Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 11 (1880)
- Issue
- N° 20. (12.5.1880)
- Date
- 1880-05-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Aa-mer in Magdeburg Magdeburg, 12. Mai. I nserete für die „Wochenschrift", »ie für da« „I ft* discheLiteraturblatt", die dreigesvalten« Petitzeile oder deren Raum werden mit 95 Pf, ♦ berechnet und sind ausschließlich an die Central* Annoncen-Expedition von G. H» Daube Äs Go., Frankfurt a. M., Magdeburg, Berlin, Hamburg, Söln, München, Zürich, Wien, Pari« rc. rinzusenden. Inhalt: rettende Artikel r Die Bedeutung der jüd. Religionsschule. Zum Wochenfeste. Berichte «nd Correspondenre»r Deutschland: Magdeburg. Von der Elbe. Dresden. Osterode. Koblenz. Hamburg. Schmieheim. Holland: Arnhem. vermischte und neueste Nachrichten: Magdeburg. Leipzig. München. Wien. Wien. Pest. Aus Mähren. Paris. Amerika. Fenweton r Chajim Prostak. Inserate. Woche«- Mai 1880. Siwan 5640. Aalender. Mittwoch . . . 12 2 Omer 46 Donnerstag . . 13 3 .47 Freitag .... 14 4 48 Perek 5. Eonnaben- . . 15 5 (8 U. 86 M.) 43 Sonntag.... 16 6 l Sehownira«. Montag .... 17 7 / Dienstag .. . 18 8 Die Bedeutung der jüd. Religionsschule. Z«m Wocheuseste. Giebt eS für unser heiliges Religionsfest ein geeignetere-, würdigeres Thema als eine Besprechung der hohen Aufgabe, welche die Pflanzstätte der Religion, die R e l i g i o n s s ch u l e, ganz besonders in unserer Zeit hat? Das Fest, das uns zuruft (Deut. 4,9—10): „Rur hüte dich und nimm deine Seele sehr in Acht, daß du nicht vergesiest die Dinge, die deine Augen sahen, daß sie nicht weichen aus deinem Herzen alle Tage deines Lebens, thue sie kund deinen Kindern und Kindes lindern: den Tag, da du standest vor dem Ewigen deinem Gotte am Horeb, da der Herr zu mir sprach, versammle mir das ganze Volk, daß ich sie vernehmen laste meine Worte, damit sie lernen, mich ehrfürchten alle Zeit und ihre Kinder lehren" — legt uns das Thema des religiösen Unterrichts ganz besondernah. Es ist darüber schon viel geschrieben und mehr noch gepredigt worden, aber immer aus's Neue thut es noth, der Eltern Aufmerksamkeit auf diesen wichtigen Gegenstand, der von den vielen andern Lehrgegenständen leider ganz an die Wand gedrückt ist,*) und von vielen Vätern als nebensächlich behandelt wird, zu lenken. Die neu aufgetauchte böse „Judenfrage" wird manchen religiös Indifferenten aufgerüttelt und ihm die Frage nahe gelegt haben, ob's denn nicht doch noth - wendig sei, daß das Kind auch in den Lehren seiner Religion gründlich unterrichtet werde? Gerade über diesen Punkt, über die Beziehungen der jüd. Religionsschule zu der modernen Judenfrage, ist jüngst in einem Schulbericht,**) (auf den wir bereits in Nr. 16 *) rpv pps nroiia min **) Der KönigSberger Religionsschule. (Don Rabb. vr. Bamberger.) hingewiesen) ziemlich erschöpfend das Richtige gesagt und die erhöhte Bedeutung und Aufgabe der Reli^'""^" * Ar in der Jetztzeit hoorgeho^rn worden, so daß wir das dort darüber Gesagte — mir unwesentlichen Aenderuugen — jetzt hier wiederzugeben für recht geeignet halten. „In dem Kampfe, in welchem man gegnerischerseitS das Verbiet über die gegenwärtige Judenheit durch die sinnlosesten Urtheile über den religiösen Gehalt der jüdischen Lehre, wie über die geschichtliche Vergangenheit deS jüdischen Stammes zu begründen und zu verschärfen sucht, die künstlich geschaffene social-politische Frage zu einer religiös-geschichtlichen zuspitzt; gegenüber den so zahlreichen irrigen Vorstellungen unserer Gegner über die Grundlagen unserer Religion wie Die Grundeigenschaften unseres, im Verlaufe unserer Geschichte entwickelten Charakters — tritt die Rothwendigkeit an uns heran, diesen Jrrthümern zu begegnen, und hiermit auch die Frage, in wie weit die große Mehrzahl der heutigen Juden selbst hierüber Besteres weiß in wie weit sich ihr ein Einblick in die geschichtliche Entwicklung der jüdischen Lehre, in den eigenthümlichen Gang der jüdischen Geschichte erschlosten hat, ob sie im Stande ist, an der Hand ihrer Religionsquellen wie Geschichte ihre Gegner siegreich zu widerlegen. Und hiermit ist der Punkt gegeben, bei dem die jüdische Religionsschule zum Worte kommen muß, sie, die ja ausschließlich der Aufgabe lebt, diese Kenntniß in unserer Mitte zu verbreiten und zu befestigen. Sie hat seit ihrer Begründung in den ersten Jahrzehnten dieses Jahrhunderts bis zur Stunde in einem schweren heißen Kampfe gestanden: zuerst gegen das durch sie verdrängte Cheder. besten Charakteristik wir uns hier ersparen dürfen, gegen einen unsere ganze Zeitbildung auSschließenden Obscurantismus, dann aber gegen den in seiner Feindschaft gegen jede Art religiösen Positivismus, immer mehr der religiösen Verflachung zusteuernden Rationalismus — besten Ergebniß in einem Jndifferentismus gipfelt, wie er im ganzen Verlaufe unserer Geschichte noch niemals zu Tage getreten ist. Wohl ist auch dieser, wenn nicht alle Anzeichen trügen, im Rückgänge begriffen, und in den von so