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Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums · 1880-04-28 · N° 18. (28.4.1880) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
Volume
11 (1880)
Issue
N° 18. (28.4.1880)
Date
1880-04-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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18. 188». Israelitische MV»» Wochen-Zchrift für die religiösen und soeinlen Interessen des Zudeuthums. Erscheint jeden Mittwoch «. »oflet sammt dem wöchentlich erscheinenden „Jüdischen Literatnrblatt" bei allen Postämtern und Buchhandlungen vierteljährlich 8 Mark. Mit direkter Zusendung: Nach Oesterreich 8 fl.; nach dem Ausland«: 16 Mk. (80 Ares. 8 Rub. e Dollars) jährlich. Einzelnummern der »Wochenschrift" a *5 Pf., des „Literaturblatts" i 15 Pf. I nferate Verantwortlicher Redacteur und Herausgeber für die „Wochenschrift", «ie für d«s„Jü--! dischrLiteraturblatt", die dreigespaltene Rabbiner vr. W. Yahmer in Magdeburg.! an die Expedition der Israelitische» Wochens chrift in Magdeburg einzusen- Magdeburg, 28. April. den. — Bei Wiederholungen Rabatt. Beilage», 210 0 Stück, werden mit 15 Mark berechnet. Inhalt: Leitende Artikel: Die Achawa. — Die Alliance-Schulen. Berichte ttttfc Correspondenzexr Deutschland: Magdeburg. Oberschlesien. Hamburg. Aus Pommern. Heilbronn. Wolsenbüttel. Großbritannien: London. vermischte und neueste Nachrichten r Berlin. Berlin. Breslau. Elsaß. Wien. Paris. Paris. Ferrara. Bukarest. Rußland. Petersburg. Lowitsch. Horadno. Bagdad. Jerusalem. Jerusalem. Algerien. Marocco. Afrika. Australien. Aus Indien. Feuilleton r Chajim Prostak. Inserate. Woche«- April Ijar Kalender. 1880. 5640. Mittwoch . . . 28 17 Omer 32 Donnerstag . . 29 18 Lag be-Omer 33 Freitag .... 30 19 34 Sonnabend . . Mai 1 20 “llÖK (« u. 8 M.) „5 Perek 4. ÖO Sonntag.... 2 21 36 Montag . .'. . 3 22 37 Dienstag . . . 4 23 S8 Die Achawa. \ Der soeben zur Versendung gelangende 1 5. Rechenschaftsbericht der „Achawa" (Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger isr. Lehrer,*) Lehrer-Wittwen und -Waisen in Deutschland) giebt uns willkommene Veranlassung, die Aufmerksamkeit der Gemeinden und ihrer Beamten auf die segensreiche Thätigkeit dieses Vereins zu lenken; und wir halten uns um so mehr dazu verpflichtet, als die Berathungen des jüngst abgehaltenen Gemeindetages gerade über die wichtige Beamten - Penstonsfrage zu keinem greifbaren Resultat geführt hat. Zunächst einige Zahlen. Die Gesammteinnahme des vorigen Jahres betrug M. 15,844. 89. Die Ausgaben an Pensionen und Unterstützungen M. 7,644. Das Vereinsvermögen beträgt jetzt M. 86,404. 40. Die 44 Pensionäre (zu 60 Theilen) vertheilen sich auf Baden, Baiern, Großherzogthum Hessen, Lippe, Württemberg, Hessen- Nassau, Hohenzollern, Posen, Rheinprovinz, Sachsen, Schlesien, Westfalen. — Die „Achawa" ist demnach ein über alle deutsche Gauen segenverbreitender Verein. Es werden von ihr Pensionen gesendet in Länder und Provinzen, wo außer den Pensionären kaum ein Mitglied oder Gönner des Vereins wohnt, und selbst sehr viele dahin, wo die Provinzialvereine etwaige Unterstützungen für sich beanspruchen. In den 15 Jabren ihres Bestehens hat die Achawa M- 57,864. 39. an Unterstützungen verausgabt. Die Jahresbeiträge ihrer sämmtlichen activen Mitglieder ergeben nur ca. M. 1200. Die Achawa hat also im Ganzen mehr als das *) Gleiche Berichtigung haben die im Amte stehenden Rabbiner -— nach § 4 der Statuten. Dreifache aller dieser Beiträge, und im jüngsten Jahre allein mehr als das Sechsfache eines Jahresbeitrags sämmtlicher berechtigten und verpachteten Mitglieder an Unterstützungen verausgabt Die Achawa ist sonach eine humanitäre, eine jüdische Wohlthätigkeitsanstalt im vollsten Sinne des Wortes. Sie hat ihres Gleichen nicht unter den deutschen Juden. Sie ist hochwichtig für den Bestand und die Fortentwickelung des deutschen Judenthums, der jüdischen Gemeinden und Schulen. Sie allein gewährt den jüdischen Lehrern eine sichere Aussicht auf eine Unterstützung für die, Tage, von welchen es heißt: „sie gefallen mir nicht!" eine Gewähr, daß ihre Hinterbliebenen nicht darben müssen. Die Bedeutung einer solchen Anstalt kann nicht hoch genug geschätzt werden. Wenn die Leiter derselben trotz des verhältnißmäßig geringen Ertrags der Beiträge der activen Mitglieder bei diesen beharren, so hat dies seine gewichtigen Gründe. Wir wollen den ursprünglichen Gedanken der „Selbsthülfe" nicht ganz aufgeben; es soll diese Institution für den Rabbiner- und Lehrerstand nicht zu einer reinen Wohlthätigkeitsanstalt werden, sondern es sollen den Mitgliedern Rechte und Ansprüche gewahrt und diese dadurch veranlaßt sein, auch selbst etwas für sich und ihre Angehörigen zu thun, nicht Alles Andern zu überlassen. Man erwartet von einem Lehrer, der ja doch ein Charakter sein soll, daß er ein kleines Opfer für die Gesammtheit, füll seine und seiner Angehörigen Zukunft bringe; daß er sich nicht in strafbarem Leichtsinn oder in noch strafbarerer Ueberhebung von der Gesammtheit seiner Berufsgenossen ausschließe. Darum ergeht immer und immer wieder der Ruf an die Lehrer: „Tretet ein, ehe es zu spät ist."*) *) Das Einkaussgeld wächst stufenweise mit dem höheren Lebensalter; von 15 M. (zum 25. Jahre) bis 90 M. (50 I.).

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