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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1880-06-02 · N° 23. (2.6.1880) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
11 (1880)
Issue
N° 23. (2.6.1880)
Date
1880-06-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 23. 188«. raetitilcöe 2^,««» si. schen-Zchnst für die religiösen und socialen Interessen des Zudeuthums. Erscheint jeten Mittwoch u. kostet sammt dem wöchentlich erscheinenden „Aü » ische « Literalurblait" bei allen Post ämtern und Buchhandlungen vierteljährlich 8 Mark. Mit direkter Zusendung: Nach Oesterreich S st.; nach dem Ausland«: 16 Mk. (»0 FrcS. \ 8 Rub. * Dollar«) jährlich. j Einzelnummern der „Wochenschrift" » »5 Pf., > der „Literaturblatts" i 15 Pf. ■ Verantwortlicher Redactrur und Herausgeber Rabbiner vr. W. Aahmer in Magdeburg. -o§go-~- Magdeburg, 2. Juni. Inserate für di« „Wochenschris t", »ie für das „I t« difcheLiteraturblatt", die dreigespaltene Petitzeile oder deren Raum werden mit ÄS Pf. derechnet und sind ausschließlich an die Central» Snnoncen-Expedition von G. L. Daube , Sc Co., Frankiurt a. M., Magdeburg, Berlin, Hamburg, Söln, München,! Zürich, Wien, Pari« rc. einzufenden. \ Inhalt: Leitende Artikel r Die Palästinafrage — eine Unterrichtsfrage. Berichte und Correspoudenze« rDeutschland: Magdeburg. Mag» deburg. Berlin. Dresden. Aus der Rhcinpfalz. Aus Württemberg. Oesterreich: Krakau. Aus Galizien. Rußland: St. Petersburg. Odessa. Odessa. Riga. Plozk. vermischte und neueste Nachrichten r Berlin. Berlin. Berlin. Erfurt. Oppeln. Würzburg. Wien. Ungarn. Paris. Paris. Lissabon. Wilna. Rumänien. VaSlui. Oran. Marocco. Jerusalem.' Washington. KeuMetou r Chajim Prostak. Inserate. Wochen- Juui Siwan Kalender. 1880. 5640. Mittwoch . . . 2 23 Donnerstag . . 3 24 Freitag .... Sonnabend . . 4 5 25 26 ib n^tpP«r.3. (9U.10W.) Ntumondverkündigung. Sonntag.... 6 27 Montag .... 7 28 Dienstag . . . 8 29 Die Palästinafrage — eine Unterrichtsfrage. J Es ist gerade ein Jahr — es war in Nr. 23 des vor. Jahrg.'s — da besprachen wir in einem Leitartikel den „g e i« stigen Rothstand" unserer Glaubensbrüder in Palästina; wir wiesen darin besonders auf die hochgradige Verwahrlosung der Jugend durch den dort herrschenden Mangel an Erziehungs- und Un terrichtsanstalten hin, dem nicht durch gedankenloses Geldspenden in den bodenlosen Topf der Chaluka, sondern nur durch zielbewußte Beiträge zur Einführung eines geordneten Erziehungs- und Unterrichts - wesens abzuhelfen sei. Der Artikel hatte, wie vorauszusehen war, eine erbitterte Replik aus Jerusalem in Form eines unter der Aegide der dortigen Oberrabbinen verfaßten heftigen offenen Sendschreibens hervorgerufen, worauf wir hier nicht weiter zurückkommen wollen. *) Wir haben heute die Genugthuung, zwei Schriftstücke zu veröffentlichen, die jenem Grundübel, an welchem die traurigen Palästina-Verhältniffe laboriren, in wirksamster Weise Abhilfe verschaffen wollen. Es ist das Central-Comits der Alliance Jsraelite Universelle einerseits und der „Verein zur Erziehung jüd. Waisen in Palästina" andererseits, die die Heilung jenes Uebels in die Hand genommen und (wohl mit vereinten Kräften) an die Lösung der jüd. Unterrichtsfrage in Palästina gehen wollen- Möge der Erfolg beider Bestrebungen ein reich gesegneter sein. Zahlen wir durch zahlreiche Spenden für diesen heil. Zweck an Palästina einen Theil unserer großen Dankesschuld ab: „denn von Zijon ging aus die Thora, das Wort Gottes von Jerusalem!" *) Die iochorthodoxen hebr. und deutsch geschriebenen jüd. Journale hatten sich beeilt, jenes mit Schmähungen uns überhäufende Schreiben im Original und in Uebersetzung mitzutheilen; wir haben in Nr. 38 vor. Jahrg. dies. Bl. replizirt. I. * Aufruf für die Crämieux-Stiftung! Das CentrabComit6 der Alliance Jsraelite Universelle hat beschloffen, zur Gründung einer Stiftung, welche das Andenken ihres Präsidenten Adolphe Cr6,nieux verewigen soll, eine Subscription zu veranstalten. Ueber die nähere Bestimmung dieser Stiftung erwartete es Anträge von den Subscri, benten selbst; dieselben sind denn auch von verschiedenen Seiten eingegangen: Man wünscht allgemein, daß die Cremieux-Stiftung zur Gründung von Primär- und Handwerksschulen in Palästina dienen soll. Das Central-Eomit6 hat diesen Gedanken mit Freudigkeit ausgenommen; es würde keine Schöpfung bester als diese das Andenken des Mannes ehren, der im I. 1840 in Aegypten israelitische Schulen stiftete und noch in seinem Testamente an die Erziehung der Israeliten im Orient dachte, keine Schöpfung entspräche genauer dem Gedanken von Adolphe Crsmieux. Brauchen wir erst die Wichtigkeit und Nothwendigkeit der Primär- oder Handwerksschulen in Palästina zu beweisen? Die Roth der Israeliten daselbst ist schrecklich, und es ist für uns Alle ein tiefer Schmerz, zu sehen, wie dieselben in dem Lande leben, welches die Wiege des Judenthums gewesen und an das sich für uns so große Erinnerungen knüpfen. ^Wer erkennt heutzutage nicht an, daß die Israeliten von Palästina nur durch denSchulunterricht und durch dar Erlernen von Handwerk und Ackerbau aus ihrem Elend herauskommen können? In den Primärschulen, die wir in Jerusalem, Safed, Liberias, Hebron, Jaffa, Caiffa gründen wollen, sollen die Kinder außer dem üblichen Religionsunterricht die in der modernen Gesellschaft unerläßlichen Sprach- und elemertaren wissenschaftlichen Kenntniffe erhalten; die Handwerks» und Ackerbauschulen sollen ste sodann vorbe*

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