Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Journal
- Israelitische Wochenschrift für die religiösen und socialen Interessen des Judenthums
- Volume
- 11 (1880)
- Issue
- N° 17. (21.4.1880)
- Date
- 1880-04-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Giiitelnummern der „Wochenschrift" i *5 Pf-, des „Literaturblatts" i IS Pf. Verantwortlicher Redacteur und Herausgeber Inserate für die „W o ch e n s ch r i f t", wie für Kai „I üdischeLiteraturblatt", die dreigespaltene Rabbiner vr. W. Wahmer in Magdeburg. SLan die Expedition der Israelitische« Wochenschrift in Magdeburg einjusenden. — Bei Wiederholungen Rabatt. Beilagen, 2 6 0 0 Stück, werdcn mit 1» Mark berechnet. Magdeburg, 21. April. Inhalt: Leitende Artikel: Dritter Deutsch-israelitischer Gemeindetag. Berichte und «orrespondenzenr Deutschland: Magdeburg- Berlin. Stettin. Coblenz. Cöln. Wolfenbüttel. Oesterreich: Wien. Frankreich: Paris. Dänemark: Copenhagen. Vermischte ttnd neueste Nachrichten: Berlin. Magdeburg. Danzig- Lemberg. Buczacz. Paris. London. London. Aus Italien. Rußland. Drohobitsch. Aus Rumänien. Palästina. New-York. Feuilleton: Chajim Prostak. Inserate. Wochen- Harr Ijar Kalender. 1880. 5640. Mittwoch . . . 21' 10 Omer 25 Donnerstag . . 22 11 26 Freitag .... 23 12 27 Sonnabend . . 24 13 v'nnv. m» nn« 28 (7 U.ÄZ' M.) Perek 3. Sonntag.... 25 , 14 29 Montag .... 26 15 30 Dienstag . . . 27 16 51 Dritter Deutf^>-israelitifcher Gemeirrdetag.*) x „Nicht weil ihr viel, sondern gerade weil ihr so wenige seid, hat Gott Wohlgefallen an Euch." Dieses Bibelwort mit seinem schlichten und doch stolzen Gehalte kam mir in den Sinn, als ich die kleine, aber in den großen und erhabenen Zielen des Judenthums einige Versammlung in der Syna. goge zu Leipzig am 11. April betrachtete. Angesichts der vielen von außen her drohenden Gefahren, wich alles Schroffe und Kantige, alles Parleigepräge in den Debatten, und man konnte auch oft nichts Besseres auf die Vorlagen des für die gute Sache beseelten Ausschusses des Gemeindebundes erwidern, als ihm für die Mühewaltung und eifrige, geschickte und umsichtige Leitung danken. Von den etwa 50 Deputirten der dem Deutsch-iraelitischen Gemeindebunde angehörenden Gemein« den, welche aus den verschiedensten Theilen des Reiches sich eingefunden hatten, nahmen lebhaft an den Debatten Theil: Rechtsanwalt Benfey (Hannover), Blumen au (Bielefeld), vr. D e f f a u e r (für Cöthen und Zerbst), Klingen st ein (Oberingelheim), vr. Kroner (Eisenach), vr. Landsberg (Liegnitz), Rechtsanwalt Lehmann (Dresden), Menke (Münster), Spanier (Braunschweig) und Andere.**) Die Vorberathnngen am vorhergehenden Abend***) im *) Wir waren durch den plötzlichen Tod eines hochgeachteten Gemeindegliedes, dessen Leichenbegängnis am 11. April stattfand (siehe unter „Magdeburg"), leider verhindert, dem Gemeindetag persönlich beizuwohnen, und verdanken obigen Bericht der Freundlichkeit des Hrn. Rabb. vr. Dessauer in Eöthen. (Red.) **) Die Präsenzliste der Deputirten und der durch sie vertretenen Gemeinden gedenken wir noch nachzubringen. (Red.) ***) Daß der Gemeindetag stets an einem Sonntag abgehalten wird, hat ja vom praktischen Standpunkte Vieles für sich, aber doch auch 'Haufe deL Präsidenten des Gemeindebundes, Herrn Jakob Nachod, haben die Arbeiten des folgenden Tages wesentlich erleichtert. Hierdurch und besonders durch die von allen Gemeindeabgeordneten getheilte Ueberzeugung, daß unter den jetzigen Verhältnissen nicht viel Worte, sondern Thaten nöthig seien, wurden sämmtliche Punkte der Tagesordnung rasch und doch zur Zufriedenheit fast aller Anwesenden erledigt. Man hat vielfach die numerisch sehr schwache Judenheit als eine Macht hingestellt und ihren Einfluß weit überschätzt. Wo nicht mit den Redensarten von dem großen Reichthum und Einfluß der Juden eine absichtliche Täuschung der großen Menge bezweckt wird, da sind sie auf Jrrthum und Vorurtheil basirt, die schon unzählige Mal statistisch widerlegt sind. Wohl aber konnte man in und an dieser Versammlung wieder sehen, daß, wenn die Israeliten überall und immer, ohne Unterschied des Berufs und der Parteistellung, so durchglüht von ihren heiligsten Interessen, so einig im Wollen und Erstreben des Guten und Nützlichen aufträten, sie den besten Beweis lieferten, welche geistige Kraft dem Judenthume inne wohne. Wir geben in Folgendem den Bericht des „Leipz. Tagebl." Das Präsidium bestand aus den HH. Prof. vr. Lazarus, Adv. Lehmann und Jac. Nachod; als Schriftführer fungirten die HH. vr. Samostz, Jacobsohn und vr. iur. Neustetter. Erster Gegenstand der Tagesordnung war der Rechenschaftsbericht des Ausschusses und die demselben zu ertheilende Entlastung. Der Rechenschaftsbericht lag gedruckt vor und konnte der Referent Herr Nachod sich aus diesem Grunde auf kurze Mittheilungen beschränken. Die Thätigkeit des Ausschusses ist eine sehr vielseitige und ersprießliche gewesen und es wurde dies auch von der Versammlung durch ein Dankesvotum anerkannt. Die Bestrebungen desselben haben in der deutschen Judenheit mehr und mehr Anklang gesunden, die Zahl das Mißliche, daß die Deputirten schon Freitag eintreffen müssen, wenn sie an den Vorbereitungen, die ja meistens wichtiger als die öffentlichen Verhandlungen sind, theilnehmen wollen. (Red.) 83