser so bedeutungsvollen Bestrebungen. Sie haben nicht blos für die Judenheit, sondern für die ganze civilisirte Welt eine hohe culturhistorische Bedeutung, die noch nicht genügend erkannt und gewürdigt worden ist. Die Entwicklung des gegenwärtigen jüdischen Schulwesens, welches durch die manigfachen Aufgaben unserer Zeit gedrängt, in kürzerer Zeit als früher, die Begeisterung der Jugend für die religiösen Heiligthümer erwecken, nähren und läutern, welches besonders die heilige Tradition der Jugend tief ins Herz schreiben soll, damit sie in dem Strome moderner Irrungen den Anker der geschichtlichen Glaubenswahrheit und der treuen Pflichterfüllung nicht verliere, diese Entwickelung hat schon vieles Schöne geschaffen, das der geordneten Darstellung bedarf, und sie hat noch Vieles zu schaffen. Die Lehrmittel, die Lehrmethode bedürfen noch mancher Hebung und Befferung und nur der Austausch der Erfahrungen tüchtiger und religiösgesinnter Schulmänner wird durch die Arbeit der Gesammtheit hier näher zum Ziele führen.

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