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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1880-06-16 · N° 25. (16.6.1880) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
11 (1880)
Issue
N° 25. (16.6.1880)
Date
1880-06-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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? 4 ' *■ im f* M 25. 1880.' **» Jf' sraelilische Jahrgang Wocheil-Schrist für die religiösen und soeialm Interessen des Zudeuthums. Erscheint jeden Mittwoch n. kostet sammt dem wöchentlich erscheinenden „Jüdischen Literatnrblalt" »ei allen Postämtern und Buchhandlungen vierteljährlich 3 Mark. Mit direkter Zusendung; Nach Oesterreich » fl.; nach dem » u s l a n d e: 16 Mk. (»0 Frcs. 8 Rub. 4 Dollars) jährlich. Einzelnummern der „Wochenschrift" » *ä Pf., j der „Literaturblatts" k 15 Pf. I Verantwortlicher Redacteur und Herausgeber! Rabbiner vr. M. Aahmer in Magdeburg. Magdeburg, 16. Juni. Inserate für die „W o ch e n s ch r i s t", «ie für dai „I t* discheLiteraturblatt", die dreigespalten« Petitzeile oder deren Raum werden mit 95 Pf. berechnet und sind ausschließlich an die Central» Annoncen-Expedition von G. L. Daub« äs Co., Frankfurt a. M., Magdebvrg, Berlin, Hamburg, Töln, München» Zürich, Wien, Paris re. einzusende«. Inhalt: Leitende Artikel: Palästina und die Alliance israelite. — Die Unruhen in Amsterdam. Berichte und Correspondenzen rDeutschland: Magdeburg. Bonn. Aus Oberschlesien. Aus der Provinz Posen. Vom Taunus. Bad Ems. Oesterreich-Ungarn: Wien. Aus Ungarn. England: London. Rußland: Tiflis. Petersburg. Aus dem Kreise Kiew. Slonim. Vermischte und neueste Nachrichten: Magdedurg. Magdeburg. Berlin. Homburg. Lübeck. Colmar. Paris. Paris. Versailles. Marseille. Algier. Constantine. Canea. Bagdad. Bosnien. Bulgarien. Domborowo. Arabien. Feuilleton: Chajim Prostak. Inserate. Wochen- Juni 1880. Tammus 5640. Mittwoch . . . 16 7 Donnerstag . . 17 8 Freitag .... 18 9 Sonnabend . . 19 10 Sonntag.... 20 11 Montag .... 21 12 Dienstag . . . 22 13 Kalender. flÖH Per. 5. (SU.22 ».) Palästina und die Alliance israelite. Seit Jahrzehnten wiederholen sich die Klagen über die jüdischen Zustände im heiligen Lande und immer wieder werden diese Klagen durch Lügen und Phrasen von gewisser orthodoxer Seite her zum Schweigen gebracht. Es wird dem jüdischen Publikum in Europa, das an dem Wohlergehen seiner Brüder in Palästina noch Interesse nimmt, Sand in die Augen gestreut, die Schuld an der Verkommenheit der jüdischen Bevölkerung in Palästina theilS auf die localen Verhältnisse geschoben, theils gänzlich abgeleugnet. Thatsache ist jedoch und von glaubwürdigen Augenzeugen bestätigt, daß mit Ausnahme einer Anzahl Talmudgelehrter und Kranker von Rechtswegen Niemand dort Ansprüche auf Unterstützung seitens der europäischen Juden erheben dürfte. Wir scheuen uns nicht, trotz des etwaigen Wuthgeheuls des bekannten Israelitisch -ultramontanen Blattes, es ganz offen auszusprechen, daß mindestens neun Zehntel der in Palästina lebenden Juden durch die „Ehaluka" moralisch und physisch zu Grunde gerichtet werden, daß durch diese reichen Spenden ein faules, bettelhaftes, fanatisches Gesindel herangebildet wird, daß bei dieser Ehaluka die größten Ungerechtigkeiten und Betrügereien verübt werden, daß bespielsweise Leute, die mehrfach Hausbesitzer sind und in glänzenden Verhältnissen sich befinden, an der Ehaluka participiren, kurz, daß die ganze Angelegenheit in einer Weise behandelt wird, die zum Himmel schreit. Jahraus, jahrein wird die arme jüdische Landbevölkerung Deutschlands durch allerhand fromme Mittelchen gebrandschatzt, damit in Jerusalem einige tausend Schnorrer und Betrüger auf eine nrch dazu sehr kostspielige Weise ernährt werden. Das zeigen die endlosen Sammellisten des „Israelit", der mit frommem Angenverdrehen auf dieses gottgefällige Werk hinweist und sich mit stolzem Munde rühmt, so und so viele Tausende nach Palästina geschickt haben. Das Geschäft blüht und ist wohl auch für daS Blatt nicht ohne Schaden. Daß wir über den moralischen Zustand unserer Glaubensgenossen in Palästina nicht zu viel gesagt haben, beweisen die neuesten Nachrichten, die von dorther dringen. (Vergl. vor. Nr. unter „Safed".) Sobald ein wahrhafter Menschenfreund etwas Ersprießliches für Palästina beginnt, sobald es sich um Gründung von Schulen oder ähnlichen Jnstssuten handelt, da sind die fanatischen Rabbiner bald mit ihrem „Cherem" bei der Hand und hindern das Eindringen von Luft und Licht in den Wust der Bettelei, der Verdummung, und Faulheit, welcher von unserer europäischen Orthodoxie aufs Eifrigste gefördert und reichlich unterstützt wird. Um endlich einmal wenigstens den Versuch einer Besserung dieser Zustände zu machen, hat die Alliance israelite vor Jahr und Tag eine Ackerbauschule bei Jaffa gegründet, hat sie einem tüchtigen Leiter unterstellt, um hier mit der Zeit junge Leute zu brauchbaren Menschen zu bilden und sie der demoralisirenden Ehaluka zu entziehen. In icrupulösester Weise wurde allen rituellen Anforderungen seitens der Anstalt genügt, aber bei der Lehmann'schen Trotz-Orthodoxie nutzt das bekanntlich gar nichts. Diese sonderbaren Heiligen huldigen bekanntlich dem Grundsätze: „Was nicht von unS ausgeht, taugt nichts." D ie Natur hat diese Herren mit einer feinen Spürnase begab t. Jedes Ding, das nicht eine ausgesprochene exclusiv-fanatisch-orthodoxe Tendenz hat, wird einige Zeit lang mit verstellter Gleichgültigkeit beschnüffelt, wird erst leise, dann immer lauter kritistrt und endlich ist man soweit, es offen zu verketzern. Bei Leuten wie Lehmann und Consorten hat das Wort „Alliance" an sich schon einen verdächtigen Klang. Bei ihnen heißt die Losung: Trennung sans phrase, und Aller was auf eine „Vereinigung" hinzielt, ist vom Uebel. Wie» der Deutsch-israelitische Gemeindebund erst verstellt und unbe-

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